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Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

Begriffsblatt für die Amateurfunkprüfung – kurz, mit den Fragen, die dazu drankommen.

Notzeichen außerhalbMAYDAY und SOSMAYDAY in Sprechfunk, SOS in Telegrafie.
Im Amateurfunknicht verwendenWeder SOS noch MAYDAY — dort hört keine Leitstelle mit.
StattdessenFunkamateur rufen, Leitstelle alarmierenPolizei oder Rettungsleitstelle über Telefon.
Notmeldung gehörtzuhören und notierenErst mitschreiben, nicht senden.
Rettungsorganisation antwortetnicht störenAuch nicht zwischen zwei Durchgängen.
Niemand antwortetselbst antworten und alarmierenNicht abschalten, nicht eine Stunde warten.
Nach der Alarmierungerreichbar bleibenInformationen weitergeben, bis Hilfe eingetroffen ist.
ZeitrechnungUTCMESZ ist UTC plus 2 Stunden, MEZ ist UTC plus 1 Stunde.

Merken: Kein MAYDAY, kein SOS im Amateurfunk — aber immer helfen: Bote werden, Leitstelle alarmieren, erreichbar bleiben. Zuhören kommt vor Senden. Und: MESZ ist UTC plus zwei Stunden, also wird aus 23:00 UTC bei uns 01:00 am nächsten Tag.

Der Zusammenhang

Im Notfall geht die Hilfe vor — und die Vorschriften sind genau dafür gemacht: sie erlauben die Hilfe und verbieten nur die fremden Notzeichen. Ein Funkamateur darf SOS und MAYDAY also nicht verwenden, und das ist kein Widerspruch, sondern Arbeitsteilung. Diese beiden Zeichen gehören dem See- und Flugfunk. Dort hören ständig Rettungsleitstellen mit und werten jedes MAYDAY als amtlichen Notruf. Auf einer Amateurfunkfrequenz hört keine Rettungsleitstelle zu; ein MAYDAY dort erreicht niemanden, der helfen kann, und es verwässert die Bedeutung des Zeichens dort, wo es wirkt. Daraus folgt, was ein Funkamateur stattdessen tut, und es ist mehr, nicht weniger: er wird zum Boten. Er ruft einen anderen Funkamateur und bittet ihn, Polizei oder Rettungsleitstelle zu verständigen — oder er greift selbst zum Telefon. Die Hilfe kommt also über die Stelle, die dafür da ist, und der Funk überbrückt nur die Strecke, die sonst niemand überbrücken kann. Aus derselben Haltung ergibt sich das Verhalten beim Mithören: erst zuhören und mitschreiben, nicht senden. Wer sofort hineinredet, nimmt der Notmeldung die Frequenz. Meldet sich schon eine Rettungsorganisation, hält man sich vollständig heraus — auch mit gut gemeinten Angeboten zwischen zwei Durchgängen. Meldet sich niemand und man könnte helfen, dann antwortet man und alarmiert. Und nach der Alarmierung schaltet man nicht ab: man bleibt erreichbar und gibt weiter, bis Hilfe da ist, denn die Leitstelle hat sonst keinen Kontakt zur Unfallstelle. Ein praktischer Nebenpunkt: Notfunk ist international, und international wird in UTC gerechnet. Deutsche Sommerzeit ist UTC plus zwei Stunden, Winterzeit UTC plus eine.

Herkunft: Fragenkatalog Klasse N, Abschnitt Nachrichtenverkehr bei Naturkatastrophen. Dass MAYDAY zum Sprechfunk und SOS zur Telegrafie gehört und dass MEZ um eine Stunde vorgeht, ist Zusatzwissen; geprüft wird nur die Umrechnung nach MESZ.

Diese Prüfungsfragen gehören dazu

▶ Im Trainer üben Alle Begriffsblätter