Abschnitt 4.11.2 · Elektromagnetische Verträglichkeit, Anwendung, Personen- und Sachschutz · Technische Kenntnisse Klasse E. 11 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 11 Prüfungsfragen zum Thema Sicherheit (Kapitel „Elektromagnetische Verträglichkeit, Anwendung, Personen- und Sachschutz“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
An einer Funkstelle sind drei Gefahren zu unterscheiden, und jede verlangt ihre eigene Vorkehrung. Wer nur an eine denkt, ist bei den anderen ungeschützt.
Die erste ist das FELD einer sendenden Antenne. An einer Antenne im Sendebetrieb stehen hochfrequente Spannungen, und diese verursachen beim Berühren Verletzungen und Verbrennungen. Eine Antenne im Sendebetrieb wird deshalb nicht berührt, und im direkten Strahlengang von Sendeantennen hält man sich nicht auf; bei Mikrowellen ist genau das die verlangte Vorkehrung. Hier steckt eine gefährliche Verwechslung: eine ordnungsgemäße Verbindung zur Erde oder zu einem Blitzschutzsystem macht eine sendende Antenne NICHT berührbar, und auf den Skin-Effekt ist kein Verlass. Kopfbedeckung aus Abschirmfolie und „EMV-Schutzkleidung“ sind kein Schutz. Schutz bieten nur der Abstand und ein Sender, der nicht sendet.
Die zweite ist die gespeicherte ENERGIE. Ein Gerät vom Netz zu trennen nimmt ihm die Zufuhr, nicht den Inhalt: Kondensatoren im Netzteil können weiter geladen sein, und beim Öffnen droht daher ein elektrischer Schlag. Genau darum ist „vom Netz getrennt“ nicht dasselbe wie „gefahrlos“; Arbeiten im geöffneten Gerät gehören in fachkundige Hände. Zur Instandsetzung gehört auch, dass eine Sicherung nur durch eine gleichen Stromwertes und gleicher Auslösecharakteristik ersetzt wird; beides muss ÜBEREINSTIMMEN. Ein höherer Stromwert, eine trägere Charakteristik oder gar eine Drahtbrücke heben den Schutz auf, den die Sicherung leisten soll.
Die dritte ist die Aufladung und das POTENTIAL. Eine ungeerdete Drahtantenne lädt sich bereits durch Regen oder Hagel elektrisch auf, ganz ohne Sendebetrieb. Dagegen helfen hochohmige Ableitwiderstände zwischen den Anschlüssen an der Antenne und dem Erdanschluss der Amateurfunkstelle: hochohmig, weil die Ladung abfließen soll, ohne die Funktion der Anlage zu beeinträchtigen — niederohmig wäre für die Hochfrequenz ein Kurzschluss. Und weil ein Potentialunterschied nur dort entsteht, wo zwei Teile nicht miteinander verbunden sind, folgt für den Personenschutz: die Schirme aller Antennenkoaxialkabel müssen miteinander und mit der Haupterdungsschiene verbunden sein. Für die Antennenerdung kann dabei jede Gebäudeerdungsanlage verwendet werden. Beim Blitzschutz endet die eigene Zuständigkeit: das Standrohr wird mit dem gebäudeeigenen Blitzschutzsystem nur dann verbunden, wenn eine Blitzschutz-Fachkraft dies im Blitzschutzkonzept vorsieht.
Feld einer Sendeantenne
Strahlengang meiden
Aufenthalt im direkten Strahlengang vermeiden, besonders bei Mikrowellen. Schutzkleidung und Abschirmfolie sind kein Schutz.
Antenne im Sendebetrieb
nicht berühren
Hochfrequente Spannungen verursachen Verletzungen und Verbrennungen.
Kein Schutz beim Berühren
Erdung und Skin-Effekt
Eine Verbindung zur Erde oder zum Blitzschutz macht eine sendende Antenne nicht berührbar.
Vom Netz getrenntes Gerät
Kondensatoren können geladen sein
Elektrischer Schlag aus dem Netzteil, obwohl der Stecker gezogen ist.
