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Signalbeurteilung

Abschnitt 2.5.2 · Abwicklung des Amateurfunkverkehrs · Betriebliche Kenntnisse. 10 Fragen, ab Klasse N, jede mit Erklärung.

Auf dieser Seite stehen alle 10 Prüfungsfragen zum Thema Signalbeurteilung (Kapitel „Abwicklung des Amateurfunkverkehrs“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.

Die Fragen gehören zum Prüfungsteil Betriebliche Kenntnisse. Sie kommen ab der Klasse N vor. Die Markierung an jeder Frage zeigt, ab welcher Klasse sie gilt.

▶ Diese 10 Fragen im Trainer üben

Im Lehrgang des DARC nachlesen (50ohm.de):

Abkürzungen im Funkbetrieb

Die Abkürzungen im Funkbetrieb sind alle aus demselben Grund entstanden: eine Funkverbindung ist schwach, kurz und oft zwischen Menschen ohne gemeinsame Sprache. Also verabredet man kurze, international gleiche Zeichen für das, was in fast jedem QSO vorkommt — wer ruft (CQ), wie gut komme ich an (RST), bestätigen wir es (QSL), machen wir Schluss (73). Aus derselben Knappheit folgt die Benimmordnung, nach der viele dieser Fragen gebaut sind. Eine Anruffrequenz ist gemeinsames Eigentum: man ruft dort und geht dann weg, sonst kann niemand anderes rufen. Wer CQ gerufen hat, hat die Frequenz zuerst benutzt, und die Nächste weicht aus. Und alles Schriftliche — Logbuch und QSL-Karte — steht in koordinierter Weltzeit, weil die Gegenstation in einer anderen Zeitzone sitzt und sonst nichts wiederfindet. Nicht Vorschriften also, sondern die Folgen einer knappen, weltweit geteilten Sache.

CQallgemeiner Anruf„An alle“ — wer mag, antwortet. Immer mit dem eigenen Rufzeichen.
DXgroße EntfernungWeite Verbindung, seltenes Land.
RSTRapportReadability, Strength, Tone: Lesbarkeit 1 bis 5, Stärke 1 bis 9, Ton 1 bis 9.
TX, RX, TRXSender, Empfänger, beidesEin TRX ist beides in einem Gehäuse.
BKbreakIch möchte dazwischen.
PSEplease, bitte
73 und 55viele Grüße, viel ErfolgZahlen als Gruß — 73 zum Abschied, 55 als Wunsch.
SWLKurzwellenhörerShort Wave Listener: hört zu, sendet nicht.
QSL-KarteBestätigung einer VerbindungMindestens: eigenes Rufzeichen, Gegenstation, Datum, Uhrzeit in UTC, Band, Übertragungsverfahren, Rapport.
QSL-Managerbestätigt für andere„QSL via ...“ — die Karte geht an den Manager, nicht an die Station.
Callbookinternationale RufzeichenlisteDort stehen die Anschriften ausländischer Funkamateure.
UTCkoordinierte WeltzeitMEZ minus 1 Stunde, MESZ minus 2 Stunden. Im Log und auf der Karte immer UTC.
Splitgetrennte FrequenzenSenden und Empfangen auf verschiedenen Frequenzen.
Pile-UpAnrufertraubeViele rufen gleichzeitig eine seltene Station.
Listenbetriebüber einen VermittlerEine gut hörbare Station sammelt die Anrufer in eine Liste und ruft sie später auf.

Merken: Ein QSO fängt mit CQ an und hört mit 73 auf. Die Uhrzeit ist immer UTC — im Winter MEZ minus eins, im Sommer MESZ minus zwei. Und wer „QSL via“ hört, schickt die Karte an den Manager, nicht an die Station.

