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Stationstagebuch und QSL-Karten

Abschnitt 2.7 · Stationstagebuch und QSL-Karten · Betriebliche Kenntnisse. 11 Fragen, ab Klasse N, jede mit Erklärung.

Auf dieser Seite stehen alle 11 Prüfungsfragen zum Thema Stationstagebuch und QSL-Karten (Kapitel „Stationstagebuch und QSL-Karten“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.

Die Fragen gehören zum Prüfungsteil Betriebliche Kenntnisse. Sie kommen ab der Klasse N vor. Die Markierung an jeder Frage zeigt, ab welcher Klasse sie gilt.

▶ Diese 11 Fragen im Trainer üben

Im Lehrgang des DARC nachlesen (50ohm.de):

Das Logbuch: freiwillig, manchmal angeordnet

Das Logbuch ist das Stationstagebuch — wer wann auf welcher Frequenz mit wem gearbeitet hat. In Deutschland führt es der Funkamateur FREIWILLIG; eine allgemeine Pflicht gibt es nicht. Die Bundesnetzagentur kann die Führung aber im Einzelfall anordnen, etwa nach Störungen, damit nachprüfbar ist, was gesendet wurde. Genau in dieser Anordnung steckt der Sinn aller Logbuchfragen: ein angeordnetes Logbuch ist ein Nachweis, und ein Nachweis, den man nicht mehr lesen kann, ist keiner. Daraus folgt alles Weitere ganz mechanisch. Ob Papier oder Computer ist gleichgültig — verlangt wird, dass die Daten über eine bestimmte Zeit EINSEHBAR bleiben. Nicht, dass sie in einem bestimmten Programm liegen, nicht, dass ein Ausdruck bereitliegt, nicht, dass zusätzlich Papier geführt wird. Und deshalb ist der Wechsel der Logbuchsoftware die eigentliche Gefahr: das neue Programm liest die alten Dateien vielleicht nicht. Wer beim Wechsel die alten Daten verliert, hat seine Aufzeichnungspflicht verletzt, auch wenn er lückenlos weitergeführt hat. Also: alte Daten mitnehmen oder lesbar aufbewahren — das alte Programm zu löschen ist keine Lösung, und die Bitbreite des Betriebssystems ist kein Kriterium.

Was es istStationstagebuchNicht die Geräteliste, nicht der Nachweis der Sicherheitsabstände.
PflichtfreiwilligIn besonderen Fällen angeordnet — dann muss geführt werden.
Wer ordnet andie BundesnetzagenturIm Einzelfall, etwa nach Störungen.
Computer-LogbuchDaten müssen einsehbar bleibenÜber eine bestimmte Zeit, wie beim Papierlogbuch.
Kein AusdruckzwangPapier ist nicht verlangtAuch kein zusätzliches Papierlogbuch.
Softwarewechselalte Daten verfügbar haltenFür spätere Überprüfungen der Betriebsdaten.

Merken: Freiwillig — außer wenn angeordnet. Und wenn angeordnet, zählt nur eines: die Daten müssen über die vorgesehene Zeit lesbar bleiben. Deshalb beim Wechsel des Programms die alten Einträge mitnehmen, nicht löschen.

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Abkürzungen im Funkbetrieb

Die Abkürzungen im Funkbetrieb sind alle aus demselben Grund entstanden: eine Funkverbindung ist schwach, kurz und oft zwischen Menschen ohne gemeinsame Sprache. Also verabredet man kurze, international gleiche Zeichen für das, was in fast jedem QSO vorkommt — wer ruft (CQ), wie gut komme ich an (RST), bestätigen wir es (QSL), machen wir Schluss (73). Aus derselben Knappheit folgt die Benimmordnung, nach der viele dieser Fragen gebaut sind. Eine Anruffrequenz ist gemeinsames Eigentum: man ruft dort und geht dann weg, sonst kann niemand anderes rufen. Wer CQ gerufen hat, hat die Frequenz zuerst benutzt, und die Nächste weicht aus. Und alles Schriftliche — Logbuch und QSL-Karte — steht in koordinierter Weltzeit, weil die Gegenstation in einer anderen Zeitzone sitzt und sonst nichts wiederfindet. Nicht Vorschriften also, sondern die Folgen einer knappen, weltweit geteilten Sache.

