Start › Prüfungsfragen › Betriebliche Kenntnisse › Notfunkverkehr und Nachrichtenverkehr bei Naturkatastrophen

Notfunkverkehr und Nachrichtenverkehr bei Naturkatastrophen

Abschnitt 2.6 · Notfunkverkehr und Nachrichtenverkehr bei Naturkatastrophen · Betriebliche Kenntnisse. 9 Fragen, ab Klasse N, jede mit Erklärung.

Auf dieser Seite stehen alle 9 Prüfungsfragen zum Thema Notfunkverkehr und Nachrichtenverkehr bei Naturkatastrophen (Kapitel „Notfunkverkehr und Nachrichtenverkehr bei Naturkatastrophen“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.

Die Fragen gehören zum Prüfungsteil Betriebliche Kenntnisse. Sie kommen ab der Klasse N vor. Die Markierung an jeder Frage zeigt, ab welcher Klasse sie gilt.

▶ Diese 9 Fragen im Trainer üben

Im Lehrgang des DARC nachlesen (50ohm.de):

Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

Im Notfall geht die Hilfe vor — und die Vorschriften sind genau dafür gemacht: sie erlauben die Hilfe und verbieten nur die fremden Notzeichen. Ein Funkamateur darf SOS und MAYDAY also nicht verwenden, und das ist kein Widerspruch, sondern Arbeitsteilung. Diese beiden Zeichen gehören dem See- und Flugfunk. Dort hören ständig Rettungsleitstellen mit und werten jedes MAYDAY als amtlichen Notruf. Auf einer Amateurfunkfrequenz hört keine Rettungsleitstelle zu; ein MAYDAY dort erreicht niemanden, der helfen kann, und es verwässert die Bedeutung des Zeichens dort, wo es wirkt. Daraus folgt, was ein Funkamateur stattdessen tut, und es ist mehr, nicht weniger: er wird zum Boten. Er ruft einen anderen Funkamateur und bittet ihn, Polizei oder Rettungsleitstelle zu verständigen — oder er greift selbst zum Telefon. Die Hilfe kommt also über die Stelle, die dafür da ist, und der Funk überbrückt nur die Strecke, die sonst niemand überbrücken kann. Aus derselben Haltung ergibt sich das Verhalten beim Mithören: erst zuhören und mitschreiben, nicht senden. Wer sofort hineinredet, nimmt der Notmeldung die Frequenz. Meldet sich schon eine Rettungsorganisation, hält man sich vollständig heraus — auch mit gut gemeinten Angeboten zwischen zwei Durchgängen. Meldet sich niemand und man könnte helfen, dann antwortet man und alarmiert. Und nach der Alarmierung schaltet man nicht ab: man bleibt erreichbar und gibt weiter, bis Hilfe da ist, denn die Leitstelle hat sonst keinen Kontakt zur Unfallstelle. Ein praktischer Nebenpunkt: Notfunk ist international, und international wird in UTC gerechnet. Deutsche Sommerzeit ist UTC plus zwei Stunden, Winterzeit UTC plus eine.

Notzeichen außerhalbMAYDAY und SOSMAYDAY in Sprechfunk, SOS in Telegrafie.
Im Amateurfunknicht verwendenWeder SOS noch MAYDAY — dort hört keine Leitstelle mit.
StattdessenFunkamateur rufen, Leitstelle alarmierenPolizei oder Rettungsleitstelle über Telefon.
Notmeldung gehörtzuhören und notierenErst mitschreiben, nicht senden.
Rettungsorganisation antwortetnicht störenAuch nicht zwischen zwei Durchgängen.
Niemand antwortetselbst antworten und alarmierenNicht abschalten, nicht eine Stunde warten.
Nach der Alarmierungerreichbar bleibenInformationen weitergeben, bis Hilfe eingetroffen ist.
ZeitrechnungUTCMESZ ist UTC plus 2 Stunden, MEZ ist UTC plus 1 Stunde.

