Abschnitt 3.9.2 · Messungen und Messinstrumente · Technische Kenntnisse Klasse N. 3 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 3 Prüfungsfragen zum Thema Stehwellenmessgerät (Kapitel „Messungen und Messinstrumente“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
Ein Messgerät kann immer nur die eine Größe zeigen, für die es gebaut ist — und die Frage lautet deshalb stets: WAS will ich wissen? Will ich wissen, ob die Antenne zur Leitung passt, brauche ich das Stehwellenmessgerät, denn es vergleicht die hinlaufende mit der rücklaufenden Welle. Daraus folgt, wie es eingebaut wird: es muss ZWISCHEN Sender und Antenne liegen, denn ohne Sender läuft keine Welle hin, und ohne Antenne gibt es nichts zu prüfen. Ein Dummy Load an der Stelle der Antenne wäre der Gegentest — dann sieht man, ob das System selbst in Ordnung ist, aber nichts über die Antenne. In einem ideal angepassten System zeigt das Gerät eine 1: kein Rücklauf. Will ich wissen, auf welcher Frequenz mein Sender arbeitet, brauche ich den Frequenzzähler; das S-Meter zeigt Pegel, das HF-Voltmeter Spannung, und das SWR-Meter sagt über die Frequenz gar nichts. Und will ich sehen, WIE das Signal aussieht, gibt es zwei Blickrichtungen auf dieselbe Sache. Das Oszillogramm zeigt den zeitlichen Verlauf — die Spannung von links nach rechts über der Zeit, so wie man eine Schwingung zeichnen würde. Das Amplitudenspektrum zeigt stattdessen, aus welchen Frequenzanteilen das Signal besteht: über der Frequenzachse steht bei jeder enthaltenen Frequenz ein Strich. Für den Funkamateur ist das der wichtigere Blick, denn Oberwellen und Nebenaussendungen sieht man nur dort — im Zeitbild verstecken sie sich in einer leicht verformten Kurve. Beide Geräte zeigen übrigens Spannungen; der Unterschied ist nicht Strom gegen Spannung, sondern Zeit gegen Frequenz. Zwei Gedanken kommen in der Klasse E dazu. Erstens: ein Messgerät verändert die Schaltung, in die man es einbaut, und gute Messtechnik heißt, diese Rückwirkung klein zu halten. Ein Spannungsmessgerät wird PARALLEL zum Messobjekt gelegt, denn nur dort liegt die gesuchte Spannung an — und es muss HOCHOHMIG sein, damit es selbst kaum Strom zieht und die Spannung dadurch nicht verfälscht. Zweitens: wo man misst, entscheidet, was man erfährt. Ein SWR-Meter zwischen Sender und Kabel zeigt, was der Sender sieht, und das ist für den Schutz der Endstufe die richtige Stelle. Wer aber eine möglichst genaue Aussage über die ANTENNE will, schleift es zwischen Antennenkabel und Antenne ein — denn das Kabel dämpft die rücklaufende Welle und lässt das SWR von der Station aus besser aussehen als es ist. Beide Angaben sind richtig, sie beantworten verschiedene Fragen. Und beim Frequenzzähler gilt die Kette: steht ein 10:1-Teiler davor, ist die wirkliche Frequenz das ZEHNFACHE der Anzeige.
Antennenanpassung
Stehwellenmessgerät
Vergleicht Hin- und Rücklauf.
Wie eingeschleift
zwischen Transceiver und Antenne
Irgendwo in der Leitung. Für eine Aussage über die Antenne selbst siehe weiter unten.
Ideal angepasst
SWR zeigt 1
Kein Rücklauf. Nicht 0, nicht unendlich.
Sendefrequenz
Frequenzzähler
Nicht S-Meter, nicht HF-Voltmeter, nicht SWR-Meter.
Empfangspegel
S-Meter
Im Empfänger.
Feldstärke im Raum
Feldstärkemessgerät
Sagt nichts über die Anpassung.
Oszillogramm
zeitlicher Verlauf
Spannung über der Zeit.
Amplitudenspektrum
Frequenzanteile
Dort sieht man Oberwellen und Nebenaussendungen.
Beide zeigen
Spannungen
Der Unterschied ist Zeit gegen Frequenz, nicht Strom gegen Spannung.
Spannungsmessgerät
parallel und hochohmig
Parallel zum Messobjekt, damit die Spannung dort anliegt; hochohmig, damit es den Kreis nicht belastet.
NF-Verzerrungen
Oszilloskop
Man sieht die verformte Kurve.
SWR im Sendebetrieb
SWR-Messbrücke
Gemessen wird bei laufendem Sender.
Genaueste Aussage zur Antenne
zwischen Antennenkabel und Antenne
Direkt an der Antenne — dann wirkt das Kabel nicht mit.