CQallgemeiner Anruf„An alle“ — wer mag, antwortet. Immer mit dem eigenen Rufzeichen.
DXgroße EntfernungWeite Verbindung, seltenes Land.
RSTRapportReadability, Strength, Tone: Lesbarkeit 1 bis 5, Stärke 1 bis 9, Ton 1 bis 9.
TX, RX, TRXSender, Empfänger, beidesEin TRX ist beides in einem Gehäuse.
BKbreakIch möchte dazwischen.
PSEplease, bitte
73 und 55viele Grüße, viel ErfolgZahlen als Gruß — 73 zum Abschied, 55 als Wunsch.
SWLKurzwellenhörerShort Wave Listener: hört zu, sendet nicht.
QSL-KarteBestätigung einer VerbindungMindestens: eigenes Rufzeichen, Gegenstation, Datum, Uhrzeit in UTC, Band, Übertragungsverfahren, Rapport.
QSL-Managerbestätigt für andere„QSL via ...“ — die Karte geht an den Manager, nicht an die Station.
Callbookinternationale RufzeichenlisteDort stehen die Anschriften ausländischer Funkamateure.
UTCkoordinierte WeltzeitMEZ minus 1 Stunde, MESZ minus 2 Stunden. Im Log und auf der Karte immer UTC.
Splitgetrennte FrequenzenSenden und Empfangen auf verschiedenen Frequenzen.
Pile-UpAnrufertraubeViele rufen gleichzeitig eine seltene Station.
Listenbetriebüber einen VermittlerEine gut hörbare Station sammelt die Anrufer in eine Liste und ruft sie später auf.

Merken: Ein QSO fängt mit CQ an und hört mit 73 auf. Die Uhrzeit ist immer UTC — im Winter MEZ minus eins, im Sommer MESZ minus zwei. Und wer „QSL via“ hört, schickt die Karte an den Manager, nicht an die Station.

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Die 11 Fragen

BG101Was verstehen Funkamateure unter einem Logbuch?ab Klasse N

  1. Es ist das Stationstagebuch, das ein Funkamateur freiwillig führt oder in besonderen Fällen führen muss.
  2. Es ist die Dokumentation aller Geräte und Antennen des Funkamateurs.
  3. Es ist die Dokumentation über die Einhaltung der Sicherheitsabstände bezüglich des Personenschutzes.
  4. Es ist das Stationstagebuch, das jeder Funkamateur führen muss.
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Richtig ist A: Es ist das Stationstagebuch, das ein Funkamateur freiwillig führt oder in besonderen Fällen führen muss.

Kniff: Zwei Antworten beschreiben ganz andere Unterlagen, nämlich eine Geräteliste und den Nachweis der Sicherheitsabstände. Die beiden übrigen nennen beide das Stationstagebuch und unterscheiden sich nur im Nachsatz. Lies also bis zum Satzende und achte auf „muss jeder“ gegen „freiwillig oder in besonderen Fällen“.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Es ist das Stationstagebuch, das jeder Funkamateur führen muss. – Trifft den Gegenstand, aber nicht die Pflichtlage: aus dem Einzelfall wird hier eine allgemeine Pflicht für alle.
  • Es ist die Dokumentation aller Geräte und Antennen des Funkamateurs. – Verwechselt das Tagebuch der Verbindungen mit einem Inventar; im Logbuch stehen Verbindungen, nicht Geräte.
  • Es ist die Dokumentation über die Einhaltung der Sicherheitsabstände bezüglich des Personenschutzes. – Meint die Unterlagen zum Personenschutz; das ist eine eigene Dokumentation und kein Stationstagebuch.

Mehr dazu: Das Logbuch: freiwillig, manchmal angeordnet

BG102Was ist bei der Erstellung eines „Computer-Logbuchs“ bei angeordneter Logbuchführung zu beachten?ab Klasse N

  1. Die Logdatei muss auch mit einem Textverarbeitungsprogramm gelesen werden können.
  2. Es muss jederzeit ein Ausdruck des Logbuches vorhanden sein.
  3. Es muss zusätzlich ein herkömmliches Papierlogbuch geführt werden.
  4. Die Daten müssen, wie auch beim Papierlogbuch, über eine bestimmte Zeit einsehbar sein.
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Richtig ist D: Die Daten müssen, wie auch beim Papierlogbuch, über eine bestimmte Zeit einsehbar sein.

