| Feld einer Sendeantenne | Strahlengang meiden | Aufenthalt im direkten Strahlengang vermeiden, besonders bei Mikrowellen. Schutzkleidung und Abschirmfolie sind kein Schutz. |
| Antenne im Sendebetrieb | nicht berühren | Hochfrequente Spannungen verursachen Verletzungen und Verbrennungen. |
| Kein Schutz beim Berühren | Erdung und Skin-Effekt | Eine Verbindung zur Erde oder zum Blitzschutz macht eine sendende Antenne nicht berührbar. |
| Vom Netz getrenntes Gerät | Kondensatoren können geladen sein | Elektrischer Schlag aus dem Netzteil, obwohl der Stecker gezogen ist. |
| Sicherung ersetzen | gleicher Stromwert, gleiche Charakteristik | Kein höherer Wert, keine trägere Auslösecharakteristik, keine Drahtbrücke. |
| Adernfarben | grüngelb, braun, blau | In der Reihenfolge Schutzleiter, Außenleiter, Neutralleiter. |
| Ungeerdete Drahtantenne | lädt sich elektrisch auf | Bereits Regen oder Hagel genügt; das geschieht unabhängig vom Sendebetrieb. |
| Abhilfe gegen Aufladung | hochohmige Ableitwiderstände | Zwischen den Anschlüssen an der Antenne und dem Erdanschluss der Amateurfunkstelle. Niederohmig wäre ein Kurzschluss für die HF. |
| Personenschutz bei Koaxialkabeln | alle Schirme verbinden | Miteinander und mit der Haupterdungsschiene, damit keine Spannungsunterschiede entstehen. |
| Antennenerdung | jede Gebäudeerdungsanlage verwendbar | Keine eigene Anlage je Antenne, keine Abnahme durch die Bundesnetzagentur nötig. |
| Erdungsleitung nach VDE 0855-300 | Einzelmassivdraht | Kupfer 16 Quadratmillimeter, Aluminium 25 Quadratmillimeter oder Stahl 50 Quadratmillimeter. |
| Standrohr an den Gebäudeblitzschutz | nur nach Blitzschutzkonzept | Wenn eine Blitzschutz-Fachkraft diese Verbindung im Konzept vorsieht. |
Merken: Drei Gefahren, getrennt zu behandeln: das Feld, die gespeicherte Energie, die Aufladung. Im direkten Strahlengang von Sendeantennen hältst du dich nicht auf, und eine Antenne im Sendebetrieb berührst du nicht, denn hochfrequente Spannungen verursachen Verletzungen und Verbrennungen. Vom Netz getrennt heißt nicht gefahrlos: die Kondensatoren im Netzteil können noch geladen sein. Gegen die Aufladung ungeerdeter Drahtantennen helfen hochohmige Ableitwiderstände, und die Schirme aller Antennenkoaxialkabel müssen miteinander und mit der Haupterdungsschiene verbunden sein. Sicherungen nur mit gleichem Stromwert und gleicher Auslösecharakteristik ersetzen, und an den Gebäudeblitzschutz nur das, was eine Blitzschutz-Fachkraft im Konzept vorsieht.
Der Zusammenhang
An einer Funkstelle sind drei Gefahren zu unterscheiden, und jede verlangt ihre eigene Vorkehrung. Wer nur an eine denkt, ist bei den anderen ungeschützt. Die erste ist das FELD einer sendenden Antenne. An einer Antenne im Sendebetrieb stehen hochfrequente Spannungen, und diese verursachen beim Berühren Verletzungen und Verbrennungen. Eine Antenne im Sendebetrieb wird deshalb nicht berührt, und im direkten Strahlengang von Sendeantennen hält man sich nicht auf; bei Mikrowellen ist genau das die verlangte Vorkehrung. Hier steckt eine gefährliche Verwechslung: eine ordnungsgemäße Verbindung zur Erde oder zu einem Blitzschutzsystem macht eine sendende Antenne NICHT berührbar, und auf den Skin-Effekt ist kein Verlass. Kopfbedeckung aus Abschirmfolie und „EMV-Schutzkleidung“ sind kein Schutz. Schutz bieten nur der Abstand und ein Sender, der nicht sendet. Die zweite ist die gespeicherte ENERGIE. Ein Gerät vom Netz zu trennen nimmt ihm die Zufuhr, nicht den Inhalt: Kondensatoren im Netzteil können weiter geladen sein, und beim Öffnen droht daher ein elektrischer Schlag. Genau darum ist „vom Netz getrennt“ nicht dasselbe wie „gefahrlos“; Arbeiten im geöffneten Gerät gehören in fachkundige Hände. Zur Instandsetzung gehört auch, dass eine Sicherung nur durch eine gleichen Stromwertes und gleicher Auslösecharakteristik ersetzt wird; beides muss ÜBEREINSTIMMEN. Ein höherer Stromwert, eine trägere Charakteristik oder gar eine Drahtbrücke heben den Schutz auf, den die Sicherung leisten soll. Die dritte ist die Aufladung und das POTENTIAL. Eine ungeerdete Drahtantenne lädt sich bereits durch Regen oder Hagel elektrisch auf, ganz ohne Sendebetrieb. Dagegen helfen hochohmige Ableitwiderstände zwischen den Anschlüssen an der Antenne und dem Erdanschluss der Amateurfunkstelle: hochohmig, weil die Ladung abfließen soll, ohne die Funktion der Anlage zu beeinträchtigen — niederohmig wäre für die Hochfrequenz ein Kurzschluss. Und weil ein Potentialunterschied nur dort entsteht, wo zwei Teile nicht miteinander verbunden sind, folgt für den Personenschutz: die Schirme aller Antennenkoaxialkabel müssen miteinander und mit der Haupterdungsschiene verbunden sein. Für die Antennenerdung kann dabei jede Gebäudeerdungsanlage verwendet werden. Beim Blitzschutz endet die eigene Zuständigkeit: das Standrohr wird mit dem gebäudeeigenen Blitzschutzsystem nur dann verbunden, wenn eine Blitzschutz-Fachkraft dies im Blitzschutzkonzept vorsieht.
Herkunft: Fragenkatalog Klasse E, Abschnitt Personen- und Betriebssicherheit (EK201 bis EK211). Die Adernfarben grüngelb, braun, blau stehen in EK205, die Normbezeichnung VDE 0855-300 und die Querschnitte Kupfer 16 mm², Aluminium 25 mm² und Stahl 50 mm² in EK210 — andere Materialien und Querschnitte sind hier bewusst nicht genannt. Grenzwerte oder Sicherheitsabstände in Metern stehen nicht in diesen Fragen und deshalb auch nicht auf diesem Blatt; sie gehören zur BEMFV und zum Blatt Personenschutz. Zusatzwissen ist allein der Hinweis, dass Arbeiten im geöffneten Gerät fachkundige Hände verlangen — eine Sicherheitsregel, keine Prüfungsaussage.