Sicherung ersetzen
gleicher Stromwert, gleiche Charakteristik
Kein höherer Wert, keine trägere Auslösecharakteristik, keine Drahtbrücke.
Adernfarben
grüngelb, braun, blau
In der Reihenfolge Schutzleiter, Außenleiter, Neutralleiter.
Ungeerdete Drahtantenne
lädt sich elektrisch auf
Bereits Regen oder Hagel genügt; das geschieht unabhängig vom Sendebetrieb.
Abhilfe gegen Aufladung
hochohmige Ableitwiderstände
Zwischen den Anschlüssen an der Antenne und dem Erdanschluss der Amateurfunkstelle. Niederohmig wäre ein Kurzschluss für die HF.
Personenschutz bei Koaxialkabeln
alle Schirme verbinden
Miteinander und mit der Haupterdungsschiene, damit keine Spannungsunterschiede entstehen.
Antennenerdung
jede Gebäudeerdungsanlage verwendbar
Keine eigene Anlage je Antenne, keine Abnahme durch die Bundesnetzagentur nötig.
Erdungsleitung nach VDE 0855-300
Einzelmassivdraht
Kupfer 16 Quadratmillimeter, Aluminium 25 Quadratmillimeter oder Stahl 50 Quadratmillimeter.
Standrohr an den Gebäudeblitzschutz
nur nach Blitzschutzkonzept
Wenn eine Blitzschutz-Fachkraft diese Verbindung im Konzept vorsieht.
Merken: Drei Gefahren, getrennt zu behandeln: das Feld, die gespeicherte Energie, die Aufladung. Im direkten Strahlengang von Sendeantennen hältst du dich nicht auf, und eine Antenne im Sendebetrieb berührst du nicht, denn hochfrequente Spannungen verursachen Verletzungen und Verbrennungen. Vom Netz getrennt heißt nicht gefahrlos: die Kondensatoren im Netzteil können noch geladen sein. Gegen die Aufladung ungeerdeter Drahtantennen helfen hochohmige Ableitwiderstände, und die Schirme aller Antennenkoaxialkabel müssen miteinander und mit der Haupterdungsschiene verbunden sein. Sicherungen nur mit gleichem Stromwert und gleicher Auslösecharakteristik ersetzen, und an den Gebäudeblitzschutz nur das, was eine Blitzschutz-Fachkraft im Konzept vorsieht.
EK201Was ist aus Sicherheitsgründen besonders beim Umgang mit Mikrowellen zu beachten?ab Klasse E
Der Duty-Cycle des Senders sollte 50 % nicht überschreiten.
Es ist eine Kopfbedeckung aus Abschirmfolie (z. B. aus Aluminium) zu tragen.
Ein Aufenthalt im direkten Strahlengang von Sendeantennen ist zu vermeiden.
Zur Einhaltung des Personenschutzes muss EMV-Schutzkleidung getragen werden.
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Richtig ist C: Ein Aufenthalt im direkten Strahlengang von Sendeantennen ist zu vermeiden.
Kniff: Gesucht ist die Vorkehrung, die wirklich schützt, und das ist der Abstand: nicht in den Strahlengang. Drei Antworten verlegen den Schutz an den Körper der Person oder in eine Einstellung am Sender — prüfe jede daran, ob sie die Person aus dem Feld herausbringt. Abschirmfolie und „EMV-Schutzkleidung“ tun das nicht, und ein Duty-Cycle sagt nichts darüber, wo jemand steht.
Warum die anderen nicht stimmen:
Der Duty-Cycle des Senders sollte 50 % nicht überschreiten. – Der Duty-Cycle beschreibt die zeitliche Auslastung des Senders und nicht den Ort von Personen; auch mit halber Sendezeit steht man im Strahlengang, und eine Grenze von 50 % als Schutzmaßnahme gibt es hier nicht.