Kniff: Die Frage lautet, was verlangt ist, nicht was praktisch wäre. Drei Antworten schreiben eine bestimmte Form vor: ein Textprogramm, einen Ausdruck, Papier daneben. Gefordert ist allein, dass die Daten über eine bestimmte Zeit einsehbar bleiben.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Die Logdatei muss auch mit einem Textverarbeitungsprogramm gelesen werden können. – Legt ein bestimmtes Programm fest; verlangt ist die Einsehbarkeit der Daten, womit sie gelesen werden, bleibt offen.
  • Es muss jederzeit ein Ausdruck des Logbuches vorhanden sein. – Verschärft „einsehbar“ zu „ausgedruckt“; ein bereitliegender Ausdruck wird nicht gefordert.
  • Es muss zusätzlich ein herkömmliches Papierlogbuch geführt werden. – Verdoppelt die Arbeit: das Computer-Logbuch tritt an die Stelle des Papierlogbuchs und nicht daneben.

Mehr dazu: Das Logbuch: freiwillig, manchmal angeordnet

BG103Was ist bei angeordneter Logbuchführung bei einem Wechsel der „Logbuchsoftware“ zu berücksichtigen?ab Klasse N

  1. Die alte Software muss auf jeden Fall gelöscht werden, um Kollisionen bei den Datenformaten zu vermeiden.
  2. Es sollte auf eine Software für ein 64 bit-System gewechselt werden.
  3. Die Logbuchdaten müssen verfügbar bleiben, um die Betriebsdaten bei eventuellen späteren Überprüfungen einsehen zu können.
  4. Es sollte ein Logbuchprogramm genutzt werden, welches ermöglicht, die Daten in der Cloud zu speichern.
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Richtig ist C: Die Logbuchdaten müssen verfügbar bleiben, um die Betriebsdaten bei eventuellen späteren Überprüfungen einsehen zu können.

Kniff: Beim Wechsel liegt die Gefahr im Altbestand, nicht in der neuen Software. Prüfe jede Antwort deshalb nur danach, was mit den bereits eingetragenen Daten passiert. Antworten über Löschen, Bitbreite oder Speicherort sagen dazu nichts.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Die alte Software muss auf jeden Fall gelöscht werden, um Kollisionen bei den Datenformaten zu vermeiden. – Entfernt genau das Programm, mit dem die alten Einträge noch zu lesen wären; verschiedene Dateiformate kollidieren nicht von selbst.
  • Es sollte auf eine Software für ein 64 bit-System gewechselt werden. – Nennt eine technische Eigenschaft ohne Bezug zur Sache; die Bitbreite entscheidet nicht darüber, ob alte Einträge einsehbar bleiben.
  • Es sollte ein Logbuchprogramm genutzt werden, welches ermöglicht, die Daten in der Cloud zu speichern. – Verschiebt nur den Speicherort; ob die Betriebsdaten später noch lesbar sind, hängt am mitgenommenen Datenbestand, nicht am Ablageort.

Mehr dazu: Das Logbuch: freiwillig, manchmal angeordnet

BG104Eine QSL-Karte ist ...ab Klasse N

  1. die Bescheinigung über die Mitgliedschaft in einer Amateurfunkvereinigung.
  2. eine Landkarte, in der Standorte für ortsgebundene Funkwettbewerbe eingezeichnet sind.
  3. die Bestätigung einer Amateurfunkverbindung. Sie dient z. B. als Beleg bei der Beantragung von Amateurfunk-Diplomen.
  4. eine Reservierungsbestätigung für die Teilnahme an einer Amateurfunkrunde. Sie sichert dem Funkamateur einen Listenplatz in der Runde.
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Richtig ist C: die Bestätigung einer Amateurfunkverbindung. Sie dient z. B. als Beleg bei der Beantragung von Amateurfunk-Diplomen.

Kniff: Die Karte belegt eine einzelne Funkverbindung — daraus ergibt sich auch ihr Nutzen als Nachweis für Diplome. Nur eine Antwort spricht überhaupt von einer Verbindung; die anderen machen aus der Karte ein Mitgliedspapier, eine Landkarte oder eine Anmeldung.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • die Bescheinigung über die Mitgliedschaft in einer Amateurfunkvereinigung. – Verwechselt die Karte mit einem Mitgliedsausweis. Bestätigt wird ein Funkkontakt, nicht die Zugehörigkeit zu einem Verband.
  • eine Landkarte, in der Standorte für ortsgebundene Funkwettbewerbe eingezeichnet sind. – Greift das Wort „Karte“ im Sinne von Landkarte auf. QSL ist eine Betriebsabkürzung für die Bestätigung und hat mit Kartografie nichts zu tun.
  • eine Reservierungsbestätigung für die Teilnahme an einer Amateurfunkrunde. Sie sichert dem Funkamateur einen Listenplatz in der Runde. – Vermischt die Karte mit dem Listenbetrieb. Die Karte wird nach dem QSO geschrieben und reserviert nichts — sie bestätigt etwas, das schon stattgefunden hat.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

