Welche Bänder gibt es, und wo im Band findet welcher Betrieb statt? Die Bandpläne der IARU teilen jedes Band in Bereiche für Telegrafie, Sprechfunk und digitale Betriebsarten auf.
Das lernst du: Frequenzbereiche · IARU-Bandpläne
Der Lernstoff
IARU-Bandplan: 2 m und 70 cm
Der IARU-Bandplan ist kein Gesetz, sondern eine Verabredung der Funkamateure untereinander — und er ist nötig, weil Betriebsarten sich nicht gleich gut verträgen. Eine Telegrafieverbindung braucht wenige hundert Hertz, ein FM-Gespräch zwölf Kilohertz. Stünde beides durcheinander, würde das breite Signal das schmale ständig zudecken, obwohl sich kein Mensch falsch verhält. Deshalb liegen die schmalen Betriebsarten unten am Bandanfang und die breiten darüber, und deshalb bekommen Baken und Satelliten eigene Streifen: eine Bake sendet unbeaufsichtigt weiter und kann nicht ausweichen, ein Satellit hört aus dem All auf ein sehr schwaches Signal. Wer diese Ordnung kennt, muss die Frequenzen nicht einzeln lernen. Er fragt sich: wie breit ist das, was ich vorhabe, und wer könnte hier nicht ausweichen? Und er weiß, warum die Baken „exklusiv“ sind, während bei den anderen Bereichen nur eine Empfehlung steht.
Verbindlich?
nur Empfehlung
Kein Gesetz. Die Einhaltung soll allen Funkamateuren zugutekommen.
Bandanfang
Morsetelegrafie
In jedem Band. CW ist die schmalste Betriebsart und liegt deshalb unten.
Seitenband
unter 10 MHz LSB, darüber USB
80 m sind 3,5 MHz, liegen also darunter: LSB. 20 m sind 14 MHz, liegen darüber: USB.
144,075 und 144,125
CW, schmalbandig digital
Kein FM, kein RTTY, kein FT8.
144,300
SSB-Aktivitätszentrum 2 m
Gefunkt wird daneben, etwa auf 144,310.
144,450
Baken, exklusiv
Exklusiv heißt: nichts anderes, auch nicht kurz.
145,375
digitale Telefonie, Anruf 2 m
145,500
FM-Anruf 2 m
Nach dem Anruf weggehen, etwa auf 145,450.
145,525
FM-Kanal
Schmalband-FM: höchstens 12 kHz Bandbreite. Bandbreite ist nicht Kanalabstand und nicht Kanalraster.
145,600
Relaisfunkstellen 2 m
145,800
Weltraumkommunikation
Satelliten und die ISS. Auf 2 m nennt der Katalog es Weltraumkommunikation, auf 70 cm Satellitenfunk.
432,040
CW, schmalbandig digital
432,200
SSB-Aktivitätszentrum 70 cm
432,450
Baken, exklusiv
433,450
digitale Telefonie, Anruf 70 cm
Nur 50 kHz neben dem FM-Anruf — die häufigste Verwechslung.
433,500
FM-Anruf 70 cm
435,500
Satellitenfunk
439,200
Relaisfunkstellen 70 cm
Merken: Im 2-m-Band steigt es von unten nach oben: CW, SSB, Baken, FM und Relais, ganz oben der Weltraum. Im 70-cm-Band gilt diese Reihenfolge nicht — dort liegen die Relais auf 439,200 ÜBER dem Satellitenbereich um 435,500. Die vier Anruffrequenzen merkt man paarweise: 145,500 und 433,500 für FM, 145,375 und 433,450 für digitale Telefonie.