Es ist eine Kopfbedeckung aus Abschirmfolie (z. B. aus Aluminium) zu tragen. – Eine Folie am Kopf ist kein Schutz: sie deckt allenfalls eine Stelle ab, während der übrige Körper im Feld bleibt, und sie verleitet dazu, den einzigen wirksamen Schutz aufzugeben — den Abstand.
Zur Einhaltung des Personenschutzes muss EMV-Schutzkleidung getragen werden. – „EMV-Schutzkleidung“ gehört nicht zu den Mitteln des Personenschutzes; die Grenzwerte werden durch Abstand und Betriebsweise eingehalten, nicht durch etwas, das man anzieht.
EK202Welche möglichen Gefahren bestehen beim Berühren von im Sendebetrieb befindlichen Antennen?ab Klasse E
Verletzungen und Verbrennungen durch hochfrequente Spannungen.
Stromschlag durch die Gleichspannungsversorgung der Sender-Endstufe, die direkt am Antennenausgang anliegt.
Keine, sofern die Antenne ordnungsgemäß über ein Blitzschutzsystem mit Erde verbunden ist.
Keine, da durch den „Skin-Effekt“ ein Stromfluss durch den menschlichen Körper verhindert wird.
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Richtig ist A: Verletzungen und Verbrennungen durch hochfrequente Spannungen.
Kniff: Gefragt ist die Wirkung hochfrequenter Spannungen auf der Haut: Verletzungen und Verbrennungen. Zwei Antworten beginnen mit „Keine“ und liefern dafür Begründungen, die technisch klingen — Erdung und Skin-Effekt; sie sind die eigentliche Gefahr dieser Frage, denn wer ihnen glaubt, greift zu. Eine Antenne im Sendebetrieb wird nicht berührt, gleich wie gut sie geerdet ist.
Warum die anderen nicht stimmen:
Stromschlag durch die Gleichspannungsversorgung der Sender-Endstufe, die direkt am Antennenausgang anliegt. – Das verlegt die Gefahr in die Gleichspannungsversorgung; am Antennenausgang liegt die Betriebsspannung der Endstufe nicht an, gefährlich ist die hochfrequente Spannung auf der Antenne selbst.
Keine, sofern die Antenne ordnungsgemäß über ein Blitzschutzsystem mit Erde verbunden ist. – Die Erdung wirkt gegen Blitz und statische Aufladung, nicht gegen die Hochfrequenz, die der Sender gerade einspeist — eine ordnungsgemäß geerdete Antenne im Sendebetrieb ist genauso wenig berührbar. Gefährlich ist diese Antwort, weil sie eine sinnvolle Maßnahme als Freigabe zum Anfassen ausgibt.
Keine, da durch den „Skin-Effekt“ ein Stromfluss durch den menschlichen Körper verhindert wird. – Der Skin-Effekt beschreibt, dass hochfrequenter Strom vorwiegend an der Oberfläche eines Leiters fließt; er verhindert keinen Stromfluss und schützt den Körper nicht, Verbrennungen entstehen gerade an der Berührstelle.
EK203Mit welchen Gefahren muss beim Öffnen eines vom Netz getrennten Funk- oder anderen elektrisch betriebenen Gerätes gerechnet werden?ab Klasse E
In der Ladedrossel eines Schaltnetzteiles können Spannungen gespeichert sein, die deutlich höher sind als die angelegte Versorgungsspannung.
Elektrischer Schlag durch Ladungen im Netztransformator.
Elektrischer Schlag durch aufgeladene Kondensatoren im Netzteil.
Keine Gefahr, da das Gerät vorher von der Stromversorgung getrennt worden ist.
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Richtig ist C: Elektrischer Schlag durch aufgeladene Kondensatoren im Netzteil.
Kniff: „Vom Netz getrennt“ nimmt dem Gerät die Zufuhr, nicht seinen Inhalt — gesucht ist das Bauteil, das Ladung hält, und das ist der Kondensator im Netzteil. Prüfe die anderen Antworten daran, ob das genannte Bauteil Energie überhaupt dauerhaft speichern kann; eine Wicklung tut das nicht. Der gezogene Stecker ist kein Nachweis, dass das Gerät spannungsfrei ist.