BG105Welche Angaben sollten QSL-Karten mindestens enthalten?ab Klasse N

  1. Rufzeichen der Gegenstation, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, genaue Frequenz, Übertragungsverfahren, Signal-Rapport und weitere übliche Angaben wie den eigenen Namen, Standort, Locator und die eigene Sendeleistung
  2. Verwendetes Rufzeichen, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Frequenz, Übertragungsverfahren, Signal-Rapport sowie den eigenen Namen, Standort, Locator, die eigene Sendeleistung und Angaben zur eingesetzten technischen Ausrüstung
  3. Verwendetes Rufzeichen, Rufzeichen der Gegenstation, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Band, Übertragungsverfahren und Signal-Rapport
  4. Rufzeichen der Gegenstation, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Frequenz, Übertragungsverfahren, Angaben über das Funkwetter und die Unterschrift des Operators
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Richtig ist C: Verwendetes Rufzeichen, Rufzeichen der Gegenstation, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Band, Übertragungsverfahren und Signal-Rapport

Kniff: Vergleiche die vier Aufzählungen Wort für Wort, sie unterscheiden sich nur an wenigen Stellen. Zwei Punkte entscheiden: beide Rufzeichen müssen darauf stehen, sonst ist nicht erkennbar, wessen Verbindung bestätigt wird, und es genügt das Band statt der genauen Frequenz. Gefragt ist das Mindeste — Angaben, die üblich aber verzichtbar sind, machen eine Antwort hier falsch.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Rufzeichen der Gegenstation, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, genaue Frequenz, Übertragungsverfahren, Signal-Rapport und weitere übliche Angaben wie den eigenen Namen, Standort, Locator und die eigene Sendeleistung – Das eigene Rufzeichen fehlt, und statt des Bandes wird die genaue Frequenz verlangt. Name, Standort, Locator und Leistung sind üblich, aber kein Mindestinhalt.
  • Verwendetes Rufzeichen, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Frequenz, Übertragungsverfahren, Signal-Rapport sowie den eigenen Namen, Standort, Locator, die eigene Sendeleistung und Angaben zur eingesetzten technischen Ausrüstung – Hier fehlt das Rufzeichen der Gegenstation — die Karte ließe offen, wem sie gilt. Dazu Angaben zur Ausrüstung, die niemand für den Nachweis braucht.
  • Rufzeichen der Gegenstation, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Frequenz, Übertragungsverfahren, Angaben über das Funkwetter und die Unterschrift des Operators – Das eigene Rufzeichen und der Signal-Rapport fehlen — ohne Rapport fehlt eine der Pflichtangaben. Funkwetter und Unterschrift gehören dagegen gar nicht zum Mindestinhalt.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

BG106Was sollten Sie bei der Eintragung von Uhrzeiten in QSL-Karten beachten? Sie sollten in ...ab Klasse N

  1. der eigenen Ortszeit eingetragen werden, um den deutschen Vorschriften zu genügen.
  2. der koordinierten Weltzeit (UTC) eingetragen werden, um Funkpartnern im Ausland das Auffinden im Logbuch zu erleichtern.
  3. der Ortszeit des Funkpartners eingetragen werden, damit es zu keinen Verwechselungen kommt.
  4. der eigenen Ortszeit und zusätzlich in der Ortszeit des Funkpartners eingetragen werden, um sowohl den deutschen Vorschriften zu genügen als auch Funkpartnern im Ausland das Auffinden im Logbuch zu erleichtern.
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Richtig ist B: der koordinierten Weltzeit (UTC) eingetragen werden, um Funkpartnern im Ausland das Auffinden im Logbuch zu erleichtern.

