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Elektrisches Feld Klasse E

Abschnitt 4.2.1 · Elektrizitäts-, Elektromagnetismus- und Funktheorie · Technische Kenntnisse Klasse E. 5 Fragen, jede mit Erklärung.

Auf dieser Seite stehen alle 5 Prüfungsfragen zum Thema Elektrisches Feld (Kapitel „Elektrizitäts-, Elektromagnetismus- und Funktheorie“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.

▶ Diese 5 Fragen im Trainer üben

Im Lehrgang des DARC nachlesen (50ohm.de):

Elektrische Feldstärke im Plattenkondensator

Liegt an zwei Platten eine Spannung, dann verteilt sich diese Spannung auf den Weg von der einen Platte zur anderen. Die elektrische Feldstärke ist genau dieser Anteil: Spannung pro Strecke, E = U/d. Das ist der ganze Kern, und die Einheit steht schon in der Formel — Volt oben, Meter unten, also V/m. Daraus folgt, wie sich die Feldstärke verhält, wenn man etwas verändert: dieselbe Spannung am halben Abstand ergibt die doppelte Feldstärke, weil derselbe Spannungsbetrag auf einer kürzeren Strecke abfallen muss. Und daraus folgt die zweite Art von Aufgabe, denn die Formel lässt sich umstellen zu U = E · d. Jeder Isolierstoff hält nur eine bestimmte Feldstärke aus; dieser Grenzwert ist die Durchschlagsfestigkeit. Setzt man ihn als E ein und die Dicke der Folie als d, bekommt man die höchste Spannung, die das Material noch verträgt. Eine dünnere Folie bedeutet also nicht nur mehr Kapazität, sondern auch weniger Spannungsfestigkeit. Die Falle liegt bei diesen Aufgaben nie in der Formel, sondern immer in den EINHEITEN. In der Formel steht der Meter, in der Aufgabe stehen Zentimeter und Millimeter, und die Durchschlagsfestigkeit wird in Kilovolt je Zentimeter angegeben. Wer 0,6 cm als 0,6 einsetzt oder 0,15 mm als 0,15, liegt um den Faktor hundert oder tausend daneben, und genau solche um Zehnerpotenzen verschobenen Werte stehen bei den Antworten bereit. Also erst alles in Meter und in Volt je Meter umrechnen, dann rechnen. Zum Schluss die Größenordnung prüfen: wenige Volt über wenige Millimeter ergeben einige hundert bis einige tausend V/m, und eine Durchschlagsfestigkeit von Millionen V/m ergibt über Bruchteile eines Millimeters Kilovolt.

Elektrische FeldstärkeSpannung pro StreckeE = U/d. Der Bruch gibt die Einheit vor.
EinheitV/m, Volt je MeterVolt oben, Meter unten — die Reihenfolge der Formel.
Abstand halbiertFeldstärke verdoppeltBei gleicher Spannung.
UmgestelltU = E · dAus Feldstärke und Dicke folgt die Spannung.
Durchschlagsfestigkeithöchste Feldstärke, die der Stoff aushältWird in kV/cm angegeben. Als E einsetzen.
1 cm0,01 m0,6 cm sind 0,006 m.
1 mm0,001 m0,15 mm sind 0,00015 m.
1 kV/cm100 000 V/m400 kV/cm sind 40 000 000 V/m.
Beispiel: 9 V an 0,6 cm1500 V/m9 V / 0,006 m = 1500 V/m.
Beispiel: 0,15 mm PTFE bei 400 kV/cm6 kV40 000 000 V/m · 0,00015 m = 6000 V.

Merken: Die Feldstärke ist Spannung pro Strecke, E = U/d, und darum wird sie in Volt je Meter gemessen. Umgestellt ergibt U = E · d aus der Durchschlagsfestigkeit und der Dicke des Dielektrikums die höchstzulässige Spannung. Rechne vor dem Einsetzen jede Länge in Meter um und jede Feldstärke in Volt je Meter. Prüfe am Ende die Zehnerpotenz — dort und nirgends sonst sitzt der Fehler.

