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Notfunk

Lehrgang Klasse N · Betrieb · Lektion 17 von 23

Lektion 17 von 23 · Betrieb9 Prüfungsfragen

Darum geht es

Im Katastrophenfall können Funkamateure helfen. Hier lernst du, wie Not- und Katastrophenverkehr abläuft und worauf du dabei achten musst.

Das lernst du: Notfunkverkehr und Nachrichtenverkehr bei Naturkatastrophen

Der Lernstoff

Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

Im Notfall geht die Hilfe vor — und die Vorschriften sind genau dafür gemacht: sie erlauben die Hilfe und verbieten nur die fremden Notzeichen. Ein Funkamateur darf SOS und MAYDAY also nicht verwenden, und das ist kein Widerspruch, sondern Arbeitsteilung. Diese beiden Zeichen gehören dem See- und Flugfunk. Dort hören ständig Rettungsleitstellen mit und werten jedes MAYDAY als amtlichen Notruf. Auf einer Amateurfunkfrequenz hört keine Rettungsleitstelle zu; ein MAYDAY dort erreicht niemanden, der helfen kann, und es verwässert die Bedeutung des Zeichens dort, wo es wirkt. Daraus folgt, was ein Funkamateur stattdessen tut, und es ist mehr, nicht weniger: er wird zum Boten. Er ruft einen anderen Funkamateur und bittet ihn, Polizei oder Rettungsleitstelle zu verständigen — oder er greift selbst zum Telefon. Die Hilfe kommt also über die Stelle, die dafür da ist, und der Funk überbrückt nur die Strecke, die sonst niemand überbrücken kann. Aus derselben Haltung ergibt sich das Verhalten beim Mithören: erst zuhören und mitschreiben, nicht senden. Wer sofort hineinredet, nimmt der Notmeldung die Frequenz. Meldet sich schon eine Rettungsorganisation, hält man sich vollständig heraus — auch mit gut gemeinten Angeboten zwischen zwei Durchgängen. Meldet sich niemand und man könnte helfen, dann antwortet man und alarmiert. Und nach der Alarmierung schaltet man nicht ab: man bleibt erreichbar und gibt weiter, bis Hilfe da ist, denn die Leitstelle hat sonst keinen Kontakt zur Unfallstelle. Ein praktischer Nebenpunkt: Notfunk ist international, und international wird in UTC gerechnet. Deutsche Sommerzeit ist UTC plus zwei Stunden, Winterzeit UTC plus eine.

Notzeichen außerhalbMAYDAY und SOSMAYDAY in Sprechfunk, SOS in Telegrafie.
Im Amateurfunknicht verwendenWeder SOS noch MAYDAY — dort hört keine Leitstelle mit.
StattdessenFunkamateur rufen, Leitstelle alarmierenPolizei oder Rettungsleitstelle über Telefon.
Notmeldung gehörtzuhören und notierenErst mitschreiben, nicht senden.
Rettungsorganisation antwortetnicht störenAuch nicht zwischen zwei Durchgängen.
Niemand antwortetselbst antworten und alarmierenNicht abschalten, nicht eine Stunde warten.
Nach der Alarmierungerreichbar bleibenInformationen weitergeben, bis Hilfe eingetroffen ist.
ZeitrechnungUTCMESZ ist UTC plus 2 Stunden, MEZ ist UTC plus 1 Stunde.

Merken: Kein MAYDAY, kein SOS im Amateurfunk — aber immer helfen: Bote werden, Leitstelle alarmieren, erreichbar bleiben. Zuhören kommt vor Senden. Und: MESZ ist UTC plus zwei Stunden, also wird aus 23:00 UTC bei uns 01:00 am nächsten Tag.

Zum Begriffsblatt im Lexikon →

Wer regelt was

Frequenzen sind weltweit knapp und machen an Grenzen nicht halt. Deshalb ist das Recht darüber in Ebenen gebaut, und jede Ebene regelt nur, was auf ihrer Ebene entschieden werden muss. Weltweit legt die ITU in den Radio Regulations fest, welcher Funkdienst welchen Bereich bekommt und was ein Amateurfunkdienst überhaupt ist — das muss überall gleich sein, sonst stören sich Länder gegenseitig. Europäisch empfiehlt die CEPT, wie man Zulassungen gegenseitig anerkennt. National sagt ein GESETZ das Grundsätzliche und eine VERORDNUNG die vielen Einzelheiten; ausgeführt wird beides von einer Behörde. Und die Funkamateure selbst empfehlen sich über die IARU, wo man innerhalb eines Bandes welche Betriebsart benutzt — dafür braucht es kein Gesetz, weil niemand außerhalb betroffen ist. Wer eine Frage nach der Rechtsquelle vor sich hat, sortiert deshalb zuerst nach Reichweite: geht es um alle Länder, um Europa, um Deutschland, oder nur um die Funkamateure untereinander? Damit fallen meist schon drei Antworten weg. Danach die zweite Frage: geht es um Menschen im Feld (BEMFV), um Geräte und ihre Störungen (EMVG und FuAG), oder um das Funken selbst (AFuG und AFuV)?