Zum Begriffsblatt im Lexikon →

Die 10 Fragen

BE201Was versteht man unter dem RST-Rapport? Es ist eine Kurzformel, ...ab Klasse N

  1. um die Sonnenfleckenaktivität zu beschreiben.
  2. um die Empfangsqualität zu beschreiben.
  3. um die Sendeleistung zu beschreiben.
  4. um den Ionosphärenzustand zu beschreiben.
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Richtig ist B: um die Empfangsqualität zu beschreiben.

Kniff: Der Rapport ist ein Urteil des Hörenden über das, was bei ihm ankommt — alle drei Teile beschreiben das empfangene Signal. Die falschen Antworten nennen dagegen Größen, die den Sender oder den Ausbreitungsweg betreffen. Frage dich bei jeder: könnte man das dem gehörten Signal ansehen, und wird es im Rapport übermittelt?

Warum die anderen nicht stimmen:

  • um die Sonnenfleckenaktivität zu beschreiben. – Die Sonnenfleckenaktivität beschreibt den Zustand der Sonne und gilt für alle Verbindungen gleichzeitig. Der Rapport gilt für eine einzelne Aussendung.
  • um die Sendeleistung zu beschreiben. – Die Sendeleistung ist eine Angabe des Senders über sich selbst. Wie ein Signal ankommt, hängt zusätzlich von Antenne, Weg und Störungen ab — deshalb kann der Rapport keine Leistung ausdrücken.
  • um den Ionosphärenzustand zu beschreiben. – Der Zustand der Ionosphäre wirkt auf den Empfang ein, ist aber nicht das, was beurteilt wird. Beurteilt wird das Signal, nicht die Schicht, über die es kam.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

BE202Was bedeuten die Buchstaben RST, mit denen Sie die Empfangsqualität einer Sendung beurteilen können?ab Klasse N

  1. R = Rufzeichen, S = Signalstärke, T = Tonqualität
  2. R = Lesbarkeit, S = Signalstärke, T = Tonqualität
  3. R = Lesbarkeit, S = Signalstärke, T = Trägerfrequenz
  4. R = Rufzeichen, S = Standort, T = Tonqualität
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Richtig ist B: R = Lesbarkeit, S = Signalstärke, T = Tonqualität

Kniff: Jeder Buchstabe steht für ein englisches Wort: Readability, Strength, Tone. Die falschen Antworten setzen an eine der drei Stellen ein Wort, das mit demselben Buchstaben beginnt, aber nichts über den Empfang aussagt — Rufzeichen, Standort, Trägerfrequenz. Prüfe deshalb alle drei Buchstaben einzeln, nicht nur den ersten.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • R = Rufzeichen, S = Signalstärke, T = Tonqualität – Das Rufzeichen ist keine Bewertung; es wird ohnehin genannt und bräuchte keine Note. R steht für die Lesbarkeit.
  • R = Lesbarkeit, S = Signalstärke, T = Trägerfrequenz – Fängt richtig an und kippt beim T: die Trägerfrequenz ist eine Einstellung des Senders und keine Stufe von 1 bis 9. T beurteilt, wie rein der Ton klingt.
  • R = Rufzeichen, S = Standort, T = Tonqualität – Zwei Fehler auf einmal. Rufzeichen und Standort gehören in das Gespräch und in das Log; im Rapport stehen Lesbarkeit und Signalstärke.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

BE203In welcher Weise wird nach dem RST-System die Empfangsqualität einer Amateurfunkaussendung beurteilt?ab Klasse N

  1. Lesbarkeit in Stufen von 1-9, Signalqualität in Stufen von 1-5 und Tonhöhe in Stufen von 1-4
  2. Lesbarkeit in Stufen von 1-5, Signalstärke in Stufen von 1-9 und Tonqualität in Stufen von 1-9
  3. Signalqualität in Stufen von 1-5, Signalstärke in Stufen von 1-5 und Tonqualität in Stufen von 1-9
  4. Lesbarkeit in Stufen von 1-5, Signalstärke in Stufen von 1-5 und Tonhöhe in Stufen von 1-9
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Richtig ist B: Lesbarkeit in Stufen von 1-5, Signalstärke in Stufen von 1-9 und Tonqualität in Stufen von 1-9

