Abschnitt 4.2.2 · Elektrizitäts-, Elektromagnetismus- und Funktheorie · Technische Kenntnisse Klasse E. 6 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 6 Prüfungsfragen zum Thema Magnetisches Feld (Kapitel „Elektrizitäts-, Elektromagnetismus- und Funktheorie“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
Jeder Strom erzeugt ein Magnetfeld, und dieses Feld UMRINGT den Leiter: die Feldlinien sind geschlossene, konzentrische Kreise um den Draht, bei konstantem Gleichstrom ein stehendes Bild. Daraus folgt der Unterschied zum elektrischen Feld. Elektrische Feldlinien beginnen und enden an Ladungen und stehen sternförmig von einem Leiter ab; magnetische Feldlinien haben keinen Anfang und kein Ende, sie laufen um den Strom herum. Sternförmig ist also die falsche Form, und elektrisch die falsche Art von Feld. Wickelt man den Leiter zu einer Spule, liegen viele solche Ringe hintereinander und fassen sich zu einem gemeinsamen Feld zusammen; das ist die Induktivität. Was ein Kern daran ändert, hängt am Werkstoff, und hier sind zwei Wörter sauber auseinanderzuhalten: verstärken und verdrängen. Ein ferromagnetischer Stoff VERSTÄRKT das Feld. Er lässt sich magnetisieren und führt das Feld, sodass bei gleichem Strom mehr Feld zusammenkommt und die Induktivität steigt. Bei Raumtemperatur ist Eisen ein solcher Stoff; Kupfer, Chrom und Aluminium sind es nicht. Ein Kern aus Kupfer oder Aluminium verstärkt darum nichts. Er tut bei Hochfrequenz etwas anderes: das schnell wechselnde Magnetfeld kann in das gut leitende Metall nicht eindringen, es wird aus dem Kernvolumen VERDRÄNGT. Dem Feld bleibt ein kleinerer Querschnitt, und deshalb wird die Induktivität kleiner. Zwei Verwechslungen liegen dicht daneben. Erstens: gut Strom leiten ist nicht dasselbe wie gut Feld führen, und ein Metall, das nicht ferromagnetisch ist, schwächt das Feld nicht durch Ferromagnetismus. Zweitens: das Feld wird nicht kurzgeschlossen und verschwindet nicht — ein Magnetfeld lässt sich nicht kurzschließen, es weicht nur aus. Und wirkungslos ist ein solcher Kern erst recht nicht; seine Wirkung geht nur in die verkleinernde Richtung.
Gleichstrom im gestreckten Leiter
konzentrische Kreise um den Leiter
Ringe, keine Strahlen. Das Bild steht still, solange der Strom konstant ist.
Sternförmig vom Leiter weg
gehört zum elektrischen Feld
Elektrische Feldlinien beginnen und enden an Ladungen.
Ferromagnetisch
verstärkt das Magnetfeld
Der Stoff wird magnetisiert und führt das Feld.
Eisen
ferromagnetisch bei Raumtemperatur
Der geprüfte Vertreter.
Kupfer, Chrom, Aluminium
nicht ferromagnetisch
Gute Stromleiter, aber keine Feldverstärker.
Eisenkern in der Spule
mehr Induktivität
Mehr Feld bei gleichem Strom.
Kupfer- oder Alukern bei HF
weniger Induktivität
Das Feld wird aus dem Kern verdrängt.
Grund dafür
Feld dringt nicht in den Kern ein
Der Querschnitt des Feldes wird kleiner.
Nicht kurzgeschlossen
ein Magnetfeld lässt sich nicht kurzschließen
Es verschwindet nicht im Inneren, es weicht aus.
Nicht wirkungslos
die Wirkung verkleinert
Keine Verstärkung, aber sehr wohl eine Änderung.
Merken: Der Strom macht das Feld, und das Feld läuft in konzentrischen Kreisen um den Leiter — sternförmig wäre elektrisch. Ferromagnetisch heißt verstärken; von den geprüften Stoffen tut das nur Eisen. Ein Kupfer- oder Aluminiumkern verstärkt nicht, sondern verdrängt das hochfrequente Feld aus seinem Volumen. Kleinerer Feldquerschnitt heißt kleinere Induktivität. Verstärken und verdrängen sind zwei verschiedene Dinge.
EB201Wenn ein konstanter Gleichstrom durch einen gestreckten Leiter fließt, sind die ...ab Klasse E
magnetischen Feldlinien sternförmig um den Leiter.
magnetischen Feldlinien konzentrische Kreise um den Leiter.
elektrischen Feldlinien konzentrische Kreise um den Leiter.
elektrischen Feldlinien parallel zu den magnetischen Feldlinien um den Leiter.
