Abschnitt 5.9.3 · Messungen und Messinstrumente · Technische Kenntnisse Klasse A. 6 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 6 Prüfungsfragen zum Thema Oszilloskop (Kapitel „Messungen und Messinstrumente“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
AI301Welches Gerät kann für die Prüfung von Signalverläufen verwendet werden?ab Klasse A
Oszilloskop
Frequenzzähler
Absorptionsfrequenzmesser
Dipmeter
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Richtig ist A: Oszilloskop
Das Oszilloskop zeichnet die Spannung über die Zeit. Nur damit sieht man die Form eines Signals — alles andere liefert Zahlen.
Kniff: Kurvenform heißt Zeitverlauf. Ein Zähler gibt eine Frequenz, ein Frequenzmesser ein Maximum — die Form eines Signals zeigt keiner von beiden.
Warum die anderen nicht stimmen:
Frequenzzähler – Er liefert eine Zahl, kein Bild. Über die Kurvenform sagt er nichts.
Absorptionsfrequenzmesser – Er zeigt nur an, ob auf einer Frequenz Energie vorhanden ist.
Dipmeter – Es dient zum Auffinden von Resonanzen in passiven Kreisen, nicht zur Darstellung von Signalen.
AI302Was benötigt ein Oszilloskop zur Darstellung stehender Bilder?ab Klasse A
X-Vorteiler
Y-Vorteiler
Triggereinrichtung
Frequenzmarken-Generator
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Richtig ist C: Triggereinrichtung
Damit das Bild stehen bleibt, muss jede Ablenkung an derselben Stelle des Signals beginnen. Die Triggereinrichtung startet den Durchlauf immer bei demselben Pegel und derselben Flankenrichtung.
Kniff: Ohne Trigger wandert das Bild, weil jeder Durchlauf an einer anderen Stelle der Kurve anfängt. Die Vorteiler beeinflussen nur die Größe der Darstellung.
Warum die anderen nicht stimmen:
X-Vorteiler – Der verändert den Zeitmaßstab, also die Breite der Darstellung. Stehen bleibt das Bild davon nicht.
Y-Vorteiler – Der verändert die Höhe der Darstellung.
Frequenzmarken-Generator – Er dient zum Eichen einer Frequenzachse, etwa bei einem Wobbelmessplatz.
AI303Die Pulsbreite wird mit einem Oszilloskop bei ...ab Klasse A
50 % des Spitzenwertes gemessen.
10 % des Spitzenwertes gemessen.
70 % des Spitzenwertes gemessen.
90 % des Spitzenwertes gemessen.
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Richtig ist A: 50 % des Spitzenwertes gemessen.
Die Impulsbreite ist als Breite bei halber Höhe festgelegt — bei 50 % des Spitzenwertes. So bekommt man einen eindeutigen Wert, auch wenn die Flanken nicht senkrecht sind.
Kniff: Nicht mit der Anstiegszeit verwechseln: Die wird zwischen 10 % und 90 % gemessen. Die Breite wird bei 50 % genommen.
Warum die anderen nicht stimmen:
10 % des Spitzenwertes gemessen. – Die 10 % gehören zur Anstiegszeit, als unterer Messpunkt.
70 % des Spitzenwertes gemessen. – Die 70 % (genauer 70,7 %) gehören zur Bandbreitenmessung, nicht zur Impulsbreite.
90 % des Spitzenwertes gemessen. – Die 90 % sind der obere Messpunkt der Anstiegszeit.
AI304Womit misst man am einfachsten die Hüllkurvenform eines HF-Signals? Mit einem ...ab Klasse A
hochohmigen Vielfachinstrument in Stellung AC.
empfindlichen SWR-Meter in Stellung Wellenmessung.
breitbandigen Oszilloskop.
breitbandigen Detektor und Kopfhörer.
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Richtig ist C: breitbandigen Oszilloskop.
Die Hüllkurve ist der zeitliche Verlauf der Amplitude. Sichtbar wird sie nur auf einem Bildschirm, und das Gerät muss die Signalfrequenz noch darstellen können — also breitbandig sein.
Kniff: Hüllkurve heißt: ein Bild, kein Zahlenwert. Genau darum ist das Oszilloskop bei der Senderkontrolle so wichtig — Übersteuerung sieht man dort sofort als abgeflachte Spitzen.