Kniff: Merke die Zahlenfolge 5, 9, 9: nur die Lesbarkeit hat fünf Stufen, Stärke und Ton haben je neun. Die falschen Antworten verändern entweder eine Stufenzahl oder tauschen einen Begriff aus — Tonhöhe statt Tonqualität, Signalqualität statt Lesbarkeit. Prüfe jede Antwort an beiden Stellen, Begriff und Zahl.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Lesbarkeit in Stufen von 1-9, Signalqualität in Stufen von 1-5 und Tonhöhe in Stufen von 1-4 – Die 5 und die 9 sind vertauscht: die Lesbarkeit bekommt neun Stufen, und an zweiter Stelle stehen nur fünf. Dazu zwei falsche Begriffe — Signalqualität statt Signalstärke, Tonhöhe statt Tonqualität — und eine Stufenzahl bis 4, die im System nirgends vorkommt.
  • Signalqualität in Stufen von 1-5, Signalstärke in Stufen von 1-5 und Tonqualität in Stufen von 1-9 – Aus der Lesbarkeit wird „Signalqualität“, und die Signalstärke bekommt fünf statt neun Stufen. Nur der letzte Teil ist richtig.
  • Lesbarkeit in Stufen von 1-5, Signalstärke in Stufen von 1-5 und Tonhöhe in Stufen von 1-9 – Beginnt richtig und kippt dann zweimal: die Stärke reicht bis 9, nicht bis 5, und beurteilt wird die Tonqualität, nicht die Tonhöhe.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

BE204Sie hören die Gegenstation in SSB-Telefonie einwandfrei. Das Anzeigeinstrument Ihres Funkgerätes zeigt den dargestellten Zeigerausschlag. Welchen Rapport nach dem RST-System geben Sie?ab Klasse N

Ein Zeigerinstrument mit vier Skalenbögen übereinander. Links am Rand stehen von oben nach unten die Namen der Bögen: S, PWR, SWR, ALC. Der äußere Bogen (S) ist schwarz und mit 1, 3, 5, 7, 9 beziffert; danach läuft er grau weiter mit +20, +40, +60 dB. Der zweite Bogen (PWR) trägt 0, 10, 20 bis 100. Der dritte Bogen (SWR) trägt 1, 1,5, 2, 3 und am rechten Ende ein Unendlich-Zeichen. Der innerste Bogen (ALC) ist ein Balken, links grau ausgefüllt. Der Zeiger kommt vom Drehpunkt unterhalb des Bildes und steht schräg nach links oben. Seine Spitze trifft genau den kräftigen Teilstrich über der 5 der S-Skala. Auf dem Weg dorthin kreuzt er den SWR-Bogen knapp vor der 2 und den PWR-Bogen bei etwa 30.
  1. 52
  2. 29
  3. 25
  4. 55
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Richtig ist D: 55

Lösungsweg:

  1. Lesbarkeit aus dem Text: „einwandfrei“ = R 5
  2. Stärke von der S-Skala: Zeiger auf dem Strich bei 5 = S 5
  3. Rapport R und S hintereinander: 55