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Richtig ist B: magnetischen Feldlinien konzentrische Kreise um den Leiter.
Kniff: Die vier Antworten unterscheiden sich in zwei Merkmalen: welches Feld gemeint ist und welche Form es hat. Entscheide beides getrennt — das Feld um einen stromdurchflossenen Leiter ist das magnetische, und seine Linien umringen den Draht. Nur eine Antwort hat beide Merkmale richtig.
Warum die anderen nicht stimmen:
magnetischen Feldlinien sternförmig um den Leiter. – Das Feld ist richtig benannt, die Form nicht: sternförmig vom Leiter weg stehen elektrische Feldlinien, weil sie an Ladungen beginnen und enden.
elektrischen Feldlinien konzentrische Kreise um den Leiter. – Die Form ist richtig beschrieben, gehört aber zum magnetischen Feld — die Ringe entstehen um den Strom, nicht um Ladungen.
elektrischen Feldlinien parallel zu den magnetischen Feldlinien um den Leiter. – Hier ist das falsche Feld genannt und zusätzlich eine Lage behauptet, die es nicht gibt: ein paralleler Verlauf beider Feldlinienarten kommt beim Gleichstrom im gestreckten Leiter nicht vor.
EB202Welches Feld stellt sich im Inneren einer langen Zylinderspule bei Fließen eines Gleichstroms näherungsweise ein?ab Klasse E
Zentriertes magnetisches Feld
Konzentrisches magnetisches Feld
Homogenes elektrisches Feld
Homogenes magnetisches Feld
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Richtig ist D: Homogenes magnetisches Feld
Kniff: Dass ein Strom in der Wicklung ein Magnetfeld macht, ist der einfache Teil. Der eigentliche Punkt steckt im Wort „lang“: nur bei einer langen Spule laufen die Linien im Inneren so gerade, parallel und in gleichem Abstand wie gezeichnet. Gleicher Abstand heißt gleiche Feldstärke, also homogen. Erst außerhalb und an den Spulenenden fächern die Linien auf, dort ist das Feld nicht homogen.
Warum die anderen nicht stimmen:
Zentriertes magnetisches Feld – „Zentriert" ist keine Feldform. Der Ausdruck würde Linien beschreiben, die auf einen Mittelpunkt zulaufen; in der Zeichnung laufen sie gerade und parallel durch die ganze Spule.
Konzentrisches magnetisches Feld – Konzentrische Ringe bilden das Feld um einen einzelnen geraden Draht. Die Spule besteht aus solchen Drähten, aber in ihrem Inneren addieren sich die Ringe aller Windungen zu geraden, parallelen Linien längs der Achse — genau das ist gezeichnet.
Homogenes elektrisches Feld – Homogen stimmt, die Feldart nicht. Ein elektrisches Feld gehört zwischen die Platten eines Kondensators; ein Gleichstrom durch eine Wicklung erzeugt ein Magnetfeld.
EB203Ein Ringkern hat einen mittleren Durchmesser von 2,6 cm und trägt 6 Windungen Kupferdraht. Wie groß ist die mittlere magnetische Feldstärke im Ringkern, wenn der Strom 2,5 A beträgt?ab Klasse E
5769 A/m
5,769 A/m
183,6 A/m
1,836 A/m
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Richtig ist C: 183,6 A/m
Lösungsweg:
Mittlerer Umfang: l = π · d = π · 0,026 m = 0,0817 m
Durchflutung: N · I = 6 · 2,5 A = 15 A
H = 15 A / 0,0817 m = 183,6 A/m
Kniff: In H = N · I / l steht unten nicht der Durchmesser, sondern die Länge des Weges, den die Feldlinien im Kern zurücklegen. Beim Ring ist dieser Weg ein voller Kreis, also der mittlere Umfang l = π · d. Das π wird am häufigsten vergessen. Zweite Falle: 2,6 cm sind 0,026 m — die Umrechnung muss vor dem Teilen passieren. Die sechs Windungen zählen einfach als Faktor 6, ihre Lage rund um den Kern spielt keine Rolle.
Warum die anderen nicht stimmen:
5769 A/m – Zwei Fehler zusammen: statt durch den Umfang wird durch den Durchmesser geteilt (π fehlt), und die 2,6 cm werden als 2,6 mm angesetzt — 15 A / 0,0026 m = 5769 A/m.
5,769 A/m – Dieselbe Rechnung ohne jede Umrechnung: 15 A / 2,6 = 5,769. Hier fehlt das π und dazu bleiben die Zentimeter stehen.
1,836 A/m – Formel richtig, Einheit falsch: 2,6 wurde als Meter eingesetzt. 15 A / (π · 2,6 m) = 1,836 A/m — genau der Faktor 100 zu klein, weil Zentimeter nicht in Meter umgerechnet wurden.
