Abschnitt 4.8.3 · Wellenausbreitung und Ionosphäre · Technische Kenntnisse Klasse E. 5 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 5 Prüfungsfragen zum Thema Wellenausbreitung oberhalb 30 MHz (Kapitel „Wellenausbreitung und Ionosphäre“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
Auf UKW hilft die Ionosphäre nicht mehr — die Frequenzen sind zu hoch, die Welle geht durch und ins Weltall. Wer trotzdem weiter will als die Sicht reicht, ist auf die unterste Luftschicht angewiesen: die Troposphäre, den Teil der Atmosphäre, in dem das WETTER stattfindet. Und genau das Wetter ist der Wirkmechanismus: wo Luftschichten unterschiedliche Temperatur und Dichte haben, ändert sich die Brechzahl, und an solchen Grenzen wird die Welle gebeugt, gestreut und teilweise reflektiert. Deshalb kommen Überhorizontverbindungen im VHF- und UHF-Bereich hauptsächlich troposphärisch zustande, und deshalb sind sie WETTERABHÄNGIG statt sonnenabhängig — ein Hochdruckgebiet mit einer ruhigen, geschichteten Luft bringt gute Bedingungen, nicht ein Sonnenfleckenmaximum. Zwei Erscheinungen fallen nicht in dieses Schema und müssen getrennt gehalten werden. Sporadic-E gehört zur IONOSPHÄRE, nicht zur Troposphäre: es sind örtlich begrenzte Bereiche mit ungewöhnlich hoher Ionisation innerhalb der E-Region, und sie machen im Sommer sogar das 2-m-Band über große Entfernungen brauchbar. Und Aurora ist die Streuung an den Polarlichtern; sie ist daran zu erkennen, dass der Ton zerstört wird. Ein Aurora-Signal rauscht und kratzt so stark, dass die Tonqualität gar nicht beurteilt werden kann — deshalb gibt man beim Rapport statt der Tonnote ein „A“ für Aurora an.
Troposphäre
dort findet das Wetter statt
Die unterste Luftschicht.
Überhorizont auf VHF/UHF
Beugung, Reflexion, Streuung
An Bereichen unterschiedlicher Temperatur und Dichte.
VHF-Weitverkehr
hauptsächlich troposphärisch
Nicht über die Ionosphäre.
Abhängig vom
Wetter, nicht von der Sonne
Anders als auf Kurzwelle.
Sporadic-E
gehört zur Ionosphäre
Örtlich begrenzte Bereiche ungewöhnlich hoher Ionisation in der E-Region.
Aurora
Streuung an Polarlichtern
Der Ton wird zerstört.
Aurora-Rapport
R, S und „A“ statt der Tonnote
Weil der Ton nicht zu beurteilen ist.
Merken: Auf UKW trägt das Wetter, nicht die Sonne: Überhorizontverbindungen entstehen an Luftschichten unterschiedlicher Temperatur und Dichte. Sporadic-E ist trotz des Namens IONOSPHÄRE, nicht Troposphäre. Und Aurora erkennt man am zerstörten Ton — deshalb im Rapport ein A statt der Tonnote.
EH301Was ist die „Troposphäre“? Die Troposphäre ist der Teil der Atmosphäre, ...ab Klasse E
der sich über den Tropen befindet.
in dem es zur Bildung sporadischer E-Regionen kommen kann.
in der die Erscheinungen des Wetters stattfinden.
in welchem Aurora-Erscheinungen auftreten können.
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Richtig ist C: in der die Erscheinungen des Wetters stattfinden.
Kniff: Der Name klingt nach Tropen, bezeichnet aber eine Höhenlage und keine Klimazone. Merke sie dir als die Schicht, in der das Wetter gemacht wird. Zwei der Angebote nennen Erscheinungen, die weiter oben in der Ionosphäre stattfinden.
Warum die anderen nicht stimmen:
der sich über den Tropen befindet. – Das ist die Falle im Namen; diese Schicht liegt über der ganzen Erde und nicht nur über einem Gürtel.
in dem es zur Bildung sporadischer E-Regionen kommen kann. – Sporadic-E gehört trotz der Nachbarschaft zur Ionosphäre, nämlich in die E-Region, und nicht in die Wetterschicht.
in welchem Aurora-Erscheinungen auftreten können. – Polarlichter sind ebenfalls eine Erscheinung der hohen Atmosphäre; mit dem Wetter haben sie nichts zu tun.
EH302Überhorizontverbindungen im VHF/UHF-Bereich kommen u. a. zustande durch ...ab Klasse E
Beugung, Reflexion und Streuung der Wellen an troposphärischen Bereichen unterschiedlicher Temperatur und Dichte.
Polarisationsdrehungen in der Troposphäre bei hoch liegender Bewölkung.
Polarisationsdrehungen in der Troposphäre an Gewitterfronten.
Beugung, Reflexion und Streuung der Wellen in der Troposphäre durch das Auftreten sporadischer D-Regionen.
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Richtig ist A: Beugung, Reflexion und Streuung der Wellen an troposphärischen Bereichen unterschiedlicher Temperatur und Dichte.
Kniff: Gesucht ist der Mechanismus, und er hängt an Temperatur und Dichte der Luft, weil sich damit die Brechzahl ändert. Zwei Angebote behaupten eine Drehung der Polarisation, die es hier nicht gibt, eines schmuggelt eine Region aus der Ionosphäre in die Wetterschicht. Prüfe also beides: den Vorgang und den Ort.
Warum die anderen nicht stimmen:
Polarisationsdrehungen in der Troposphäre bei hoch liegender Bewölkung. – Die unterste Luftschicht dreht die Polarisation nicht; sie beugt, streut und reflektiert an Schichtgrenzen.