Kniff: Ein Rapport nach dem RST-System besteht aus zwei Zahlen: R ist die Lesbarkeit (readability, 1 bis 5), S die Signalstärke (strength, 1 bis 9). R steht immer vorn. Die Lesbarkeit kann kein Instrument anzeigen, die hört man: „einwandfrei“ im Fragetext heißt R = 5. Die Stärke kommt vom Instrument — aber nur von der S-Skala. Das Gerät zeigt mit demselben Zeiger auch PWR (Sendeleistung), SWR (Stehwellenverhältnis, ein Maß für die Antennenanpassung) und ALC (Regelung des Sendepegels); alle drei sagen nichts über das empfangene Signal. Wer den falschen Bogen abliest, bekommt eine falsche zweite Ziffer.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 52 – Die 5 vorn ist richtig, die 2 stammt vom falschen Bogen: der Zeiger kreuzt den SWR-Bogen (Stehwellenverhältnis) knapp vor der 2. Das Stehwellenverhältnis beschreibt die eigene Antennenanpassung beim Senden, nicht die Stärke des empfangenen Signals.
  • 25 – Dieselben zwei Zahlen wie bei 52, nur vertauscht. Im RST-System steht die Lesbarkeit vorn, die Stärke hinten. Außerdem hieße eine vorangestellte 2 „kaum verständlich" — der Fragetext sagt aber „einwandfrei".
  • 29 – Hier stecken zwei Fehler gleichzeitig drin: die 2 stammt wieder von der SWR-Skala statt aus dem Hörbefund, und die 9 ist nicht die Zeigerstellung, sondern die letzte Zahl des schwarzen S-Bereichs. Eine einzelne Verwechslung führt nicht auf 29.

BE205Sie hören die Gegenstation in SSB-Telefonie einwandfrei. Das Anzeigeinstrument Ihres Funkgerätes zeigt den dargestellten Zeigerausschlag. Welchen Rapport nach dem RST-System geben Sie?ab Klasse N

Ein Zeigerinstrument — ein Messwerk, bei dem ein Zeiger über eine Skala wandert. Vier Skalenbögen liegen übereinander; links am Anfang stehen ihre Namen von außen nach innen: S, PWR, SWR, ALC. Der äußere Bogen (S) ist kräftig schwarz und mit 1, 3, 5, 7, 9 beziffert, dazwischen liegen dicke Striche für die geraden Werte. Hinter der 9 läuft derselbe Bogen grau weiter und ist mit +20, +40, +60 dB beschriftet. Der zweite Bogen (PWR) trägt 0, 10, 20 und so weiter bis 100. Der dritte Bogen (SWR) trägt 1, 1,5, 2, 3 und am rechten Ende ein Unendlich-Zeichen. Der innerste Bogen (ALC) ist ein schmaler Balken, der nur ganz links grau gefüllt ist. Der Zeiger kommt vom Drehpunkt unterhalb des Bildes und steht schräg nach rechts oben. Seine Spitze trifft genau den dicken Strich bei der 9 der S-Skala, also dort, wo der schwarze Teil des Bogens endet. Auf dem Weg dorthin kreuzt er den PWR-Bogen zwischen 50 und 60 bei etwa 56 und den SWR-Bogen kurz hinter der 3.
  1. 56
  2. 95
  3. 59
  4. 39
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Richtig ist C: 59

Lösungsweg:

  1. Lesbarkeit aus dem Fragetext: „einwandfrei“ = R 5
  2. Stärke am S-Bogen ablesen: Zeigerspitze am dicken Strich bei 9 = S 9
  3. R und S hintereinander schreiben: 59

Kniff: Ein Rapport nach dem RST-System besteht hier aus zwei Zahlen: R ist die Lesbarkeit (englisch readability, 1 bis 5), S die Signalstärke (strength, 1 bis 9); R steht immer vorn. Die Lesbarkeit kann kein Instrument anzeigen, die beurteilt man nach Gehör — „einwandfrei“ im Fragetext heißt R = 5. Die Stärke kommt vom Instrument, aber nur vom S-Bogen. Derselbe Zeiger läuft über drei weitere Skalen: PWR ist die eigene Sendeleistung (englisch power), SWR das Stehwellenverhältnis (ein Maß dafür, wie gut die Antenne angepasst ist) und ALC die automatische Aussteuerungsregelung des Senders. Alle drei sagen nichts über das empfangene Signal. Wer den falschen Bogen abliest, bekommt eine falsche zweite Ziffer.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 56 – 56 steht nicht auf dem S-Bogen, sondern ist die Stelle, an der der Zeiger den PWR-Bogen kreuzt: nachgemessen liegt er dort zwischen 50 und 60, bei etwa 56. PWR ist die eigene Sendeleistung und hat mit der Stärke des empfangenen Signals nichts zu tun. Außerdem stammt die erste Ziffer eines Rapports nie von einer Skala, sondern aus dem Hören.
  • 95 – Die beiden richtigen Ziffern, aber in der falschen Reihenfolge. Im RST-System steht die Lesbarkeit R vorn und die Stärke S hinten. R reicht nur von 1 bis 5, eine 9 an erster Stelle kann es also gar nicht geben.
  • 39 – Die 9 für die Stärke stimmt. Die 3 vorn hieße „mit Schwierigkeiten lesbar“, der Fragetext sagt aber „einwandfrei“, und das ist R 5. Eine 3 findet man am Instrument nur auf dem SWR-Bogen, den der Zeiger kurz hinter der 3 kreuzt; das Stehwellenverhältnis beurteilt die eigene Antenne beim Senden.