EB204Welcher der nachfolgenden Werkstoffe ist bei Raumtemperatur ein ferromagnetischer Stoff?ab Klasse E
Kupfer
Chrom
Eisen
Aluminium
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Richtig ist C: Eisen
Kniff: Gefragt ist eine magnetische Werkstoffeigenschaft, nicht die Leitfähigkeit — drei der vier Stoffe sind gute Stromleiter und trotzdem keine Feldverstärker. Prüfe deshalb nicht, welches Metall du in Spulen und Leitungen findest, sondern welches sich magnetisieren lässt.
Warum die anderen nicht stimmen:
Kupfer – Kupfer leitet den Strom hervorragend, ist aber nicht ferromagnetisch; gut Strom leiten und gut das Magnetfeld führen sind zwei verschiedene Eigenschaften.
Chrom – Chrom gehört zu den nicht ferromagnetischen Metallen. Dass es hart ist und metallisch glänzt, sagt über das Magnetfeld nichts.
Aluminium – Aluminium ist nicht ferromagnetisch und verstärkt deshalb kein Feld — als Spulenkern wirkt es bei Hochfrequenz sogar in die entgegengesetzte Richtung.
EB205Welcher Effekt verringert die Induktivität einer von hochfrequentem Strom durchflossenen Spule beim Einführen eines Kupfer- oder Aluminiumkerns?ab Klasse E
Das hochfrequente Magnetfeld kann nicht in den Kern eindringen, was den Querschnitt des Feldes verringert.
Kupfer und Aluminium sind ferromagnetisch und schwächen das Feld ab.
Das leitfähige Metall schließt das Feld kurz, sodass es im Inneren der Spule verschwindet.
Kupfer und Aluminium sind nicht magnetisch und haben keinen Einfluss auf das Feld.
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Richtig ist A: Das hochfrequente Magnetfeld kann nicht in den Kern eindringen, was den Querschnitt des Feldes verringert.
Kniff: Die gesuchte Antwort begründet die kleinere Induktivität damit, dass das hochfrequente Feld nicht in den Kern eindringt und der Feldquerschnitt dadurch kleiner wird. Prüfe die übrigen an zwei Wörtern: verstärken gehört zu ferromagnetischen Stoffen, verdrängen zu gut leitenden.
Warum die anderen nicht stimmen:
Kupfer und Aluminium sind ferromagnetisch und schwächen das Feld ab. – Beide Hälften sind falsch: die zwei Metalle sind nicht ferromagnetisch, und ferromagnetisch würde das Feld verstärken statt abschwächen.
Das leitfähige Metall schließt das Feld kurz, sodass es im Inneren der Spule verschwindet. – Ein Magnetfeld lässt sich nicht kurzschließen und verschwindet auch nicht; es wird aus dem Kern verdrängt und weicht aus.
Kupfer und Aluminium sind nicht magnetisch und haben keinen Einfluss auf das Feld. – Der erste Teil trifft zu, der Schluss nicht: das Feld wird zwar nicht verstärkt, aber sein Querschnitt wird kleiner, und damit sinkt die Induktivität.
EB206Wie werden die mit X gekennzeichneten Feldlinien einer Vertikalantenne bezeichnet?ab Klasse E
Elektrische Feldlinien
Vertikale Feldlinien
Offene Feldlinien
Magnetische Feldlinien
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Richtig ist D: Magnetische Feldlinien
Kniff: Die markierte Linie ist ein geschlossener Ring, der den Antennenstab umfasst und nirgends endet. Das ist das Erkennungszeichen des magnetischen Feldes: es wickelt sich um den Strom und hat keine Quelle und kein Ziel. Die durchgezogenen Bögen dagegen beginnen an der Antennenspitze und enden auf der Erde, sie gehören zum elektrischen Feld. Wichtig ist hier nur die eine Beobachtung, auf welche Linienart X zeigt — mit demselben Bild und X an der durchgezogenen Linie lautet die richtige Antwort genau umgekehrt (EB105).
Warum die anderen nicht stimmen:
Elektrische Feldlinien – Die laufen im Bild durchgezogen von der Stabspitze im Bogen nach außen und enden auf der Erde. X zeigt aber auf eine gestrichelte Ellipse, die den Stab umringt.
Vertikale Feldlinien – Eine Richtungsangabe, keine Feldart — und sie passt nicht: die markierten Ringe liegen waagerecht um den Stab. Senkrecht verlaufen im Bild die durchgezogenen Linien.
Offene Feldlinien – Doppelt daneben. Magnetische Feldlinien sind grundsätzlich geschlossen, und der markierte Ring ist im Bild sichtbar geschlossen. „Offen", also an Ladungen endend, sind nur die elektrischen Linien.
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.