Warum die anderen nicht stimmen:
hochohmigen Vielfachinstrument in Stellung AC. – Es zeigt einen Mittelwert als Zahl. Der Verlauf bleibt unsichtbar, und für Hochfrequenz ist es ohnehin zu langsam.
empfindlichen SWR-Meter in Stellung Wellenmessung. – Das Stehwellenmessgerät zeigt die Anpassung, nicht die Hüllkurve.
breitbandigen Detektor und Kopfhörer. – Man hört die Modulation, sieht sie aber nicht. Eine abgeschnittene Spitze ist so kaum zu beurteilen.
AI305Das folgende Bild zeigt das Zweiton-SSB-Ausgangssignal eines KW-Senders, das mit einem Oszilloskop ausreichender Bandbreite über einen 1:1-Tastkopf direkt an der angeschlossenen künstlichen 50 Ω-Antenne gemessen wurde. Welche Ausgangsleistung (PEP) liefert der Sender?ab Klasse A
36 W
100 W
1600 W
144 W
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Richtig ist B: 100 W
Lösungsweg:
Hüllkurvenspitze: 2 Teilungen · 50 V/Div = 100 V Spitzenwert (1:1-Tastkopf, also unverändert)
PEP = U_Spitze² / (2 · R) = (100 V)² / (2 · 50 Ω)
10000 / 100 = 100 W
Gegenprobe über den Effektivwert: 100 V / 1,41 = 70,7 V, und 70,7² / 50 = 100 W
Kniff: Zwei Stellen, an denen es schiefgeht. Erstens: PEP ist die Leistung im Maximum der Hüllkurve, und dort ist das Signal ein Sinus mit dem Spitzenwert 100 V — gerechnet wird also mit dem Spitzenwert und dem Faktor 2 im Nenner, nicht mit dem Spitze-Spitze-Wert. Zweitens der Tastkopf: bei 1:1 ist die abgelesene Spannung die wirkliche, es wird nichts umgerechnet.
Warum die anderen nicht stimmen:
36 W – Das ist die Lösung der Nachbarfrage AI306: dort steht 3 V/Div am Schirm und es wird mit einem 10:1-Tastkopf gemessen, also 2 · 3 V · 10 = 60 V und 60² / 100 = 36 W. Mit den 50 V/Div dieses Bildes hat das nichts zu tun.
144 W – Gehört ebenfalls zur Nachbarfrage AI306, dort entsteht sie aus der Verwechslung von Spitzenwert und Spitze-Spitze-Wert: 4 Teilungen · 3 V · 10 = 120 V, 120² / 100 = 144 W. Aus diesem Bild führt kein Weg auf 144 W.
1600 W – Das Sechzehnfache des richtigen Werts, entspräche also einer vierfach zu großen Spannung (400 V statt 100 V). Dorthin führt keine der üblichen Verwechslungen: selbst wer die 200 V von Spitze zu Spitze für den Spitzenwert nimmt, landet bei 200² / 100 = 400 W. Die Zahl liegt außerdem weit über jeder für Funkamateure zulässigen Leistung.
Ausführlicher Rechen- bzw. Lösungsweg im Lehrgang des DARC: 50ohm.de/AI305
AI306Das folgende Bild zeigt das Zweiton-SSB-Ausgangssignal eines KW-Senders, das mit einem Oszilloskop ausreichender Bandbreite über einen 10:1-Tastkopf direkt an der angeschlossenen künstlichen 50 Ohm-Antenne gemessen wurde. Welche Ausgangsleistung (PEP) liefert der Sender?ab Klasse A
72 W
400 W
144 W
36 W
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Richtig ist D: 36 W
Lösungsweg:
2 Kästchen · 3 V/Div = 6 V am Schirm
Tastkopf 10:1: Û = 60 V Spitze
U_eff = 60 V / √2 = 42,4 V
PEP = 42,4² / 50 Ω = 36 W
Kniff: Drei Fallen in einer Frage: den Tastkopf mitrechnen, die Spitze nicht mit Spitze-Spitze verwechseln, und für die Leistung den Effektivwert nehmen.
Warum die anderen nicht stimmen:
72 W – Effektivwert vergessen: 60²/50 = 72 W. Genau doppelt so viel — der √2-Fehler schlägt in der Leistung als Faktor 2 durch.
144 W – Spitze-Spitze statt Spitze gelesen (120 V statt 60 V) und dann richtig weitergerechnet: 144 W. Viermal zu viel.
400 W – Kein klarer Rechenweg — eine Blindantwort in der Größenordnung einer Endstufe.
Ausführlicher Rechen- bzw. Lösungsweg im Lehrgang des DARC: 50ohm.de/AI306
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.