BE206Sie hören die Gegenstation in SSB-Telefonie einwandfrei. Das Anzeigeinstrument Ihres Funkgerätes zeigt den dargestellten Zeigerausschlag. Welchen Rapport nach dem RST-System geben Sie?ab Klasse N

Dasselbe Zeigerinstrument wie in der Nachbarfrage. Vier Skalenbögen übereinander, links benannt mit S, PWR, SWR, ALC. Der äußere Bogen (S) ist schwarz mit 1, 3, 5, 7, 9 und läuft dann grau weiter mit +20, +40, +60 dB. Darunter PWR mit 0 bis 100, darunter SWR mit 1, 1,5, 2, 3 und einem Unendlich-Zeichen am rechten Ende, innen der ALC-Balken. Der Zeiger steht diesmal schräg nach rechts oben. Seine Spitze trifft den kräftigen Teilstrich unter der Beschriftung +20 dB — also im grauen Teil der S-Skala, rechts hinter der 9.
  1. 4,2
  2. 520
  3. 69
  4. 59+20 dB
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: 59+20 dB

Lösungsweg:

  1. Lesbarkeit aus dem Text: „einwandfrei“ = R 5
  2. Zeiger im grauen Teil der S-Skala auf +20 dB, also 20 dB über dem Skalenende S 9
  3. Stärke damit: 9 plus 20 dB
  4. Rapport zusammensetzen: 59+20 dB

Kniff: Der graue Teil der Skala beginnt dort, wo die S-Werte aufhören. S 9 ist das Ende der Stärkeskala; wird ein Signal noch stärker, zählt man in Dezibel über S 9 weiter (+20, +40, +60 dB). Die Angabe „+20 dB“ ersetzt die 9 also nicht, sondern wird an sie angehängt. Zusammen mit der Lesbarkeit R 5 („einwandfrei“ im Fragetext) lautet der Rapport 59 plus 20 dB. Wer die 9 wegfallen lässt oder nur den dB-Wert nennt, gibt keinen gültigen Rapport ab.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 520 – Die 5 für die Lesbarkeit ist richtig, aber die 9 fehlt: hier wurde der dB-Wert 20 direkt an die 5 gehängt. „+20 dB" gilt ab dem Skalenende S 9 — ohne die 9 steht die 20 in der Luft und wird als Tonbewertung gelesen, die es nur in der Telegrafie gibt.
  • 69 – Die 9 für die Stärke passt, die 6 vorn kann es nicht geben: die Lesbarkeit R reicht nur von 1 bis 5. Außerdem fehlen die 20 dB, um die der Zeiger über der 9 steht.
  • 4,2 – Diese Zahl kommt von der SWR-Skala, die derselbe Zeiger mitkreuzt: dort steht er hinter der 3, also bei etwa 4. Das Stehwellenverhältnis beurteilt die eigene Antenne beim Senden. Ein Rapport besteht außerdem aus ganzen Ziffern und hat nie ein Komma.