Merken: Kein MAYDAY, kein SOS im Amateurfunk — aber immer helfen: Bote werden, Leitstelle alarmieren, erreichbar bleiben. Zuhören kommt vor Senden. Und: MESZ ist UTC plus zwei Stunden, also wird aus 23:00 UTC bei uns 01:00 am nächsten Tag.

Zum Begriffsblatt im Lexikon →

Wer regelt was

Frequenzen sind weltweit knapp und machen an Grenzen nicht halt. Deshalb ist das Recht darüber in Ebenen gebaut, und jede Ebene regelt nur, was auf ihrer Ebene entschieden werden muss. Weltweit legt die ITU in den Radio Regulations fest, welcher Funkdienst welchen Bereich bekommt und was ein Amateurfunkdienst überhaupt ist — das muss überall gleich sein, sonst stören sich Länder gegenseitig. Europäisch empfiehlt die CEPT, wie man Zulassungen gegenseitig anerkennt. National sagt ein GESETZ das Grundsätzliche und eine VERORDNUNG die vielen Einzelheiten; ausgeführt wird beides von einer Behörde. Und die Funkamateure selbst empfehlen sich über die IARU, wo man innerhalb eines Bandes welche Betriebsart benutzt — dafür braucht es kein Gesetz, weil niemand außerhalb betroffen ist. Wer eine Frage nach der Rechtsquelle vor sich hat, sortiert deshalb zuerst nach Reichweite: geht es um alle Länder, um Europa, um Deutschland, oder nur um die Funkamateure untereinander? Damit fallen meist schon drei Antworten weg. Danach die zweite Frage: geht es um Menschen im Feld (BEMFV), um Geräte und ihre Störungen (EMVG und FuAG), oder um das Funken selbst (AFuG und AFuV)?

RR (ITU)weltweitRadio Regulations: Begriffe wie „Amateurfunkdienst“, Frequenzzuweisungen, Rufzeichen-Präfixe, Q-Gruppen.
ITU-Regionendrei1 Europa und Afrika (Deutschland), 2 Amerika (Kanada), 3 Asien und Ozeanien (Australien).
CEPTEuropa, EmpfehlungT/R 61-01 und ECC/REC/(05)06: Funken im Ausland ohne Gastzulassung. HAREC ist die Prüfungsbescheinigung dazu.
IARUVerband, keine BehördeDie Funkamateure selbst: Bandpläne, Notfunk-Aktivitätszentren. Empfehlungen, kein Gesetz.
ETSIGerätenormenTechnische Standards. Zum Amateurfunkdienst sagt ETSI nichts.
AFuGGesetzWer darf funken: Zulassung, Prüfung, Rufzeichen, Begriffe. § 3 Abs. 1 ist die Zulassung.
AFuVVerordnungDie Einzelheiten zum AFuG: Klassen, Leistungen, Bänder, Rufzeichenzusätze, Logbuch.
TKGGesetz darüberRahmen für alle Funkdienste: Frequenzordnung, Aufgaben der Bundesnetzagentur.
BEMFVVerordnungMensch im Feld: Sicherheitsabstand, Anzeige ab 10 W EIRP, Standortbescheinigung.
EMVGGesetzGerät und Störung: elektromagnetische Verträglichkeit.
BNetzABehördeFührt aus: Zulassung, Rufzeichen, Prüfung, Anzeigen, Störungsbearbeitung.
FuAGGesetzFunkanlagengesetz: was auf dem Markt bereitgestellt wird — CE und grundlegende Anforderungen.
TTDSGGesetzTelekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz: verdeckte Abhörgeräte, Herstellung und Besitz.
Frequenzzuteilungimmer nötigJede Frequenznutzung braucht eine vorherige Zuteilung. Ohne sie ist es eine Ordnungswidrigkeit nach dem TKG.

Merken: G wie Gesetz sagt Grundsätzliches, V wie Verordnung die vielen Einzelheiten. Mensch im Feld: BEMFV. Gerät und Störung: EMVG. Weltweit: RR der ITU. Ins Ausland: CEPT. Bandpläne und Notfunk: IARU — ein Verband, keine Behörde. Und was jemand tatsächlich tut, tut die Bundesnetzagentur.