Warum die anderen nicht stimmen:
In der Ladedrossel eines Schaltnetzteiles können Spannungen gespeichert sein, die deutlich höher sind als die angelegte Versorgungsspannung. – Eine Drossel speichert Energie nur, solange Strom fließt; die hohen Spannungen, die an ihr auftreten, entstehen im Betrieb beim Abschalten des Stroms und stehen nicht als Vorrat im getrennten Gerät. Die Antwort klingt richtig, weil es Induktionsspannungen wirklich gibt — nur nicht als Ladung, die wartet.
Elektrischer Schlag durch Ladungen im Netztransformator. – Ein Transformator ist eine Wicklung und kein Ladungsspeicher: in der Wicklung selbst bleibt keine Ladung zurück. Spannung kann an ihr aber sehr wohl stehen, nämlich vom geladenen Kondensator dahinter — gefährlich ist also der Kondensator, nicht der Trafo.
Keine Gefahr, da das Gerät vorher von der Stromversorgung getrennt worden ist. – Das ist genau der Trugschluss, den die Frage prüft: getrennt heißt nur, dass keine Energie mehr nachkommt — die in den Kondensatoren gespeicherte Ladung ist noch da und kann einen elektrischen Schlag verursachen.
EK204Sie haben in ihren Kurzwellensender soeben einen Kurzschluss im Netzteil erfolgreich repariert. Durch den Fehler wurde auch die Feinsicherung für die Stromversorgung mit der Aufschrift 20 A „Flink“ zerstört. Beim Austausch dieser Sicherung ...ab Klasse E
darf der Stromwert auch größer als 20 A sein, es muß jedoch eine Sicherung mit Auslösecharakteristik „Flink“ eingesetzt werden.
sollte eine Sicherung gleichen Stromwertes und gleicher Auslösecharakteristik eingesetzt werden.
kann ersatzweise auch eine Drahtbrücke aus dünnem Kupferdraht eingesetzt werden.
darf bei gleichem Stromwert auch eine Sicherung mit Auslösecharakteristik „Mittelträge“ oder „Träge“ eingesetzt werden.
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Richtig ist B: sollte eine Sicherung gleichen Stromwertes und gleicher Auslösecharakteristik eingesetzt werden.
Kniff: Auf der Sicherung stehen zwei Angaben, 20 A und „Flink“, und beide müssen übereinstimmen; jede falsche Antwort lässt genau eine davon abweichen. Prüfe deshalb Stromwert und Auslösecharakteristik getrennt. Die Sicherung verhindert den Fehler nicht, sie begrenzt den Schaden, wenn er wiederkommt — und jede Abweichung nach oben oder nach träger nimmt ihr genau das.
Warum die anderen nicht stimmen:
darf der Stromwert auch größer als 20 A sein, es muß jedoch eine Sicherung mit Auslösecharakteristik „Flink“ eingesetzt werden. – Nur die Charakteristik stimmt: ein höherer Stromwert lässt im Fehlerfall mehr Strom fließen, als Leitungen und Bauteile vertragen, und die Sicherung schaltet zu spät oder gar nicht ab — das ist Brandgefahr statt Schutz.
kann ersatzweise auch eine Drahtbrücke aus dünnem Kupferdraht eingesetzt werden. – Eine Drahtbrücke hat keinen festgelegten Auslösewert; sie schmilzt zu spät oder nie und lässt beim nächsten Kurzschluss den Strom ungehindert fließen. Das ist keine Sicherung, sondern ihre Überbrückung, und damit die gefährlichste der vier Antworten.
darf bei gleichem Stromwert auch eine Sicherung mit Auslösecharakteristik „Mittelträge“ oder „Träge“ eingesetzt werden. – Der Stromwert stimmt, die Charakteristik nicht: träger heißt, der Überstrom darf länger fließen, und diese Zeit genügt, um Halbleiter im Netzteil zu zerstören oder eine Leitung zu erhitzen. „Flink“ steht auf dem Bauteil, weil hier schnell abgeschaltet werden muss.