BE207Sie hören in einem Funkgespräch in SSB-Telefonie die Gegenstation einwandfrei. Das Display Ihres Funkgerätes zeigt die abgebildeten Informationen an. Welchen Empfangsrapport nach dem RST-System geben Sie?ab Klasse N

Das Display eines Funkgerätes, also die Anzeigefläche. Oben links die Frequenz in großen Ziffern: 144.315.0. Rechts daneben stehen untereinander „USB“ und „RX“. Weiter rechts ein Lautsprechersymbol, darunter ein waagerechter Balken, dessen Skala links 0 und rechts 100 trägt; dieser Balken ist vollständig grau gefüllt. Darunter links ein zweiter waagerechter Balken mit zwei Beschriftungszeilen: über ihm steht S1, 3, 5, 7, 9, +20, +40, unter ihm P1, 5, 10, 15, 20. Er ist von links her grau gefüllt, und die Füllung endet genau unter der 5 der oberen Zeile; auf der unteren Zeile liegt dieselbe Stelle bei etwa 7. Rechts daneben ein dritter Balken mit der Aufschrift SWR und den Werten 1, 2, 3 und einem Unendlich-Zeichen; er ist leer. Unter allem ein breites Feld mit einer Kurve, die einen einzelnen hohen Zacken in der Mitte hat, und darunter ein dunkles Band, in dem an derselben Stelle ein heller senkrechter Streifen steht.
  1. 7
  2. 1
  3. 55
  4. 100
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist C: 55

Lösungsweg:

  1. „RX“ heißt Empfang, also gilt am großen Balken die obere Zeile (S), nicht die untere (P)
  2. Die graue Füllung endet unter der 5 der S-Zeile: S 5
  3. Lesbarkeit aus dem Fragetext: „einwandfrei“ = R 5
  4. R und S hintereinander schreiben: 55

Kniff: Der Rapport nach dem RST-System hat hier zwei Zahlen: R für die Lesbarkeit (1 bis 5) und S für die Signalstärke (1 bis 9), R vorn. Die Lesbarkeit steht im Fragetext — „einwandfrei“ ist R 5 — und nicht auf dem Display. Die Stärke liefert der große Balken, aber der trägt zwei Skalen: die obere Zeile (S) gilt beim Empfang, die untere (P für Sendeleistung) beim Senden. „RX“ am Display bedeutet Empfang (englisch receive), also zählt die obere Zeile. Die anderen beiden Balken gehören zu ganz anderen Größen: der beim Lautsprechersymbol ist die Lautstärke, der mit SWR das Stehwellenverhältnis, ein Maß für die Anpassung der eigenen Antenne beim Senden.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 7 – Das ist derselbe Balken, aber auf der unteren Zeile abgelesen: nachgemessen endet die Füllung dort bei etwa 7 der P-Skala. P steht für die Sendeleistung und gilt nur beim Senden; das Display zeigt aber RX, also Empfang. Außerdem ist eine einzelne Zahl kein Rapport — die Lesbarkeit fehlt.
  • 1 – 1 ist der linke Anfang der SWR-Skala. Der SWR-Balken ist leer, weil gerade nicht gesendet wird; das Stehwellenverhältnis beurteilt die eigene Antenne und sagt über das empfangene Signal nichts. Und auch hier fehlt die zweite Ziffer.
  • 100 – 100 ist das rechte Ende des Balkens unter dem Lautsprechersymbol, und dieser Balken ist voll gefüllt: es ist die eingestellte Lautstärke. Wie weit man den Lautstärkeregler aufgedreht hat, ist keine Eigenschaft der Gegenstation.