Zum Begriffsblatt im Lexikon →

Die 9 Fragen

BF101Wie heißen die internationalen Notzeichen außerhalb des Amateurfunks?ab Klasse N

  1. Prudence und TTT
  2. Securité und Distresse
  3. Distresse und DDD
  4. Mayday und SOS
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: Mayday und SOS

Kniff: Gesucht sind die zwei Zeichen, die es wirklich gibt: eines für den Sprechfunk, eines für die Telegrafie. Prüfe jedes Paar Wort für Wort. In allen drei falschen Antworten steht mindestens ein Begriff, der die Not gar nicht meldet, sondern sie nur benennt oder zur Vorsicht mahnt.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Prudence und TTT – „Prudence“ heißt Vorsicht und ist damit ein Wort für eine Warnung, nicht für eine Notlage.
  • Securité und Distresse – „Securité“ meint Sicherheit und „Distresse“ ist bloß das Wort für die Notlage selbst, sodass die Antwort Sachgebiete anstelle der Zeichen nennt, die man tatsächlich ruft oder tastet.
  • Distresse und DDD – Wieder das Wort für die Notlage, dazu eine Buchstabenfolge — gerufen wird MAYDAY, getastet wird SOS.

Mehr dazu: Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

BF102Dürfen Sie im Notfall SOS oder Mayday innerhalb des Amateurfunks gebrauchen?ab Klasse N

  1. Nein
  2. SOS nicht, aber Mayday im Notfall.
  3. Ja
  4. Mayday nicht, aber SOS im Notfall.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist A: Nein

Kniff: Die Frage nennt beide Zeichen zusammen, und zwei Antworten bieten eine halbe Erlaubnis an. Beide Zeichen sind aus demselben Grund draußen: sie gehören dem See- und Flugfunk. Sobald eine Antwort eines der zwei ausnimmt, ist sie falsch, denn die Frage lässt sich nicht aufteilen.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • SOS nicht, aber Mayday im Notfall. – Sie teilt die beiden Zeichen auf, als wäre MAYDAY das amateurfunktauglichere, doch es gehört genauso dem See- und Flugfunk wie SOS.
  • Ja – Sie verwechselt das Recht zu helfen mit dem Recht, diese Zeichen zu benutzen: helfen darfst und sollst du, nur nicht mit diesen zwei Zeichen.
  • Mayday nicht, aber SOS im Notfall. – Dieselbe Aufteilung in umgekehrter Reihenfolge, und auch SOS ist ein Zeichen des See- und Flugfunks und nicht des Amateurfunks.

Mehr dazu: Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

BF103Sie erreichen eine Unfallstelle. Der Ersthelfer bittet Sie, über Ihre mobile Amateurfunkstelle Hilfe zu holen, da das Mobiltelefonnetz nicht verfügbar ist. Wie verhalten Sie sich?ab Klasse N

  1. Ich lehne es ab zu helfen, da im Amateurfunk keine Notzeichen verwendet werden dürfen.
  2. Ich rufe per Funk mindestens dreimal MAYDAY gefolgt von meinem Rufzeichen, dem Standort und der Art der Notlage.
  3. Ich rufe per Funk einen Funkamateur und fordere diesen auf, die Polizei oder Rettungsleitstelle zu informieren.
  4. Ich lehne es ab zu helfen, da im Amateurfunk keine Informationen für Dritte übermittelt werden dürfen.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist C: Ich rufe per Funk einen Funkamateur und fordere diesen auf, die Polizei oder Rettungsleitstelle zu informieren.