Der Bandname ist keine Nummer, sondern die Wellenlänge — und Wellenlänge und Frequenz hängen über die Lichtgeschwindigkeit zusammen: Frequenz in Megahertz mal Wellenlänge in Metern ergibt etwa 300. Damit findet man jedes Band in der richtigen Nachbarschaft wieder. 300 geteilt durch 80 ergibt 3,75 MHz, und das 80-m-Band liegt bei 3,5 bis 3,8. Für die genauen Kanten reicht die Rechnung nicht, denn die Bandnamen sind gerundete Bezeichnungen; sie verwirft aber sofort jede Antwort, die um ein Vielfaches daneben liegt. Die Kanten selbst sind nicht willkürlich. Die alten, breiten Kurzwellenbänder liegen harmonisch zueinander: 7, 14, 21 und 28 MHz sind das Doppelte, Vierfache, Sechsfache und Achtfache von 3,5 MHz. Die drei schmalen Bänder 10,1, 18,068 und 24,89 MHz kamen erst später hinzu, sind nur 50 bis 100 kHz breit und haben deshalb krumme Kanten. Und die Bänder werden nach oben hin breiter: 160 m ist 190 kHz breit, 2 m schon 2 MHz, 70 cm ganze 10 MHz. Aus demselben Grund darf eine einzelne Aussendung oben mehr Bandbreite belegen als unten — oben ist einfach mehr Platz.
160 m
1810–2000 kHz
Beginnt bei 1810, nicht bei 1800. Bei 1850 wechselt die Leistungsgrenze der Klasse E.
80 m
3,5–3,8 MHz
Geteilt mit dem Seefunkdienst, beide auf primärer Basis.
40 m
7,0–7,2 MHz
Primärer Status. Außerhalb Europas reicht es bis 7,3 MHz.
30 m
10,1–10,15 MHz
Nur 50 kHz breit. Höchstens 800 Hz Bandbreite, kein Sprechfunk.
20 m
14,0–14,35 MHz
Das klassische DX-Band.
17 m
18,068–18,168 MHz
100 kHz breit, krumme Kanten.
15 m
21,0–21,45 MHz
Nicht 21,5 und nicht 21,35 — genau 21,45.
12 m
24,89–24,99 MHz
100 kHz breit, krumme Kanten.
10 m
28–29,7 MHz
Klasse N. Unterhalb 29 MHz höchstens 7 kHz Bandbreite.
6 m
50,0–52,0 MHz
Nicht bis 54 MHz — das gilt in anderen ITU-Regionen.
2 m
144–146 MHz
Klasse N. Nicht bis 148 MHz. Höchstens 40 kHz Bandbreite.
70 cm
430–440 MHz
Klasse N. 2 MHz Bandbreite, für AM-Fernsehen 7 MHz. Darin liegt der ISM-Bereich.
Primär heißt eigenes Recht. 40 m ist primär, 80 m gemeinsam mit dem Seefunk auch; 30 m und 135,7–137,8 kHz nicht.
Merken: Rechne den Bandnamen um: 300 geteilt durch die Meter ergibt ungefähr die Megahertz. Die Klasse N hat drei Bänder — 10 m, 2 m und 70 cm. Und die vier Bereichsnamen mit je einem Faktor zehn: MF bis 3 MHz, HF bis 30, VHF bis 300, UHF bis 3000.
BC101Wie wird der Frequenzbereich bezeichnet, in dem sich das 10 m-Band befindet?ab Klasse N
Very High Frequency (VHF) oder Ultrakurzwelle (UKW)
Medium Frequency (MF) oder Mittelwelle (MW)
Ultra High Frequency (UHF) oder Dezimeterwelle
High Frequency (HF), Short Wave (SW) oder Kurzwelle (KW)
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: High Frequency (HF), Short Wave (SW) oder Kurzwelle (KW)
Kniff: Das 10-m-Band liegt bei 28 bis 29,7 MHz, und der Bereich von 3 bis 30 MHz heißt HF, Short Wave oder Kurzwelle. Es ist damit das höchste Kurzwellenband — bei 30 MHz ist die Kurzwelle zu Ende, und das nächste Band darüber ist schon 6 m im VHF-Bereich.
Warum die anderen nicht stimmen:
Very High Frequency (VHF) oder Ultrakurzwelle (UKW) – VHF beginnt erst bei 30 MHz. Das 10-m-Band endet bei 29,7 MHz und liegt damit knapp darunter — genau das macht diese Antwort verführerisch.
Medium Frequency (MF) oder Mittelwelle (MW) – MF reicht nur bis 3 MHz. Dort liegt das 160-m-Band, nicht das 10-m-Band.
Ultra High Frequency (UHF) oder Dezimeterwelle – UHF beginnt bei 300 MHz — das Zehnfache der Kurzwellengrenze.