EK205Wählen Sie die normgerechten Adernkennfarben von 3-adrigen, isolierten Energieleitungen und -kabeln in der Reihenfolge: Schutzleiter, Außenleiter, Neutralleiter!ab Klasse E
grüngelb, braun, blau
braun, grüngelb, blau
grau, schwarz, rot
grüngelb, blau, braun oder schwarz
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Richtig ist A: grüngelb, braun, blau
Kniff: Lies die Reihenfolge in der Frage mit — Schutzleiter, Außenleiter, Neutralleiter —, denn zwei Antworten nennen richtige Farben in falscher Zuordnung. Grüngelb ist allein dem Schutzleiter vorbehalten und steht deshalb vorn, dann folgt braun für den Außenleiter und blau für den Neutralleiter.
Warum die anderen nicht stimmen:
braun, grüngelb, blau – Die Farben sind richtig, Schutzleiter und Außenleiter aber vertauscht; grüngelb darf nie ein Außenleiter sein, sonst führt eine Ader Spannung, die jeder für den Schutzleiter hält.
grau, schwarz, rot – Diese Zusammenstellung gehört nicht in die verlangte Zuordnung; vor allem fehlt grüngelb, das für den Schutzleiter reserviert ist und für keine andere Aufgabe verwendet werden darf.
grüngelb, blau, braun oder schwarz – Der Schutzleiter stimmt, danach sind Außenleiter und Neutralleiter vertauscht: blau ist der Neutralleiter, braun der Außenleiter. Der Zusatz „oder schwarz“ soll die Antwort plausibel machen, gefragt ist aber die Reihenfolge — und die kippt schon an der zweiten Stelle.
EK206Auf welchen besonderen Sicherheitsaspekt ist speziell bei ungeerdeten Drahtantennen zu achten?ab Klasse E
Bereits durch Regen oder Hagel kann es zu elektrischen Aufladungen der Antenne kommen.
Durch die fehlende Erdung und den Strombauch im Speisepunkt kann der Mittenisolator zu stark erhitzt werden und durchschmelzen.
Bei Sonnenstürmen entstehen elektrische Aufladungen, die hohe Spannungen erzeugen können.
Durch die Sendeleistung entstehen hohe Spannungen gegen Erde, die eine dickere Isolierung des Antennendrahtes erfordern.
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Richtig ist A: Bereits durch Regen oder Hagel kann es zu elektrischen Aufladungen der Antenne kommen.
Kniff: Gefragt ist, was ohne Sendebetrieb geschieht: eine ungeerdete Drahtantenne sammelt Ladung, und dafür genügt schon Regen oder Hagel. Die falschen Antworten binden die Gefahr an die Sendeleistung oder an ein seltenes Ereignis — prüfe, ob die genannte Ursache alltäglich ist. Wetter ist es, ein Sonnensturm nicht.
Warum die anderen nicht stimmen:
Durch die fehlende Erdung und den Strombauch im Speisepunkt kann der Mittenisolator zu stark erhitzt werden und durchschmelzen. – Hier werden Begriffe der Speisung in eine Frage nach der Aufladung gemischt: ob im Speisepunkt ein Strombauch liegt, hängt von der Antennenform ab und nicht von der Erdung, und der Mittenisolator ist kein Thema des Personenschutzes.
Bei Sonnenstürmen entstehen elektrische Aufladungen, die hohe Spannungen erzeugen können. – Ein Sonnensturm ist ein seltenes Ereignis und taugt nicht als besonderer Sicherheitsaspekt einer Drahtantenne; die Aufladung kommt schon mit dem nächsten Regenschauer, also viel häufiger und unabhängig von der Sonne.
Durch die Sendeleistung entstehen hohe Spannungen gegen Erde, die eine dickere Isolierung des Antennendrahtes erfordern. – Diese Antwort gehört zum Sendebetrieb, gefragt ist aber ein Aspekt, der ohne Senden auftritt; gegen die Aufladung durch Regen und Hagel hilft keine dickere Isolierung, sondern ein Weg, auf dem die Ladung nach Erde abfließen kann.