Kniff: Drei Antworten scheitern an je einer Hälfte der Aufgabe: zwei helfen nicht, eine benutzt das fremde Notzeichen. Halte jede Antwort an zwei Fragen: Hilft sie, und bleibt sie dabei im Amateurfunk? Nur der Weg über einen anderen Funkamateur zur Leitstelle erfüllt beides.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Ich lehne es ab zu helfen, da im Amateurfunk keine Notzeichen verwendet werden dürfen. – Sie zieht aus dem Verbot des Zeichens ein Verbot der Hilfe, obwohl nur das Wort verboten ist und ein anderer Weg offensteht.
  • Ich rufe per Funk mindestens dreimal MAYDAY gefolgt von meinem Rufzeichen, dem Standort und der Art der Notlage. – Sie benutzt genau das Zeichen, das hier nicht hingehört, und erreicht damit niemanden, der einen Rettungseinsatz auslösen kann.
  • Ich lehne es ab zu helfen, da im Amateurfunk keine Informationen für Dritte übermittelt werden dürfen. – Sie macht aus der Regel über Nachrichten für Dritte einen Hinderungsgrund im Notfall, doch bei Gefahr für Menschen geht die Hilfe vor.

Mehr dazu: Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

BF104Sie hören eine Notmeldung. Was tun Sie als Erstes?ab Klasse N

  1. Ich wechsle die Frequenz oder schalte ab.
  2. Ich stimme meinen Sender auf der Frequenz ab.
  3. Ich höre aufmerksam zu und notiere alle wichtigen Informationen.
  4. Ich sende dreimal MAYDAY, mein Rufzeichen und warte auf Antwort.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist C: Ich höre aufmerksam zu und notiere alle wichtigen Informationen.

Kniff: Gefragt ist der erste Schritt, nicht der ganze Ablauf. Zuerst brauchst du den Inhalt: Standort, Art der Notlage, Rufzeichen. Alles Senden kommt danach, und die drei falschen Antworten senden entweder sofort oder geben die Frequenz ganz auf.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Ich wechsle die Frequenz oder schalte ab. – Damit fällt der einzige Zeuge weg, denn vielleicht hörst du die Meldung als Einziger, und wer weghört, kann niemanden alarmieren.
  • Ich stimme meinen Sender auf der Frequenz ab. – Abstimmen heißt senden, und ein Abstimmträger deckt die Meldung zu, die du noch gar nicht vollständig mitgeschrieben hast.
  • Ich sende dreimal MAYDAY, mein Rufzeichen und warte auf Antwort. – Sie sendet, statt zu hören, und benutzt dazu ein Zeichen, das im Amateurfunk nichts auslöst.

Mehr dazu: Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

BF105Sie haben eine Notmeldung aufgenommen, die nach kurzer Zeit von einer Rettungsorganisation beantwortet wird. Wie verhalten Sie sich?ab Klasse N

  1. Ich störe auf keinen Fall den Funkbetrieb.
  2. Ich bitte möglichst viele Funkamateure um Hilfe.
  3. Ich biete zwischen zwei Durchgängen meine Hilfe an.
  4. Ich stimme meinen Sender auf der Frequenz ab.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist A: Ich störe auf keinen Fall den Funkbetrieb.

Kniff: Sobald eine Rettungsorganisation den Verkehr führt, ist deine Aufgabe erledigt. Jede weitere Sendung von dir nimmt der Abwicklung Zeit, auch eine gut gemeinte. Die richtige Antwort ist hier ein Unterlassen, also such nicht nach der tätigsten Antwort.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Ich bitte möglichst viele Funkamateure um Hilfe. – Sie holt Betrieb auf eine Frequenz, die frei bleiben muss, und viele zusätzliche Funkamateure sind hier viele zusätzliche Störer.
  • Ich biete zwischen zwei Durchgängen meine Hilfe an. – Die Pause zwischen zwei Durchgängen gehört zum laufenden Verkehr und nicht dir, und wer sie füllt, unterbricht die Abwicklung auch mit einem guten Angebot.
  • Ich stimme meinen Sender auf der Frequenz ab. – Das ist Senden auf einer Frequenz, auf der eine Rettungsorganisation arbeitet: eine Störung ohne jeden Nutzen für die Rettung.