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Die 5 Fragen

EB101Welches Feld stellt sich zwischen zwei parallelen Kondensatorplatten bei Anliegen einer Gleichspannung in Näherung ein?ab Klasse E

Zwei kräftige senkrechte Balken sind die Kondensatorplatten; von links und von rechts führt je ein waagerechter Anschlussdraht an eine Platte. Der Raum zwischen den Platten ist mit etwa fünfzehn waagerechten Pfeilen dicht ausgefüllt: alle gleich lang, alle gleich weit voneinander entfernt, alle in dieselbe Richtung von der linken zur rechten Platte. Die Pfeile biegen nirgends aus und werden am Rand nicht dünner.
  1. Homogenes magnetisches Feld
  2. Homogenes elektrisches Feld
  3. Polarisiertes elektrisches Feld
  4. Polarisiertes magnetisches Feld
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Richtig ist B: Homogenes elektrisches Feld

Kniff: In der Antwort stecken zwei Entscheidungen. Erstens die Feldart: an einem Kondensator mit Gleichspannung fließt kein dauernder Strom, also entsteht kein Magnetfeld — die Ladung auf den Platten erzeugt ein elektrisches Feld. Zweitens die Form: Pfeile mit gleicher Länge, gleicher Richtung und gleichem Abstand bedeuten überall gleiche Feldstärke, und genau das heißt homogen.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Homogenes magnetisches Feld – Ein Magnetfeld braucht einen fließenden Strom. Am fertig geladenen Kondensator fließt bei Gleichspannung keiner mehr. Außerdem laufen die Pfeile im Bild von Platte zu Platte; magnetische Feldlinien wären geschlossene Ringe um einen Leiter.
  • Polarisiertes elektrisches Feld – Die Feldart ist richtig, der Zusatz nicht. „Polarisiert" beschreibt die Lage des elektrischen Feldes einer laufenden Welle. Hier wird das Wort mit der Polarisation des Isolierstoffs zwischen den Platten verwechselt — das ist eine Wirkung im Material, keine Bezeichnung für die Feldform.
  • Polarisiertes magnetisches Feld – Hier ist beides daneben: falsche Feldart (magnetisch statt elektrisch) und dazu ein Begriff, der die Form eines Feldes zwischen zwei Platten nicht beschreibt.

EB102An einem Plattenkondensator mit 0,6 cm Plattenabstand werden 9 V angelegt. Wie groß ist die elektrische Feldstärke zwischen den beiden Platten näherungsweise?ab Klasse E

  1. 150 V/m
  2. 540 V/m
  3. 1500 V/m
  4. 5,4 V/m
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Richtig ist C: 1500 V/m

Lösungsweg:

  1. Gegeben: U = 9 V, d = 0,6 cm
  2. Umrechnen: 0,6 cm = 0,006 m
  3. E = U / d = 9 V / 0,006 m
  4. 9 / 0,006 = 1500
  5. Die Feldstärke beträgt 1500 V/m

Kniff: Erst umrechnen, dann teilen: 0,6 cm sind 0,006 m, und 9 V / 0,006 m ergeben 1500 V/m. Keine der falschen Zahlen kommt aus einer anderen Formel — sie liegen um Zehnerpotenzen daneben oder rechnen in die falsche Richtung.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 150 V/m – Hier steckt der Plattenabstand als 0,06 m in der Rechnung, die Umrechnung ist also nur um eine Stelle statt um zwei verschoben. Mit den richtigen 0,006 m wird das Ergebnis zehnmal größer.
  • 540 V/m – Das ist das Hundertfache der 5,4 V/m: erst mal statt geteilt gerechnet (9 V · 0,6 = 5,4), dann die Zentimeter wie Meter behandelt und mit 100 multipliziert. Zwei Fehler hintereinander, die sich genau auf diese Zahl addieren.
  • 5,4 V/m – Das ist 9 mal 0,6, also malgenommen statt geteilt und dazu mit dem Zentimeterwert. Bei einem Abstand weit unter einem Meter muss die Zahl in V/m größer als die angelegte Spannung sein, nicht kleiner.