Kniff: Der Grund ist praktisch: Die Gegenstation sucht die Verbindung in ihrem eigenen Log, und dort steht UTC. Ortszeiten unterscheiden sich von Land zu Land und wechseln im Sommer; jede Ortszeit auf der Karte müsste erst umgerechnet werden, und der Empfänger müsste wissen, welche gemeint ist. Die Begründungen mit „deutschen Vorschriften“ sind der Köder — gefragt ist der Nutzen für den Funkpartner.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • der eigenen Ortszeit eingetragen werden, um den deutschen Vorschriften zu genügen. – Die Karte geht ins Ausland, wo eine deutsche Ortszeit niemandem hilft. Sie wäre auch nicht eindeutig, denn zwischen MEZ und MESZ liegt eine Stunde.
  • der Ortszeit des Funkpartners eingetragen werden, damit es zu keinen Verwechselungen kommt. – Erzeugt gerade die Verwechslung, die sie vermeiden will: du müsstest seine Zeitzone kennen und richtig umrechnen, und er müsste raten, nach welcher Zeit du gerechnet hast.
  • der eigenen Ortszeit und zusätzlich in der Ortszeit des Funkpartners eingetragen werden, um sowohl den deutschen Vorschriften zu genügen als auch Funkpartnern im Ausland das Auffinden im Logbuch zu erleichtern. – Zwei Zeiten sind nicht genauer, sondern doppelt mehrdeutig. Eine einzige, weltweit gleiche Zeit erfüllt den Zweck vollständig.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

BG107Welche Uhrzeit tragen Sie in die QSL-Karte ein, wenn Sie um 15:30 MEZ ein QSO hatten?ab Klasse N

  1. 13:30 UTC
  2. 17:30 UTC
  3. 16:30 UTC
  4. 14:30 UTC
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Richtig ist D: 14:30 UTC

Kniff: MEZ ist UTC plus eine Stunde. Um von der Ortszeit auf UTC zu kommen, ziehst du diese Stunde also ab: 15:30 minus 1:00 ergibt 14:30 UTC. Die Richtung ist die ganze Frage — UTC läuft der deutschen Ortszeit nach und ist damit die kleinere Zahl. Im Winter eine Stunde zurück, im Sommer zwei.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 13:30 UTC – Hier wurden zwei Stunden abgezogen, also mit MESZ gerechnet. Die Frage nennt aber MEZ, und zwei Stunden gelten nur in der Sommerzeit.
  • 17:30 UTC – Falsche Richtung und falscher Betrag: es wurden zwei Stunden hinzugerechnet. Addiert wird, wenn man von UTC auf die Ortszeit geht, nicht umgekehrt.
  • 16:30 UTC – Richtiger Betrag, falsche Richtung — die Stunde wurde dazugerechnet statt abgezogen. Eine UTC-Zeit nach der Ortszeit kann es in Deutschland nicht geben.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

BG108Welche Uhrzeit tragen Sie in die QSL-Karte ein, wenn Sie um 13:30 MESZ eine Funkverbindung hatten?ab Klasse N

  1. 11:30 UTC
  2. 13:30 UTC
  3. 14:30 UTC
  4. 12:30 UTC
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Richtig ist A: 11:30 UTC

Kniff: MESZ ist UTC plus zwei Stunden. Von der Ortszeit auf UTC wird deshalb abgezogen: 13:30 minus 2:00 ergibt 11:30 UTC. Zur Kontrolle: die UTC-Angabe muss kleiner sein als die Ortszeit, denn UTC geht in Deutschland immer nach.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 13:30 UTC – Hier wurde nicht gerechnet, sondern die Ortszeit übernommen. Zwischen MESZ und UTC liegen zwei Stunden.
  • 14:30 UTC – Falsche Richtung, und dazu der Betrag der Winterzeit: eine Stunde wurde hinzugerechnet statt zwei abgezogen.
  • 12:30 UTC – Richtige Richtung, aber nur eine Stunde abgezogen — das ist die Rechnung für MEZ. Im Sommer sind es zwei.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

BG109HZ1HZ sagte Ihnen „QSL via K8PYD“. Was würden Sie tun, um die QSL-Karte von HZ1HZ zu erhalten?ab Klasse N

  1. Ich warte, bis HZ1HZ die Karte an K8PYD geschickt hat.
  2. Ich schaue im Callbook nach der Adresse von HZ1HZ und schicke die Karte direkt.
  3. Ich muss meine QSL-Karte via HZ1HZ senden, weil K8PYD der QSO-Partner war.
  4. Ich sende meine QSL-Karte via K8PYD, weil dieser der QSL-Manager von HZ1HZ ist.
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Richtig ist D: Ich sende meine QSL-Karte via K8PYD, weil dieser der QSL-Manager von HZ1HZ ist.