Anpassung UHF-Sender
SWR-Meter
Zwischen Sender und Speiseleitung.
Frequenzteiler 10:1
Anzeige mal 10
14,5625 MHz angezeigt heißt 145,625 MHz.
Merken: SWR-Meter für die Anpassung, und zwar zwischen Sender und Antenne — ideal angepasst zeigt es 1. Frequenzzähler für die Frequenz. Und der Unterschied zwischen Oszillogramm und Spektrum ist die Achse: das eine zeigt die Zeit, das andere die Frequenzanteile. Neu in der Klasse E: Spannung wird parallel und hochohmig gemessen. Und die Messstelle entscheidet — für die Endstufe zwischen Sender und Kabel, für eine Aussage über die Antenne direkt an der Antenne. Ein 10:1-Teiler bedeutet: Anzeige mal 10.
NI201Mit welchem Messgerät lässt sich die Antennenanpassung bestimmen?ab Klasse N
Frequenzzähler
Feldstärkemessgerät
Stehwellenmessgerät
Multimeter
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist C: Stehwellenmessgerät
Kniff: Frage bei jedem Gerät, welche Größe es anzeigt, und vergleiche sie mit der gesuchten: die Anpassung erkennt man nur, wenn Hinlauf und Rücklauf verglichen werden. Keines der anderen Geräte kennt eine Richtung.
Warum die anderen nicht stimmen:
Frequenzzähler – Der zählt Schwingungen und sagt, auf welcher Frequenz gesendet wird. Über das Verhältnis von Hinlauf und Rücklauf erfährt man dabei nichts.
Feldstärkemessgerät – Das misst das Feld im Raum. Auch eine schlecht angepasste Antenne erzeugt ein Feld, also lässt sich von der Feldstärke nicht auf die Anpassung schließen.
Multimeter – Ein Multimeter zeigt Spannung, Strom oder Widerstand. Es kennt keine Richtung und kann hinlaufende und rücklaufende Welle deshalb nicht trennen.
NI202Wenn das SWR-Meter auf der einen Seite mit der Antenne verbunden ist, was muss dann auf der anderen Seite angeschlossen werden, um Reflexionen zu messen?ab Klasse N
Dummy Load
Netzteil
Antennenschalter
Transceiver
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: Transceiver
Kniff: Ohne hinlaufende Welle gibt es nichts zu reflektieren, also muss auf der freien Seite die Quelle der Leistung liegen. Die Antenne hängt laut Fragetext schon auf der einen Seite, damit steht die Reihenfolge fest: Sender, Messgerät, Antenne.
Warum die anderen nicht stimmen:
Dummy Load – Ein Abschlusswiderstand nimmt Leistung auf, er erzeugt keine. Er wäre außerdem der Ersatz für die Antenne, die hier schon angeschlossen ist.
Netzteil – Das Netzteil liefert die Betriebsspannung für den Sender, aber kein Hochfrequenzsignal auf die Leitung.
Antennenschalter – Ein Antennenschalter verteilt nur, was ihm zugeführt wird. Dahinter müsste immer noch ein Sender stehen, der die Welle erzeugt.
NI203Ein Stehwellenmessgerät wird in ein ideal angepasstes Sender-/Antennensystem eingeschleift. Das Messgerät sollte ...ab Klasse N
ein Stehwellenverhältnis von 1 anzeigen.
ein Stehwellenverhältnis von unendlich (∞) anzeigen.
ein Stehwellenverhältnis von 0 anzeigen.
einen Rücklauf von 100 % anzeigen.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist A: ein Stehwellenverhältnis von 1 anzeigen.
Kniff: Ein Verhältnis zweier gleich großer Größen ist 1, nicht 0 — dort steckt die Falle. Setze den Idealfall ein: kein Rücklauf heißt, dass Maximum und Minimum auf der Leitung gleich groß sind, der Quotient wird also 1. Die 0 gehört zum Rücklauf selbst, nicht zum Verhältnis.
Warum die anderen nicht stimmen:
ein Stehwellenverhältnis von unendlich (∞) anzeigen. – Unendlich ist der andere Extremfall, die völlige Fehlanpassung, etwa eine offene oder kurzgeschlossene Leitung. Das ist das Gegenteil von ideal angepasst.
ein Stehwellenverhältnis von 0 anzeigen. – Hier ist die rücklaufende Welle mit dem Verhältnis verwechselt: der Rücklauf wird null, das Verhältnis 1. Kleiner als 1 kann ein Stehwellenverhältnis nicht werden.
einen Rücklauf von 100 % anzeigen. – Voller Rücklauf heißt, dass alles zurückkommt. Das ist die schlechteste Anpassung und gehört zum Fall unendlich, nicht zum angepassten System.
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.