RR (ITU)weltweitRadio Regulations: Begriffe wie „Amateurfunkdienst“, Frequenzzuweisungen, Rufzeichen-Präfixe, Q-Gruppen.
ITU-Regionendrei1 Europa und Afrika (Deutschland), 2 Amerika (Kanada), 3 Asien und Ozeanien (Australien).
CEPTEuropa, EmpfehlungT/R 61-01 und ECC/REC/(05)06: Funken im Ausland ohne Gastzulassung. HAREC ist die Prüfungsbescheinigung dazu.
IARUVerband, keine BehördeDie Funkamateure selbst: Bandpläne, Notfunk-Aktivitätszentren. Empfehlungen, kein Gesetz.
ETSIGerätenormenTechnische Standards. Zum Amateurfunkdienst sagt ETSI nichts.
AFuGGesetzWer darf funken: Zulassung, Prüfung, Rufzeichen, Begriffe. § 3 Abs. 1 ist die Zulassung.
AFuVVerordnungDie Einzelheiten zum AFuG: Klassen, Leistungen, Bänder, Rufzeichenzusätze, Logbuch.
TKGGesetz darüberRahmen für alle Funkdienste: Frequenzordnung, Aufgaben der Bundesnetzagentur.
BEMFVVerordnungMensch im Feld: Sicherheitsabstand, Anzeige ab 10 W EIRP, Standortbescheinigung.
EMVGGesetzGerät und Störung: elektromagnetische Verträglichkeit.
BNetzABehördeFührt aus: Zulassung, Rufzeichen, Prüfung, Anzeigen, Störungsbearbeitung.
FuAGGesetzFunkanlagengesetz: was auf dem Markt bereitgestellt wird — CE und grundlegende Anforderungen.
TTDSGGesetzTelekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz: verdeckte Abhörgeräte, Herstellung und Besitz.
Frequenzzuteilungimmer nötigJede Frequenznutzung braucht eine vorherige Zuteilung. Ohne sie ist es eine Ordnungswidrigkeit nach dem TKG.

Merken: G wie Gesetz sagt Grundsätzliches, V wie Verordnung die vielen Einzelheiten. Mensch im Feld: BEMFV. Gerät und Störung: EMVG. Weltweit: RR der ITU. Ins Ausland: CEPT. Bandpläne und Notfunk: IARU — ein Verband, keine Behörde. Und was jemand tatsächlich tut, tut die Bundesnetzagentur.

Zum Begriffsblatt im Lexikon →

Eine Frage zum Ausprobieren

BF101Wie heißen die internationalen Notzeichen außerhalb des Amateurfunks?ab Klasse N

  1. Prudence und TTT
  2. Securité und Distresse
  3. Distresse und DDD
  4. Mayday und SOS
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: Mayday und SOS

Kniff: Gesucht sind die zwei Zeichen, die es wirklich gibt: eines für den Sprechfunk, eines für die Telegrafie. Prüfe jedes Paar Wort für Wort. In allen drei falschen Antworten steht mindestens ein Begriff, der die Not gar nicht meldet, sondern sie nur benennt oder zur Vorsicht mahnt.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Prudence und TTT – „Prudence“ heißt Vorsicht und ist damit ein Wort für eine Warnung, nicht für eine Notlage.
  • Securité und Distresse – „Securité“ meint Sicherheit und „Distresse“ ist bloß das Wort für die Notlage selbst, sodass die Antwort Sachgebiete anstelle der Zeichen nennt, die man tatsächlich ruft oder tastet.
  • Distresse und DDD – Wieder das Wort für die Notlage, dazu eine Buchstabenfolge — gerufen wird MAYDAY, getastet wird SOS.

Mehr dazu: Notfunk: helfen, ohne im Weg zu stehen

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Jeder Abschnitt einzeln – im Trainer als Lernrunde oder hier mit allen Lösungswegen.

Notfunkverkehr und Nachrichtenverkehr bei Naturkatastrophen

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