Mehr dazu: Elektrische Feldstärke im Plattenkondensator

EB103An den Metallbelägen eines Wickelkondensators mit 0,15 mm starkem Kunststoff-Dielektrikum liegt eine Spannung von 300 V. Wie hoch ist die elektrische Feldstärke zwischen den Metallbelägen ungefähr?ab Klasse E

Schrägbild eines Wickelkondensators: ein aufgerollter Zylinder, an der Stirnseite ist die Spirale des Wickels zu sehen. Rechts daneben ist ein Stück dieses Wickels stark vergrößert als flaches Paket herausgezeichnet. Zwei Pfeile mit der Aufschrift „Metallbeläge" zeigen auf die beiden äußeren Lagen des Pakets, ein Pfeil „Dielektrikum" auf die Schicht dazwischen. Ein dritter Pfeil „Wickel" zeigt auf den Zylinder selbst.
  1. 2000 kV/m
  2. 2000 V/m
  3. 200 kV/m
  4. 200 V/m
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Richtig ist A: 2000 kV/m

Lösungsweg:

  1. Plattenabstand: d = 0,15 mm = 0,00015 m
  2. E = U / d = 300 V / 0,00015 m
  3. E = 2 000 000 V/m
  4. In kV/m: 2 000 000 V/m = 2000 kV/m

Kniff: Die vergrößerte Stelle im Bild sagt, welche Strecke gemeint ist: die 0,15 mm sind nicht die Dicke des ganzen Wickels, sondern die Dicke der einen Kunststoffschicht zwischen zwei Belägen — also genau der Plattenabstand d in E = U / d. Dass der Wickel aufgerollt ist, ändert daran nichts. Zweite Falle: die Millimeter müssen vor dem Teilen in Meter umgerechnet werden, sonst steht das Ergebnis um den Faktor 1000 daneben.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 2000 V/m – Die Ziffern stimmen, die Einheit nicht. Aus 300 V / 0,00015 m kommen 2 000 000 V/m; wer das als „2000" notiert, hat in kV/m gerechnet und muss die Einheit mitschreiben. 2000 V/m wären eine tausendmal kleinere Feldstärke.
  • 200 kV/m – Das ist das Ergebnis für d = 1,5 mm: 300 V / 0,0015 m = 200 000 V/m = 200 kV/m. Beim Umrechnen von Millimeter in Meter ist das Komma um eine Stelle verrutscht.
  • 200 V/m – Hier stecken beide Fehler zusammen: das verrutschte Komma beim Abstand und die vergessene Vorsilbe k. Zur richtigen Feldstärke fehlt der Faktor 10 000.

EB104Ein Kondensator in einer Senderendstufe hat eine 0,15 mm starke PTFE-Folie als Dielektrikum. Die Durchschlagsfestigkeit von PTFE beträgt ca. 400 kV/cm. Wie groß wäre die maximale Spannung, die an den Kondensator angelegt werden kann, ohne dass die Folie durchschlagen wird?ab Klasse E

  1. 6 kV
  2. 2,6 kV
  3. 60 kV
  4. 26 V
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Richtig ist A: 6 kV

Lösungsweg:

  1. Gegeben: E = 400 kV/cm, d = 0,15 mm
  2. Feldstärke umrechnen: 400 kV/cm = 40 000 000 V/m
  3. Dicke umrechnen: 0,15 mm = 0,00015 m
  4. U = E · d = 40 000 000 V/m · 0,00015 m
  5. U = 6000 V
  6. Die maximale Spannung beträgt 6 kV