EK207Wie lassen sich elektrostatische Aufladungen, die insbesondere bei ungeerdeten Drahtantennen auftreten können, wirkungsvoll vermeiden, ohne die Funktion der Funkanlage zu beeinträchtigen?ab Klasse E
Durch hochohmige Ableitwiderstände zwischen den Anschlüssen an der Antenne und dem Erdanschluss der Amateurfunkstelle.
Durch niederohmige Ableitwiderstände zwischen den Anschlüssen an der Antenne und dem Erdanschluss der Amateurfunkstelle.
Mit Hilfe der Abblockkondensatoren in einem zwischengeschalteten Stehwellenmessgerät.
Das Einschleifen eines Anpassgerätes zwischen Transceiver und Antenne neutralisiert die Aufladungen.
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Richtig ist A: Durch hochohmige Ableitwiderstände zwischen den Anschlüssen an der Antenne und dem Erdanschluss der Amateurfunkstelle.
Kniff: Der Nebensatz „ohne die Funktion der Funkanlage zu beeinträchtigen“ entscheidet: der Widerstand muss die Ladung abfließen lassen und darf die Hochfrequenz nicht kurzschließen, also hochohmig. Achte auf dieses eine Wort — es ist der ganze Unterschied zur ersten falschen Antwort. Die übrigen Antworten nennen Bauteile, die gar keinen Weg für die Ladung nach Erde schaffen.
Warum die anderen nicht stimmen:
Durch niederohmige Ableitwiderstände zwischen den Anschlüssen an der Antenne und dem Erdanschluss der Amateurfunkstelle. – Bis auf ein Wort dieselbe Antwort: niederohmig führt die Ladung zwar ab, käme für die Hochfrequenz aber einem Kurzschluss nach Erde gleich und beeinträchtigt genau die Funktion, die die Frage ausnimmt.
Mit Hilfe der Abblockkondensatoren in einem zwischengeschalteten Stehwellenmessgerät. – Ein Kondensator sperrt den Gleichstrom, also fließt die statische Ladung über ihn nicht ab; sie bleibt stehen, bis sie sich irgendwo als Überschlag entlädt. Außerdem ist ein Messgerät kein Schutzbauteil und liegt nicht dauernd in der Leitung.
Das Einschleifen eines Anpassgerätes zwischen Transceiver und Antenne neutralisiert die Aufladungen. – Ein Anpassgerät transformiert Impedanzen und „neutralisiert“ keine Ladung; ob sie nach Erde abfließen kann, entscheidet allein ein leitender Weg dorthin, und den stellt das Einschleifen eines Anpassgerätes nicht sicher.
EK208Welche Maßnahmen müssen zum Personenschutz bei Koaxialkabeln zur Verhinderung von Spannungsunterschieden ergriffen werden?ab Klasse E
Die Koaxialkabel müssen ein Schirmungsmaß von mindestens 40 dB aufweisen.
Für alle Koaxialkabel von Antennen sind Überspannungsableiter vorzusehen.
Neben der Erdung des Antennenmastes sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich.
Die Schirme aller Koaxialkabel von Antennen müssen miteinander und mit der Haupterdungsschiene verbunden werden.
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Richtig ist D: Die Schirme aller Koaxialkabel von Antennen müssen miteinander und mit der Haupterdungsschiene verbunden werden.
Kniff: Die Frage nennt ihr Ziel selbst: Spannungsunterschiede verhindern. Ein Unterschied kann nur zwischen Teilen entstehen, die nicht miteinander verbunden sind — also alle Schirme untereinander und mit der Haupterdungsschiene verbinden. Prüfe die anderen Antworten daran, ob sie eine solche Verbindung herstellen oder etwas ganz anderes leisten.
Warum die anderen nicht stimmen:
Die Koaxialkabel müssen ein Schirmungsmaß von mindestens 40 dB aufweisen. – Das Schirmungsmaß ist eine Größe der elektromagnetischen Verträglichkeit und beschreibt, wie dicht ein Kabel gegen Ein- und Abstrahlung ist; ein Potentialunterschied zwischen zwei Schirmen wird davon nicht kleiner.