Mehr dazu: Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

BF106Sie haben eine Notmeldung aufgenommen. Keine andere Funkstelle reagiert und Sie könnten helfen. Wie verhalten Sie sich?ab Klasse N

  1. Ich schalte mein Funkgerät ab, um keine Probleme zu bekommen.
  2. Ich beantworte den Ruf und informiere die Polizei oder Rettungsleitstelle.
  3. Ich wiederhole die Notmeldung umgehend auf derselben Frequenz.
  4. Ich warte etwa eine Stunde, ob sich eine Rettungsorganisation meldet.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist B: Ich beantworte den Ruf und informiere die Polizei oder Rettungsleitstelle.

Kniff: Hier fehlt die Rettungsorganisation, also fällt die Aufgabe an dich. Die Antwort muss zwei Dinge tun: den Ruf beantworten, damit der Rufende weiß, dass er gehört wurde, und die Hilfe über die Leitstelle in Gang setzen. Wer nur eines von beiden tut oder gar nichts, hat nicht geholfen.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Ich schalte mein Funkgerät ab, um keine Probleme zu bekommen. – Sie stellt eine eingebildete Regelverletzung über eine echte Notlage, und der Rufende bleibt ohne Antwort.
  • Ich wiederhole die Notmeldung umgehend auf derselben Frequenz. – Sie gibt weiter, was schon gesendet wurde, statt zu alarmieren, doch ohne Anruf bei der Leitstelle setzt sich nichts in Bewegung.
  • Ich warte etwa eine Stunde, ob sich eine Rettungsorganisation meldet. – Sie setzt eine Wartezeit an, die es nicht gibt, obwohl die Lage gerade dadurch gekennzeichnet ist, dass niemand antwortet.

Mehr dazu: Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

BF107Sie haben eine Notmeldung beantwortet und die Polizei oder Rettungsleitstelle informiert. Welches Verhalten ist im Anschluss vorbildlich?ab Klasse N

  1. Ich schalte mein Funkgerät ab, da ich meiner Pflicht nachgekommen bin.
  2. Ich informiere die Medien, damit über den Rettungseinsatz live berichtet werden kann.
  3. Ich rufe regelmäßig die Polizei oder Rettungsleitstelle an und erkundige mich nach dem Stand.
  4. Ich bleibe erreichbar und gebe Informationen weiter, bis Hilfe eingetroffen ist.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: Ich bleibe erreichbar und gebe Informationen weiter, bis Hilfe eingetroffen ist.

Kniff: Die Frage geht auf die Zeit nach dem Anruf bei der Leitstelle. Deine Verbindung zur Unfallstelle ist die einzige, die die Leitstelle hat, also muss sie bestehen bleiben. Prüfe jede Antwort daran, ob sie diese Verbindung erhält oder ob sie sie kappt, umdreht oder mit Fremdem belastet.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Ich schalte mein Funkgerät ab, da ich meiner Pflicht nachgekommen bin. – Sie trennt genau die Brücke, die noch gebraucht wird, denn mit dem Anruf ist die Hilfe angefordert, aber noch nicht angekommen.
  • Ich informiere die Medien, damit über den Rettungseinsatz live berichtet werden kann. – Sie verwechselt Notfunk mit Berichterstattung, hilft niemandem an der Unfallstelle und gibt fremde Angelegenheiten weiter.
  • Ich rufe regelmäßig die Polizei oder Rettungsleitstelle an und erkundige mich nach dem Stand. – Sie dreht die Richtung des Informationsflusses um: du hast die Nachrichten von der Unfallstelle und nicht die Leitstelle, und deine Rückfragen binden dort nur Kräfte.