BE208Sie hören in einem Funkgespräch in SSB-Telefonie die Gegenstation einwandfrei. Das Display Ihres Funkgerätes zeigt die abgebildeten Informationen an. Welchen Empfangsrapport nach dem RST-System geben Sie?ab Klasse N

Das rechteckige Display eines Funkgeräts. Oben links in Sieben-Segment-Ziffern die Frequenz 144.315.0, rechts daneben die Betriebsarten-Anzeige USB und darunter RX (Empfang). Rechts oben ein Lautsprecher-Symbol mit einem waagerechten Balken, Skala 0 bis 100, zu etwa vier Fünfteln gefüllt. In der Mitte links ein längerer waagerechter Balken mit zwei Skalen: darüber S1, 3, 5, 7, 9, +20, +40, darunter P1, 5, 10, 15, 20. Der graue Teil dieses Balkens reicht von links genau bis zum Strich der 9 der oberen Skala. Rechts daneben ein zweiter Balken mit der Aufschrift SWR und der Skala 1, 2, 3, Unendlich; dieser Balken ist leer. Unter der Trennlinie ein Spektrumfenster: eine Grundlinie mit einem hohen, oben gezackten Berg innerhalb eines hellgrau hinterlegten senkrechten Streifens. Ganz unten ein Wasserfall-Streifen mit einer breiten hellen Spur genau unter diesem Berg.
  1. 12,5
  2. 95
  3. 80
  4. 59
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: 59

Lösungsweg:

  1. Betriebszustand prüfen: das Display zeigt RX, also Empfang — die obere S-Skala gilt
  2. Balkenende auf der oberen Skala: genau bei 9, also S 9
  3. Lesbarkeit aus dem Text: „einwandfrei“ = R 5
  4. Rapport zusammensetzen: 59

Kniff: Ein Display zeigt viele Zahlen, aber nur eine gehört in den Rapport. Der lange Balken in der Mitte hat zwei Skalen: die obere S-Skala gilt beim Empfangen und ist die Stärkeanzeige, die untere P-Skala gilt beim Senden und zählt Watt Ausgangsleistung. Oben rechts steht RX, das Gerät empfängt — also ist die obere Skala zuständig. Der Balken endet genau auf der 9. Die Lesbarkeit R liest man nirgends ab, sie steht im Fragetext: „einwandfrei“ heißt R 5.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 12,5 – Diese Zahl gehört zur unteren Skala P, der Sendeleistung in Watt. Dort endet der Balken zwischen 10 und 15, überschlägig also bei etwa 12 bis 13. Beim Empfang (RX) sagt diese Skala gar nichts, und Watt sind kein Rapport.
  • 80 – Das ist der rechte obere Balken am Lautsprecher-Symbol: er reicht auf der Skala 0 bis 100 genau bis 80. Das ist die eingestellte Lautstärke am eigenen Gerät und hängt nicht davon ab, wie stark die Gegenstation ankommt.
  • 95 – Das sind die richtigen Ziffern in der falschen Reihenfolge. Im RST-System kommt die Lesbarkeit zuerst, und die reicht nur bis 5 — eine 9 kann dort nicht stehen. Richtig herum gelesen ergibt sich 59.

BE209Sie hören in einem Funkgespräch in SSB-Telefonie die Gegenstation einwandfrei. Das Display Ihres Funkgerätes zeigt die abgebildeten Informationen an. Welchen Empfangsrapport nach dem RST-System geben Sie?ab Klasse N

Dasselbe Display wie in der Nachbarfrage, nur mit anderen Balkenständen. Oben links die Frequenz 144.315.0, daneben untereinander „USB“ und „RX“. Rechts ein Lautsprechersymbol mit einem Balken darunter, dessen Skala von 0 bis 100 reicht; dieser Balken ist genau bis zur Hälfte grau gefüllt. Darunter links der große Balken mit zwei Beschriftungszeilen: oben S1, 3, 5, 7, 9, +20, +40, unten P1, 5, 10, 15, 20. Seine graue Füllung reicht weit nach rechts, deutlich hinter die 9 der oberen Zeile, und endet im Feld unter der Beschriftung +20; auf der unteren Zeile liegt diese Stelle zwischen 15 und 20. Rechts daneben der leere SWR-Balken mit 1, 2, 3 und Unendlich-Zeichen. Unten das Feld mit der Kurve, die einen hohen Zacken in der Mitte zeigt, und darunter das dunkle Band mit einem hellen senkrechten Streifen an derselben Stelle.
  1. 50
  2. 59+20 dB
  3. 520
  4. 17
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist B: 59+20 dB