Für alle Koaxialkabel von Antennen sind Überspannungsableiter vorzusehen. – Ein Überspannungsableiter spricht erst bei hohen Spannungen an, etwa bei Blitzeinwirkung; gefragt ist der dauernde Potentialausgleich, und den leistet nur eine feste Verbindung.
Neben der Erdung des Antennenmastes sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. – Der geerdete Mast sagt nichts über die Schirme der einzelnen Kabel: bleiben die untereinander unverbunden, kann zwischen ihnen — und damit an den Geräten, die man in der Hand hat — eine Spannung auftreten.
EK209Unter welchen Bedingungen darf eine Gebäudeerdungsanlage für die Antennenerdung verwendet werden?ab Klasse E
Wenn die Gebäudeerdung vom Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur abgenommen wurde.
Für jede Antenne muss eine separate Erdungsanlage unabhängig von der Gebäudeerdungsanlage aufgebaut werden.
Die Antennenanlage darf nicht über die von der Gebäudeerdungsanlage eingeschlossenen Fläche hinausragen.
Jede Gebäudeerdungsanlage kann verwendet werden.
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Richtig ist D: Jede Gebäudeerdungsanlage kann verwendet werden.
Kniff: Die richtige Antwort ist die einzige ohne Bedingung, und daran erkennst du sie: jede andere baut eine Hürde ein, die es nicht gibt — eine behördliche Abnahme, eine eigene Anlage je Antenne, eine Grenze der eingeschlossenen Fläche. Für die Antennenerdung ist jede Gebäudeerdungsanlage verwendbar.
Warum die anderen nicht stimmen:
Wenn die Gebäudeerdung vom Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur abgenommen wurde. – Der Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur befasst sich mit Funkstörungen und Messungen, er nimmt keine Erdungsanlagen ab; die richten sich nach den elektrotechnischen Normen.
Für jede Antenne muss eine separate Erdungsanlage unabhängig von der Gebäudeerdungsanlage aufgebaut werden. – Eine eigene Anlage je Antenne ist nicht gefordert und liefe dem Ziel zuwider: zwei unverbundene Erder können gegeneinander Spannung führen, während die gemeinsame Anlage alles auf dasselbe Potential legt.
Die Antennenanlage darf nicht über die von der Gebäudeerdungsanlage eingeschlossenen Fläche hinausragen. – Eine solche Bedingung an den Grundriss gibt es nicht; ob ein Antennenteil über die Gebäudefläche hinausragt, ändert an der Verwendbarkeit der Gebäudeerdungsanlage nichts.
EK210Welches Material und welcher Mindestquerschnitt kann für eine Erdungsleitung zwischen einem Antennenstandrohr und einer Erdungsanlage nach VDE 0855-300 beispielsweise verwendet werden?ab Klasse E
Ein- oder mehrdrähtiger - aber nicht feindrähtiger - Leiter aus Kupfer (10 mm²) oder Aluminium (16 mm²).
Einzelmassivdraht aus Kupfer (16 mm²), Aluminium (25 mm²) oder Stahl (50 mm²).
Einzelmassivdraht aus Kupfer (16 mm²), Aluminium (25 mm²) oder Stahl (25 mm²).
Ein- oder mehrdrähtiger - aber nicht feindrähtiger - Leiter aus Kupfer (4 mm²) oder Aluminium (10 mm²).
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Richtig ist B: Einzelmassivdraht aus Kupfer (16 mm²), Aluminium (25 mm²) oder Stahl (50 mm²).
Kniff: Vergleiche die Antworten Wort für Wort: nur eine nennt den Einzelmassivdraht und dazu Kupfer 16 mm², Aluminium 25 mm², Stahl 50 mm². Je schlechter ein Material leitet, desto größer muss der Querschnitt sein — Stahl braucht deshalb den höchsten Wert. Zwei Antworten drücken alle Querschnitte nach unten, eine ändert nur den Wert für Stahl.