Mehr dazu: Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

BF108Sie haben am 16. August (Ortsdatum) um 20:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) von 9J2NG eine Notfunkmeldung aufgenommen und an eine Hilfeleistungsorganisation per Telefon weitergemeldet. Die Amateurfunkstelle 9J2NG hat Sie gebeten, um 23:00 Uhr UTC erneut mit ihr in Verbindung zu treten. Welcher Zeitpunkt ist dies in Deutschland?ab Klasse N

  1. 00:00 MESZ am 18. August (Ortsdatum)
  2. 22:00 MESZ am 16. August (Ortsdatum)
  3. 21:00 MESZ am 16. August (Ortsdatum)
  4. 01:00 MESZ am 17. August (Ortsdatum)
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: 01:00 MESZ am 17. August (Ortsdatum)

Lösungsweg:

  1. Verabredung: 23:00 UTC
  2. MESZ = UTC + 2 h
  3. 23:00 + 2 h = 25:00
  4. 25:00 − 24:00 = 01:00, Datum einen Tag weiter
  5. Ergebnis: 01:00 MESZ am 17. August
  6. Gegenprobe: der Empfang um 20:00 MESZ am 16. August war 18:00 UTC, die Verabredung liegt 5 Stunden später

Kniff: Rechne die verabredete Zeit um, nicht die Empfangszeit. MESZ ist UTC plus zwei Stunden, und weil 23:00 plus 2 über 24 Uhr hinausgeht, rutscht der Termin auf den nächsten Tag. Die 20:00 MESZ am 16. August stehen nur da, um das Datum zu setzen und dich zum Rechnen mit der falschen Zahl zu verleiten.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 00:00 MESZ am 18. August (Ortsdatum) – Die Stunde passt nur zu plus einer Stunde, also zur Winterzeit MEZ, und das Datum ist zusätzlich einen Tag zu weit gesetzt.
  • 22:00 MESZ am 16. August (Ortsdatum) – Das sind 20:00 MESZ plus zwei Stunden, also ist die Umrechnung auf die Empfangszeit angewandt statt auf die verabredeten 23:00 UTC.
  • 21:00 MESZ am 16. August (Ortsdatum) – Hier sind die zwei Stunden abgezogen statt addiert, weshalb auch der Tageswechsel fehlt.

Mehr dazu: Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

BF109Nach den Empfehlungen der International Amateur Radio Union (IARU) gibt es bei 3760, 7110, 14 300, 18 160 und 21 360 kHz so genannte Aktivitätszentren für Notfunkverkehr. Was ist das Besondere an diesen Frequenzen? Sie sollen ...ab Klasse N

  1. in der ITU-Region 1 dem Notfunkverkehr dienen und für diesen freigehalten werden.
  2. exklusiv der Nutzung durch Rettungsdienste dienen und nicht durch Funkamateure genutzt werden.
  3. erst nach vorheriger Ankündigung durch die IARU verwendet werden.
  4. permanent abgehört werden, sofern das Funkgerät über einen 2. VFO verfügt.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist A: in der ITU-Region 1 dem Notfunkverkehr dienen und für diesen freigehalten werden.

Kniff: Zwei Dinge müssen zusammenpassen: die IARU ist ein Verband, kann also nur empfehlen, diese Punkte frei zu halten, und die genannten Frequenzen gelten für die Region, in der Deutschland liegt. Antworten, die ein Verbot, eine Freigabe oder eine Pflicht aussprechen, verwechseln eine Empfehlung mit einer Verfügung.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • exklusiv der Nutzung durch Rettungsdienste dienen und nicht durch Funkamateure genutzt werden. – Es sind Amateurfunkfrequenzen, und ein Verband könnte Rettungsdiensten schon gar keine Bänder zuweisen; empfohlen wird Funkamateuren nur das Freihalten.
  • erst nach vorheriger Ankündigung durch die IARU verwendet werden. – Es gibt keine Freigabe durch die IARU — ein Verband schaltet keine Frequenzen frei.
  • permanent abgehört werden, sofern das Funkgerät über einen 2. VFO verfügt. – Erfindet eine Abhörpflicht und knüpft sie an die Geräteausstattung; es geht um das Freihalten, nicht um das Mithören.

Mehr dazu: Wer regelt was

▶ Jetzt üben: Notfunkverkehr und Nachrichtenverkehr bei Naturkatastrophen

Alle Themen: Betriebliche Kenntnisse · Lexikon

Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.