Abschnitt 5.9.4 · Messungen und Messinstrumente · Technische Kenntnisse Klasse A. 3 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 3 Prüfungsfragen zum Thema Stehwellenmessgerät (Kapitel „Messungen und Messinstrumente“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
AI401Ein Stehwellenmessgerät misst und vergleicht bei einer HF-Leitung im Sendebetrieb ...ab Klasse A
mittels der eingebauten Richtkoppler die vorhandenen Impedanzen in Vor- und Rückrichtung der Leitung.
die Maximalleistung P_max am Richtkoppler und die Minimalspannung U_min auf der Leitung.
den Phasenwinkel zwischen vorlaufender und rücklaufender Leistung am eingebauten Abschlusswiderstand der Richtkoppler.
die Ausgangsspannungen zweier in die Leitung eingeschleifter Richtkoppler, die in gegensätzlicher Richtung betrieben werden.
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Richtig ist D: die Ausgangsspannungen zweier in die Leitung eingeschleifter Richtkoppler, die in gegensätzlicher Richtung betrieben werden.
Im Stehwellenmessgerät sitzen zwei Richtkoppler, die entgegengesetzt in die Leitung eingeschleift sind. Der eine nimmt die hinlaufende Welle auf, der andere die rücklaufende — verglichen werden ihre Ausgangsspannungen.
Kniff: Gemessen werden SPANNUNGEN aus zwei Kopplern, nicht Impedanzen und nicht Phasenwinkel. Aus dem Verhältnis der beiden Spannungen ergibt sich das Stehwellenverhältnis.
Warum die anderen nicht stimmen:
mittels der eingebauten Richtkoppler die vorhandenen Impedanzen in Vor- und Rückrichtung der Leitung. – Eine Leitung hat nicht zwei Impedanzen. Gemessen werden die beiden Wellen, nicht Impedanzen.
die Maximalleistung P_max am Richtkoppler und die Minimalspannung U_min auf der Leitung. – Maximum und Minimum der Spannung liegen an verschiedenen Stellen der LEITUNG. Ein Stehwellenmessgerät sitzt an einer Stelle und trennt stattdessen die beiden Wellenrichtungen.
den Phasenwinkel zwischen vorlaufender und rücklaufender Leistung am eingebauten Abschlusswiderstand der Richtkoppler. – Der Phasenwinkel bleibt unberücksichtigt — genau deshalb sagt ein Stehwellenmessgerät nichts darüber, ob die Fehlanpassung induktiv oder kapazitiv ist. Dafür braucht es einen VNA.
AI402Bei dieser Schaltung handelt es sich um ...ab Klasse A
einen Absolutleistungsmesser.
ein Impedanzmessgerät.
ein Stehwellenmessgerät.
einen Absorptionsfrequenzmesser.
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Richtig ist C: ein Stehwellenmessgerät.
Kniff: Zwei gleiche, aber gegensinnig angekoppelte Richtkoppler an einer durchlaufenden Leitung: der eine spricht auf die hinlaufende, der andere auf die rücklaufende Welle an. Wer beides getrennt anzeigt, kann sie ins Verhältnis setzen — und genau daraus ergibt sich das Stehwellenverhältnis. Die Spiegelsymmetrie der beiden Zweige ist das Erkennungszeichen; ein einzelner Zweig wäre nur ein Leistungsanzeiger.
Warum die anderen nicht stimmen:
einen Absolutleistungsmesser. – Ein Absolutleistungsmesser nimmt die Leistung in einem geeichten Abschluss auf oder arbeitet mit einer geeichten Skala. Hier läuft die Leistung durch, und die beiden Zweige haben Stellwiderstände zum Abgleich — damit vergleicht man hin- und rücklaufende Welle, man misst keinen absoluten Wert.
ein Impedanzmessgerät. – Für eine Impedanz braucht es eine Brücke mit bekannten Vergleichselementen und eine Aussage über Betrag und Phase. Hier gibt es keine Brücke; beide Zweige hängen an derselben durchlaufenden Leitung und liefern nur gleichgerichtete Beträge.
einen Absorptionsfrequenzmesser. – Ein Absorptionsfrequenzmesser ist ein abstimmbarer Schwingkreis mit Anzeige, der lose an das Feld gekoppelt wird. In dieser Schaltung gibt es keinen Schwingkreis und nichts, was auf eine Frequenz abgestimmt würde — die Auskoppelleitungen mit ihren Abschlusswiderständen arbeiten breitbandig.
AI403Zur Überprüfung eines Stehwellenmessgerätes wird dessen Ausgang mit einem HF-geeigneten 150 Ω-Lastwiderstand abgeschlossen. Welches Stehwellenverhältnis muss das Messgerät anzeigen, wenn die Impedanz von Messgerät und Sender 50 Ω beträgt?ab Klasse A
3
2
2,5
3,33
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Richtig ist A: 3
Bei einem reinen Wirkwiderstand ist das Stehwellenverhältnis einfach das Verhältnis der beiden Widerstände — der größere geteilt durch den kleineren.
Lösungsweg:
R_Last = 150 Ω, Z_System = 50 Ω
SWR = 150 / 50
SWR = 3
Kniff: Immer der größere durch den kleineren, damit das Ergebnis über 1 liegt. 150 durch 50 ergibt 3; würde man umgekehrt teilen, käme 0,33 heraus, und ein Stehwellenverhältnis unter 1 gibt es nicht.
Warum die anderen nicht stimmen:
2 – Das entspräche 100 Ω Last.
2,5 – Das entspräche 125 Ω Last.
3,33 – Das entspräche einer Last von rund 167 Ω. 150 Ω durch 50 Ω ergibt genau 3.
Ausführlicher Rechen- bzw. Lösungsweg im Lehrgang des DARC: 50ohm.de/AI403
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.