Warum die anderen nicht stimmen:
Ein- oder mehrdrähtiger - aber nicht feindrähtiger - Leiter aus Kupfer (10 mm²) oder Aluminium (16 mm²). – Beide Querschnitte liegen unter den geforderten 16 mm² Kupfer und 25 mm² Aluminium, und verlangt ist hier der Einzelmassivdraht; eine Erdungsleitung muss den Strom aushalten, ohne sich abzutrennen.
Einzelmassivdraht aus Kupfer (16 mm²), Aluminium (25 mm²) oder Stahl (25 mm²). – Nur eine Zahl ist verändert: Stahl mit 25 mm² statt 50 mm². Stahl leitet schlechter als Kupfer und Aluminium und braucht deshalb den größten Querschnitt, nicht denselben wie Aluminium.
Ein- oder mehrdrähtiger - aber nicht feindrähtiger - Leiter aus Kupfer (4 mm²) oder Aluminium (10 mm²). – Hier sind die Querschnitte noch weiter verkleinert und liegen weit unter der Norm; 4 mm² sind ein Maß aus der Hausinstallation und für die Erdungsleitung eines Antennenstandrohres nicht vorgesehen.
EK211Unter welchen Bedingungen darf das Standrohr einer Amateurfunkantenne auf einem Gebäude mit dem gebäudeeigenen Blitzschutzsystem verbunden werden?ab Klasse E
Wenn für die Verbindungsleitung ein Kupferleiter mit ausreichend großem Querschnitt verwendet wird.
Wenn eine Blitzschutz-Fachkraft die Verbindung des Standrohres der Amateurfunkantenne mit dem Blitzschutzsystem im Blitzschutzkonzept vorsieht.
Nach den geltenden Vorschriften muss das Standrohr der Amateurfunkantenne mit einem Gebäudeblitzschutzsystem verbunden werden.
Nach den geltenden Vorschriften muss immer ein getrenntes Blitzschutzsystem für die Amateurfunkantenne aufgebaut werden.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist B: Wenn eine Blitzschutz-Fachkraft die Verbindung des Standrohres der Amateurfunkantenne mit dem Blitzschutzsystem im Blitzschutzkonzept vorsieht.
Kniff: Der Blitzschutz eines Gebäudes ist ein Gesamtkonzept, und nur eine Blitzschutz-Fachkraft entscheidet, ob das Standrohr darin aufgenommen wird — das ist keine Selbstbau-Aufgabe. Zwei Antworten machen aus der Erlaubnis eine allgemeine Pflicht, eine macht sie zur Materialfrage. Ohne Eintrag im Blitzschutzkonzept wird an ein vorhandenes Blitzschutzsystem nichts angeschlossen.
Warum die anderen nicht stimmen:
Wenn für die Verbindungsleitung ein Kupferleiter mit ausreichend großem Querschnitt verwendet wird. – Der Querschnitt ist eine Frage der Ausführung und entscheidet nicht, ob die Verbindung überhaupt vorgesehen ist; eigenmächtig hergestellt kann sie Blitzstrom ins Gebäude führen, auch mit dickem Kupfer.
Nach den geltenden Vorschriften muss das Standrohr der Amateurfunkantenne mit einem Gebäudeblitzschutzsystem verbunden werden. – Aus einer Erlaubnis unter Bedingung wird hier eine allgemeine Pflicht; ob verbunden oder getrennt geführt wird, legt das Blitzschutzkonzept fest, und eine ungeplante Verbindung kann den vorhandenen Blitzschutz unwirksam machen.
Nach den geltenden Vorschriften muss immer ein getrenntes Blitzschutzsystem für die Amateurfunkantenne aufgebaut werden. – Das ist die entgegengesetzte Pflicht und ebenso falsch: ein eigenes, getrenntes System ist nicht vorgeschrieben. Auch diese Entscheidung fällt im Blitzschutzkonzept und nicht am Mast.
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.