Lösungsweg:

  1. Lesbarkeit aus dem Fragetext: „einwandfrei“ = R 5
  2. „RX“ heißt Empfang, also gilt am großen Balken die obere Zeile (S)
  3. Die Füllung reicht über das Skalenende S 9 hinaus bis in das Feld +20 dB
  4. Stärke damit: 9 plus 20 dB
  5. Rapport zusammensetzen: 59+20 dB

Kniff: Die Stärkeskala S endet bei 9. Ist ein Signal noch stärker, zählt man in Dezibel über S 9 weiter: +20, +40 dB. Diese Angabe ersetzt die 9 nicht, sondern wird an sie angehängt. Zusammen mit der Lesbarkeit R 5 aus dem Fragetext („einwandfrei“) lautet der Rapport also 59 plus 20 dB. Ein Dezibel (dB) ist dabei eine Verhältnisangabe für Leistungen und Spannungen, kein eigener Skalenwert. Wer die 9 weglässt oder nur den dB-Wert nennt, gibt keinen gültigen Rapport ab.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 50 – 50 ist der Stand des Balkens unter dem Lautsprechersymbol: nachgemessen ist er auf der Skala 0 bis 100 genau zur Hälfte gefüllt. Das ist die eingestellte Lautstärke, keine Aussage über die Gegenstation.
  • 520 – Die 5 für die Lesbarkeit ist richtig, aber die 9 fehlt: hier wurde der Wert 20 direkt an die 5 gehängt. Die Angabe +20 dB zählt ab dem Skalenende S 9 — ohne die 9 hängt die 20 in der Luft und wird als Tonbewertung gelesen, die es nur in der Telegrafie gibt.
  • 17 – Am nächsten kommt dieser Zahl die untere Zeile desselben Balkens, die P-Skala für die Sendeleistung; genau nachgemessen endet die Füllung dort aber bei etwa 16, nicht bei 17. Und diese Zeile gilt ohnehin nur beim Senden, das Display zeigt RX, also Empfang.

BE210Wie teilen Sie Ihrem Funkpartner in SSTV seinen „Rapport“ mit?ab Klasse N

  1. Ich schreibe den Rapport direkt in das zu übertragende Bild.
  2. Ich sende den Rapport nach der Bildübertragung in CW.
  3. Ich teile ihm den Rapport später auf der QSL-Karte mit.
  4. Ich teile ihm den Rapport während der Bildübertragung in SSB mit.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist A: Ich schreibe den Rapport direkt in das zu übertragende Bild.

Kniff: In SSTV läuft ohnehin ein Bild über die Frequenz — also nimmt man den Weg, der schon offen ist, und schreibt den Rapport hinein. Die falschen Antworten wechseln dafür entweder das Übertragungsverfahren oder verschieben den Rapport auf einen viel späteren Zeitpunkt. Frage dich, welcher Weg ohne Zusatzaufwand und ohne Störung funktioniert.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Ich sende den Rapport nach der Bildübertragung in CW. – Ein Wechsel in Telegrafie setzt voraus, dass die Gegenstation mitlesen kann, und ist unnötig: das Bild trägt die Angabe ohne zusätzliche Aussendung.
  • Ich teile ihm den Rapport später auf der QSL-Karte mit. – Die Karte kommt Wochen später. Der Rapport gehört in die Verbindung, damit die Gegenstation noch darauf reagieren kann.
  • Ich teile ihm den Rapport während der Bildübertragung in SSB mit. – Während der Bildübertragung ist der Kanal belegt. Eine gleichzeitige Sprachaussendung würde das eigene Bild zerstören.

Mehr dazu: Abkürzungen im Funkbetrieb

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Alle Themen: Betriebliche Kenntnisse · Lexikon

Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.