Die Bänder
Der Bandname ist keine Nummer, sondern die Wellenlänge — und Wellenlänge und Frequenz hängen über die Lichtgeschwindigkeit zusammen: Frequenz in Megahertz mal Wellenlänge in Metern ergibt etwa 300. Damit findet man jedes Band in der richtigen Nachbarschaft wieder. 300 geteilt durch 80 ergibt 3,75 MHz, und das 80-m-Band liegt bei 3,5 bis 3,8. Für die genauen Kanten reicht die Rechnung nicht, denn die Bandnamen sind gerundete Bezeichnungen; sie verwirft aber sofort jede Antwort, die um ein Vielfaches daneben liegt. Die Kanten selbst sind nicht willkürlich. Die alten, breiten Kurzwellenbänder liegen harmonisch zueinander: 7, 14, 21 und 28 MHz sind das Doppelte, Vierfache, Sechsfache und Achtfache von 3,5 MHz. Die drei schmalen Bänder 10,1, 18,068 und 24,89 MHz kamen erst später hinzu, sind nur 50 bis 100 kHz breit und haben deshalb krumme Kanten. Und die Bänder werden nach oben hin breiter: 160 m ist 190 kHz breit, 2 m schon 2 MHz, 70 cm ganze 10 MHz. Aus demselben Grund darf eine einzelne Aussendung oben mehr Bandbreite belegen als unten — oben ist einfach mehr Platz.
| Band | Frequenz | Worauf achten |
|---|---|---|
| 160 m | 1810–2000 kHz | Beginnt bei 1810, nicht bei 1800. Bei 1850 wechselt die Leistungsgrenze der Klasse E. |
| 80 m | 3,5–3,8 MHz | Geteilt mit dem Seefunkdienst, beide auf primärer Basis. |
| 40 m | 7,0–7,2 MHz | Primärer Status. Außerhalb Europas reicht es bis 7,3 MHz. |
| 30 m | 10,1–10,15 MHz | Nur 50 kHz breit. Höchstens 800 Hz Bandbreite, kein Sprechfunk. |
| 20 m | 14,0–14,35 MHz | Das klassische DX-Band. |
| 17 m | 18,068–18,168 MHz | 100 kHz breit, krumme Kanten. |
| 15 m | 21,0–21,45 MHz | Nicht 21,5 und nicht 21,35 — genau 21,45. |
| 12 m | 24,89–24,99 MHz | 100 kHz breit, krumme Kanten. |
| 10 m | 28–29,7 MHz | Klasse N. Unterhalb 29 MHz höchstens 7 kHz Bandbreite. |
| 6 m | 50,0–52,0 MHz | Nicht bis 54 MHz — das gilt in anderen ITU-Regionen. |
| 2 m | 144–146 MHz | Klasse N. Nicht bis 148 MHz. Höchstens 40 kHz Bandbreite. |
| 70 cm | 430–440 MHz | Klasse N. 2 MHz Bandbreite, für AM-Fernsehen 7 MHz. Darin liegt der ISM-Bereich. |
| 23 cm | 1240–1300 MHz | Im Streifen 1247–1263 MHz nur 5 W EIRP. |
| 13 cm | 2320–2450 MHz | Nicht 2250 und nicht 2350 — genau 2320. |
| MF | 300 kHz – 3 MHz | Mittelwelle. Darin liegt das 160-m-Band. |
| HF | 3–30 MHz | Kurzwelle, Short Wave. Von 80 m bis 10 m. |
| VHF | 30–300 MHz | Ultrakurzwelle. 6 m und 2 m. |
| UHF | 300–3000 MHz | Dezimeterwelle. 70 cm, 23 cm, 13 cm. |
| Klasse N | 10 m, 2 m, 70 cm | 28–29,7 MHz, 144–146 MHz, 430–440 MHz. Sonst nichts. |
| primär / sekundär | wer weichen muss | Primär heißt eigenes Recht. 40 m ist primär, 80 m gemeinsam mit dem Seefunk auch; 30 m und 135,7–137,8 kHz nicht. |
Verbindlich sind die Frequenzbereiche und Leistungsgrenzen in der Anlage 1 der Amateurfunkverordnung. Sie liegt in der Prüfung aus. Die Wellenlänge zu jeder Frequenz rechnet der Wellenlängen-Rechner aus.