Kniff: Umgestellt lautet die Aufgabe U = E · d; bring vorher beide Größen in die Grundeinheiten, also 400 kV/cm auf 40 000 000 V/m und 0,15 mm auf 0,00015 m. Wer in Zentimetern bleiben will, rechnet 0,15 mm = 0,015 cm und nimmt 400 kV/cm damit mal — dasselbe Ergebnis.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 2,6 kV – Hier ist geteilt statt malgenommen: 400 durch 0,15 ergibt 2667, gelesen als 2,6 kV. Aus Feldstärke und Dicke wird die Spannung durch Multiplizieren gewonnen.
  • 60 kV – Das ist die Rechnung mit 0,15 cm statt 0,15 mm: 400 mal 0,15 ergibt 60. Ein Millimeter ist ein Zehntel Zentimeter, richtig sind also 0,015 cm, und das Ergebnis ist zehnmal zu groß.
  • 26 V – Dieselben Ziffern wie bei den 2,6 kV, nur um den Faktor hundert verschoben: wer erst teilt statt malzunehmen und dann die Zentimeter der Durchschlagsfestigkeit falsch umrechnet, landet hier. Die Probe entlarvt es sofort: Millionen Volt je Meter können über 0,15 mm keine 26 V ergeben.

Mehr dazu: Elektrische Feldstärke im Plattenkondensator

EB105Wie werden die mit X gekennzeichneten Feldlinien einer Vertikalantenne bezeichnet?ab Klasse E

Eine senkrechte Antenne steht auf einer schraffierten Erdlinie mit der Aufschrift „Erde". Der Antennenstab ist eine senkrechte Linie, in halber Höhe sitzt eine kleine Spule — die Einspeisung. Vom Punkt an der Stabspitze laufen durchgezogene Linien nach links und nach rechts im Bogen nach außen, fallen dann senkrecht nach unten und enden auf der Erdlinie; unter der Erde sind sie gestrichelt weitergeführt. Dazu liegen drei gestrichelte, ineinanderliegende Ellipsen waagerecht um den Stab herum, in Höhe der Einspeisung — in der Schrägansicht sind das Ringe um den Draht. Der Buchstabe X steht rechts außen und zeigt mit einer kurzen Linie auf die äußerste durchgezogene Linie.
  1. Elektrische Feldlinien
  2. Magnetische Feldlinien
  3. Radiale Feldlinien
  4. Horizontale Feldlinien
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Richtig ist A: Elektrische Feldlinien

Kniff: Nicht die Richtung im Bild entscheidet, sondern wo eine Linie anfängt und wo sie aufhört. Die mit X markierte Linie beginnt an der Antennenspitze und endet auf der Erde, also an Ladungen — genau das ist das Kennzeichen elektrischer Feldlinien. Magnetische Feldlinien haben keinen Anfang und kein Ende, sie sind geschlossene Ringe um den stromführenden Stab: im Bild die gestrichelten Ellipsen. Wer nur schaut, ob eine Linie senkrecht oder waagerecht liegt, sortiert nach der Richtung statt nach der Art des Feldes.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Magnetische Feldlinien – Das sind die gestrichelten Ringe, die den Stab umfassen. X zeigt aber auf eine durchgezogene Linie, die an der Spitze beginnt und auf der Erde endet — ein geschlossener Ring endet nirgends.
  • Radiale Feldlinien – „Radial" ist eine Richtungsangabe — gerade von der Antennenachse weg — und keine Art von Feld. Sie passt hier auch nicht: die markierte Linie läuft über den größten Teil ihrer Länge parallel zum Stab nach unten.
  • Horizontale Feldlinien – Wieder eine Richtung statt einer Feldart, und die Richtung stimmt nicht: die markierte Linie verläuft neben dem Stab senkrecht. Waagerecht liegen im Bild nur die gestrichelten Ringe.

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Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.