Polarisationsdrehungen in der Troposphäre an Gewitterfronten. – Derselbe falsche Vorgang, nur mit einem anderen Wetterbild als Aufhänger; eine Gewitterfront führt den Strahl nicht über den Horizont.
Beugung, Reflexion und Streuung der Wellen in der Troposphäre durch das Auftreten sporadischer D-Regionen. – Der Vorgang stimmt, die Ursache ist erfunden: eine sporadische D-Region gibt es nicht, und die D-Region liegt ohnehin in der Ionosphäre.
EH303Für VHF-Weitverkehrsverbindungen wird hauptsächlich die ...ab Klasse E
troposphärische Ausbreitung genutzt.
ionosphärische Ausbreitung genutzt.
Oberflächenwellenausbreitung genutzt.
Bodenwellenausbreitung genutzt.
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Richtig ist A: troposphärische Ausbreitung genutzt.
Kniff: Auf VHF ist die Frequenz zu hoch, damit die Ionosphäre sie regelmäßig zurückbiegt; also bleibt der Weg über die Wetterschicht. Das Wort „hauptsächlich“ ist wichtig, denn Sonderfälle gibt es, aber sie tragen den Weitverkehr nicht. Zwei der Angebote beschreiben unter zwei Namen denselben Weg am Boden.
Warum die anderen nicht stimmen:
ionosphärische Ausbreitung genutzt. – Das ist der Weg der Kurzwelle; auf VHF geht die Welle durch die Ionosphäre hindurch, statt zurückzukommen.
Oberflächenwellenausbreitung genutzt. – Eine Welle, die der Oberfläche folgt, kommt nur in die Nähe; Weitverkehr auf VHF entsteht nicht auf diesem Weg.
Bodenwellenausbreitung genutzt. – Die Bodenwelle ist der Begriff der Kurzwelle für die Strecke entlang des Bodens; Überhorizontverbindungen auf VHF kommen nicht so zustande.
EH304Was verstehen Sie unter dem Begriff „Sporadic-E“?ab Klasse E
Lokal begrenzten kurzzeitigen Ausfall der Reflexion durch ungewöhnlich hohe Ionisation innerhalb der E-Region.
Die Refraktion (Brechung) in lokal begrenzten Bereichen mit ungewöhnlich hoher Ionisation innerhalb der E-Region.
Kurzfristige plötzliche Inversionsänderungen in der E-Region, die Fernausbreitung im VHF-Bereich ermöglichen.
Kurzzeitig auftretende starke Reflexion von VHF-Signalen an Meteorbahnen innerhalb der E-Region.
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Richtig ist B: Die Refraktion (Brechung) in lokal begrenzten Bereichen mit ungewöhnlich hoher Ionisation innerhalb der E-Region.
Kniff: Prüfe bei jedem Angebot, was die hohe Ionisation bewirken soll. Sie bricht die Welle — sie erzeugt keinen Ausfall, und sie ist weder eine Inversion noch eine Meteorspur. Die Zusätze „lokal begrenzt“ und „innerhalb der E-Region“ stehen in mehreren Angeboten und helfen beim Unterscheiden deshalb nicht.
Warum die anderen nicht stimmen:
Lokal begrenzten kurzzeitigen Ausfall der Reflexion durch ungewöhnlich hohe Ionisation innerhalb der E-Region. – Die Wirkung ist umgedreht: hohe Ionisation in dieser Höhe eröffnet Wege, statt sie zu schließen.
Kurzfristige plötzliche Inversionsänderungen in der E-Region, die Fernausbreitung im VHF-Bereich ermöglichen. – Inversionen sind ein Wettervorgang der untersten Luftschicht; hier wird der troposphärische Mechanismus in die Ionosphäre verlegt.
Kurzzeitig auftretende starke Reflexion von VHF-Signalen an Meteorbahnen innerhalb der E-Region. – Meteorbahnen sind eine eigene Erscheinung; bei Sporadic-E bricht die Welle an ionisierten Bereichen und nicht an der Spur eines Meteors.
EH305Wie wird ein Aurora-Signal in Morsetelegrafie beurteilt?ab Klasse E
Es wird beurteilt mit R, S, T und „A“ für Aurora.
Es wird beurteilt mit R, S und T, da Aurora-Verbindungen überwiegend in CW getätigt werden.
Es wird beurteilt mit R und T, weil die Signalstärke stark schwankt.
Es wird beurteilt mit R, S und „A“ für Aurora, da der Ton bei Aurora sehr rau ist und nicht beurteilt werden kann.
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Richtig ist D: Es wird beurteilt mit R, S und „A“ für Aurora, da der Ton bei Aurora sehr rau ist und nicht beurteilt werden kann.
Kniff: Entscheidend ist, welche Stelle des Rapports ersetzt wird. Das A tritt an die Stelle der Tonnote, es kommt nicht zusätzlich dazu. Lies die Angebote daher daraufhin ab, ob noch ein T darin steht — dann sind es vier Angaben statt drei.
Warum die anderen nicht stimmen:
Es wird beurteilt mit R, S, T und „A“ für Aurora. – Hier stehen T und A nebeneinander; das A ersetzt die Tonnote aber gerade, weil sie nicht zu beurteilen ist.
Es wird beurteilt mit R, S und T, da Aurora-Verbindungen überwiegend in CW getätigt werden. – Dass in Telegrafie gearbeitet wird, ist der Grund für eine Tonnote überhaupt und nicht der Grund, sie trotz zerstörten Tons noch zu vergeben.
Es wird beurteilt mit R und T, weil die Signalstärke stark schwankt. – Hier fällt die falsche Angabe weg: gestrichen wird die Tonnote, die Signalstärke wird weiterhin angegeben.
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.