Bandplan 2 m und 70 cm
Der IARU-Bandplan ist kein Gesetz, sondern eine Verabredung der Funkamateure untereinander — und er ist nötig, weil Betriebsarten sich nicht gleich gut verträgen. Eine Telegrafieverbindung braucht wenige hundert Hertz, ein FM-Gespräch zwölf Kilohertz. Stünde beides durcheinander, würde das breite Signal das schmale ständig zudecken, obwohl sich kein Mensch falsch verhält. Deshalb liegen die schmalen Betriebsarten unten am Bandanfang und die breiten darüber, und deshalb bekommen Baken und Satelliten eigene Streifen: eine Bake sendet unbeaufsichtigt weiter und kann nicht ausweichen, ein Satellit hört aus dem All auf ein sehr schwaches Signal. Wer diese Ordnung kennt, muss die Frequenzen nicht einzeln lernen. Er fragt sich: wie breit ist das, was ich vorhabe, und wer könnte hier nicht ausweichen? Und er weiß, warum die Baken „exklusiv“ sind, während bei den anderen Bereichen nur eine Empfehlung steht.
| Frequenz in MHz | Nutzung | Hinweis |
|---|---|---|
| Verbindlich? | nur Empfehlung | Kein Gesetz. Die Einhaltung soll allen Funkamateuren zugutekommen. |
| Bandanfang | Morsetelegrafie | In jedem Band. CW ist die schmalste Betriebsart und liegt deshalb unten. |
| Seitenband | unter 10 MHz LSB, darüber USB | 80 m sind 3,5 MHz, liegen also darunter: LSB. 20 m sind 14 MHz, liegen darüber: USB. |
| 144,075 und 144,125 | CW, schmalbandig digital | Kein FM, kein RTTY, kein FT8. |
| 144,300 | SSB-Aktivitätszentrum 2 m | Gefunkt wird daneben, etwa auf 144,310. |
| 144,450 | Baken, exklusiv | Exklusiv heißt: nichts anderes, auch nicht kurz. |
| 145,375 | digitale Telefonie, Anruf 2 m | |
| 145,500 | FM-Anruf 2 m | Nach dem Anruf weggehen, etwa auf 145,450. |
| 145,525 | FM-Kanal | Schmalband-FM: höchstens 12 kHz Bandbreite. Bandbreite ist nicht Kanalabstand und nicht Kanalraster. |
| 145,600 | Relaisfunkstellen 2 m | |
| 145,800 | Weltraumkommunikation | Satelliten und die ISS. Auf 2 m nennt der Katalog es Weltraumkommunikation, auf 70 cm Satellitenfunk. |
| 432,040 | CW, schmalbandig digital | |
| 432,200 | SSB-Aktivitätszentrum 70 cm | |
| 432,450 | Baken, exklusiv | |
| 433,450 | digitale Telefonie, Anruf 70 cm | Nur 50 kHz neben dem FM-Anruf — die häufigste Verwechslung. |
| 433,500 | FM-Anruf 70 cm | |
| 435,500 | Satellitenfunk | |
| 439,200 | Relaisfunkstellen 70 cm |
Prüfungsfragen dazu: Frequenzbereiche (BC1) · IARU-Bandpläne (BC2) · Frequenzbereiche und Frequenznutzungsparameter (VD7)
Im Lexikon: Die Bänder in Deutschland · IARU-Bandplan: 2 m und 70 cm · Leistung: die Begriffe und die Grenzen