Kniff: „QSL via“ nennt die Anschrift, an die die Karte geht: den Manager. Deine eigene Karte schickst du also an K8PYD, und von dort kommt die Bestätigung von HZ1HZ zurück. Der Sinn der Vereinbarung: der Manager wickelt den Kartenverkehr für eine Station ab, die das selbst nicht leisten kann. Achte darauf, dass alle vier Antworten dieselben zwei Rufzeichen enthalten — nur die Rollen wechseln.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Ich warte, bis HZ1HZ die Karte an K8PYD geschickt hat. – Warten hilft nicht: die Bestätigung kommt auf deine Karte hin. Ohne eine eigene Karte gibt es keinen Anlass, dir eine zu schicken.
  • Ich schaue im Callbook nach der Adresse von HZ1HZ und schicke die Karte direkt. – Das Callbook liefert die Anschrift, aber HZ1HZ hat ausdrücklich einen anderen Weg genannt. Eine Karte an die Station selbst umgeht den Manager und bleibt darum meist unbeantwortet.
  • Ich muss meine QSL-Karte via HZ1HZ senden, weil K8PYD der QSO-Partner war. – Vertauscht die Rollen. Dein QSO-Partner war HZ1HZ; K8PYD führt nur dessen Kartenverkehr — deshalb geht die Karte an ihn und nicht an die Station.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

BG110Wo können Sie die Anschriften von ausländischen Funkamateuren finden, denen Sie die QSL-Karte direkt zusenden möchten?ab Klasse N

  1. Ich finde diese im internationalen Telefonbuch.
  2. Ich finde diese in der internationalen Amateurfunk-Rufzeichenliste (Callbook) oder aus Informationen des Internets.
  3. Ich finde diese in der Amateurfunk-Rufzeichenliste auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur.
  4. Ich finde diese in der VO Funk.
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Richtig ist B: Ich finde diese in der internationalen Amateurfunk-Rufzeichenliste (Callbook) oder aus Informationen des Internets.

Kniff: Gefragt ist eine Anschrift im Ausland, also brauchst du eine internationale Quelle aus dem Amateurfunk selbst. Prüfe bei jeder Antwort, ob die genannte Quelle überhaupt Adressen zu Rufzeichen führen kann. Behördenlisten und Regelwerke tun das nicht.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Ich finde diese im internationalen Telefonbuch. – Ein Telefonbuch kennt keine Rufzeichen; vom Rufzeichen zur Person kommst du darüber nicht.
  • Ich finde diese in der Amateurfunk-Rufzeichenliste auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur. – Die Bundesnetzagentur führt die in Deutschland zugeteilten Rufzeichen — eine nationale Behördenliste, keine internationale Adressquelle.
  • Ich finde diese in der VO Funk. – Die VO Funk ist die deutsche Bezeichnung der Radio Regulations, also das weltweite Regelwerk mit Begriffen und Frequenzzuweisungen; Anschriften stehen dort nicht.

Mehr dazu: Wer regelt was

BG111Welche Alternativen zur QSL-Karte sind üblich? Bestätigung von Funkverbindungen durch ...ab Klasse N

  1. die BNetzA als unabhängige Stelle
  2. das Intruder Monitoring der Amateurfunkverbände
  3. Beurkundung durch einen Notar oder SWL-Fachanwalt
  4. elektronische QSL-Karten oder Logbuch-Upload
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Richtig ist D: elektronische QSL-Karten oder Logbuch-Upload

Kniff: Gesucht ist, was an die Stelle der Papierkarte tritt und dasselbe leistet: dieselbe Bestätigung einer Verbindung, nur elektronisch. Die falschen Antworten holen dafür eine amtliche oder rechtliche Stelle ins Spiel. Bestätigungen zwischen Funkamateuren sind aber eine Sache der Funkamateure selbst — beteiligt sind nur die beiden Stationen des QSO.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • die BNetzA als unabhängige Stelle – Die Behörde verwaltet Rufzeichen und Zulassungen. Ob zwei Stationen miteinander gearbeitet haben, weiß sie nicht und bescheinigt sie nicht.
  • das Intruder Monitoring der Amateurfunkverbände – Das Intruder Monitoring beobachtet fremde Aussendungen in den Amateurfunkbändern. Es befasst sich mit Störern, nicht mit der Bestätigung eigener Verbindungen.
  • Beurkundung durch einen Notar oder SWL-Fachanwalt – Eine Beurkundung ist für ein QSO weder vorgesehen noch nötig; der Aufwand stünde in keinem Verhältnis zum Zweck. Ein Notar war bei der Verbindung nicht dabei und könnte sie nicht bezeugen.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

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Alle Themen: Betriebliche Kenntnisse · Lexikon

Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.