Viele Funkamateure schreiben ihre Verbindungen in ein Logbuch – mit Uhrzeit in UTC. Die QSL-Karte bestätigt eine Verbindung schriftlich.
Das lernst du: Stationstagebuch und QSL-Karten
Der Lernstoff
Abkürzungen im Funkbetrieb
Die Abkürzungen im Funkbetrieb sind alle aus demselben Grund entstanden: eine Funkverbindung ist schwach, kurz und oft zwischen Menschen ohne gemeinsame Sprache. Also verabredet man kurze, international gleiche Zeichen für das, was in fast jedem QSO vorkommt — wer ruft (CQ), wie gut komme ich an (RST), bestätigen wir es (QSL), machen wir Schluss (73). Aus derselben Knappheit folgt die Benimmordnung, nach der viele dieser Fragen gebaut sind. Eine Anruffrequenz ist gemeinsames Eigentum: man ruft dort und geht dann weg, sonst kann niemand anderes rufen. Wer CQ gerufen hat, hat die Frequenz zuerst benutzt, und die Nächste weicht aus. Und alles Schriftliche — Logbuch und QSL-Karte — steht in koordinierter Weltzeit, weil die Gegenstation in einer anderen Zeitzone sitzt und sonst nichts wiederfindet. Nicht Vorschriften also, sondern die Folgen einer knappen, weltweit geteilten Sache.
CQ
allgemeiner Anruf
„An alle“ — wer mag, antwortet. Immer mit dem eigenen Rufzeichen.
DX
große Entfernung
Weite Verbindung, seltenes Land.
RST
Rapport
Readability, Strength, Tone: Lesbarkeit 1 bis 5, Stärke 1 bis 9, Ton 1 bis 9.
„QSL via ...“ — die Karte geht an den Manager, nicht an die Station.
Callbook
internationale Rufzeichenliste
Dort stehen die Anschriften ausländischer Funkamateure.
UTC
koordinierte Weltzeit
MEZ minus 1 Stunde, MESZ minus 2 Stunden. Im Log und auf der Karte immer UTC.
Split
getrennte Frequenzen
Senden und Empfangen auf verschiedenen Frequenzen.
Pile-Up
Anrufertraube
Viele rufen gleichzeitig eine seltene Station.
Listenbetrieb
über einen Vermittler
Eine gut hörbare Station sammelt die Anrufer in eine Liste und ruft sie später auf.
Merken: Ein QSO fängt mit CQ an und hört mit 73 auf. Die Uhrzeit ist immer UTC — im Winter MEZ minus eins, im Sommer MESZ minus zwei. Und wer „QSL via“ hört, schickt die Karte an den Manager, nicht an die Station.
Das Logbuch ist das Stationstagebuch — wer wann auf welcher Frequenz mit wem gearbeitet hat. In Deutschland führt es der Funkamateur FREIWILLIG; eine allgemeine Pflicht gibt es nicht. Die Bundesnetzagentur kann die Führung aber im Einzelfall anordnen, etwa nach Störungen, damit nachprüfbar ist, was gesendet wurde. Genau in dieser Anordnung steckt der Sinn aller Logbuchfragen: ein angeordnetes Logbuch ist ein Nachweis, und ein Nachweis, den man nicht mehr lesen kann, ist keiner. Daraus folgt alles Weitere ganz mechanisch. Ob Papier oder Computer ist gleichgültig — verlangt wird, dass die Daten über eine bestimmte Zeit EINSEHBAR bleiben. Nicht, dass sie in einem bestimmten Programm liegen, nicht, dass ein Ausdruck bereitliegt, nicht, dass zusätzlich Papier geführt wird. Und deshalb ist der Wechsel der Logbuchsoftware die eigentliche Gefahr: das neue Programm liest die alten Dateien vielleicht nicht. Wer beim Wechsel die alten Daten verliert, hat seine Aufzeichnungspflicht verletzt, auch wenn er lückenlos weitergeführt hat. Also: alte Daten mitnehmen oder lesbar aufbewahren — das alte Programm zu löschen ist keine Lösung, und die Bitbreite des Betriebssystems ist kein Kriterium.
Was es ist
Stationstagebuch
Nicht die Geräteliste, nicht der Nachweis der Sicherheitsabstände.
Pflicht
freiwillig
In besonderen Fällen angeordnet — dann muss geführt werden.
Wer ordnet an
die Bundesnetzagentur
Im Einzelfall, etwa nach Störungen.
Computer-Logbuch
Daten müssen einsehbar bleiben
Über eine bestimmte Zeit, wie beim Papierlogbuch.
Kein Ausdruckzwang
Papier ist nicht verlangt
Auch kein zusätzliches Papierlogbuch.
Softwarewechsel
alte Daten verfügbar halten
Für spätere Überprüfungen der Betriebsdaten.
Merken: Freiwillig — außer wenn angeordnet. Und wenn angeordnet, zählt nur eines: die Daten müssen über die vorgesehene Zeit lesbar bleiben. Deshalb beim Wechsel des Programms die alten Einträge mitnehmen, nicht löschen.
BG101Was verstehen Funkamateure unter einem Logbuch?ab Klasse N
Es ist das Stationstagebuch, das ein Funkamateur freiwillig führt oder in besonderen Fällen führen muss.
Es ist die Dokumentation aller Geräte und Antennen des Funkamateurs.
Es ist die Dokumentation über die Einhaltung der Sicherheitsabstände bezüglich des Personenschutzes.
Es ist das Stationstagebuch, das jeder Funkamateur führen muss.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist A: Es ist das Stationstagebuch, das ein Funkamateur freiwillig führt oder in besonderen Fällen führen muss.
Kniff: Zwei Antworten beschreiben ganz andere Unterlagen, nämlich eine Geräteliste und den Nachweis der Sicherheitsabstände. Die beiden übrigen nennen beide das Stationstagebuch und unterscheiden sich nur im Nachsatz. Lies also bis zum Satzende und achte auf „muss jeder“ gegen „freiwillig oder in besonderen Fällen“.
Warum die anderen nicht stimmen:
Es ist das Stationstagebuch, das jeder Funkamateur führen muss. – Trifft den Gegenstand, aber nicht die Pflichtlage: aus dem Einzelfall wird hier eine allgemeine Pflicht für alle.
Es ist die Dokumentation aller Geräte und Antennen des Funkamateurs. – Verwechselt das Tagebuch der Verbindungen mit einem Inventar; im Logbuch stehen Verbindungen, nicht Geräte.
Es ist die Dokumentation über die Einhaltung der Sicherheitsabstände bezüglich des Personenschutzes. – Meint die Unterlagen zum Personenschutz; das ist eine eigene Dokumentation und kein Stationstagebuch.