Abschnitt 4.6.4 · Sender und Empfänger · Technische Kenntnisse Klasse E. 5 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 5 Prüfungsfragen zum Thema Leistungsverstärker (Kapitel „Sender und Empfänger“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
Bei SSB steckt die Nachricht in der HÜLLKURVE. Die Sprache formt die Amplitude des Signals, und allein die Form dieser Amplitude trägt die Information. Daraus folgt die eine Forderung, aus der auf diesem Blatt fast alles kommt: jede Stufe im Sendezweig muss die Hüllkurve unverzerrt weitergeben, sie muss LINEAR sein. Deshalb ist die Ausgangsstufe eines SSB-Senders als linearer Verstärker aufgebaut und nicht als Begrenzer und nicht als Vervielfacher — ein Begrenzer schnitte die Spitzen der Hüllkurve ab, ein Vervielfacher ließe von ihr gar nichts übrig. Aus derselben Forderung folgt, WIE man die Leistung angibt. Ein SSB-Signal hat keinen ruhenden Träger, seine Amplitude schwankt mit der Sprache. Die sinnvolle Zahl ist deshalb die Leistung in der Hüllkurvenspitze, die PEP. Gemessen wird sie unmittelbar am Senderausgang und bei Ein- oder Zweitonaussteuerung; mit unmoduliertem Träger ginge es nicht, weil es bei SSB keinen gibt. Am Senderausgang, und zwar bevor das Signal Zusatzgeräte wie einen Antennentuner durchläuft — genau das ist die Ausgangsleistung. Sie ist weder die Summe noch die Differenz aus vorlaufender und rücklaufender Leistung; das sind Größen der Leitung, nicht des Senders. Und der Grundfehler folgt auch daraus: Übersteuerung. Wer mehr hineingibt, als die Stufe linear verarbeiten kann, verlässt den linearen Bereich, und die Folge ist ein hoher Anteil an Nebenaussendungen. Genau darum sitzen zwei Regelungen im Sendezweig. Die ALC senkt bei zu starkem NF-Signal die Amplitude im Sendezweig VOR dem Leistungsverstärker; sie senkt, sie hebt nicht an, und sie greift nicht im Empfangsteil ein — das tut die AGC. Der Dynamic Compressor arbeitet am anderen Ende und hebt leise Sprachanteile gegenüber den lauten etwas an. Darum geht es auch beim Arbeitspunkt der Endstufe: er legt fest, ob die Stufe überhaupt linear arbeitet, und deshalb ist nach dem Neujustieren auf Oberwellen zu prüfen, nicht erst dann, wenn jemand Splatter meldet. Die Verwechslung, in die man tappt: ein Leistungsverstärker soll das Sendesignal ANHEBEN und sonst nichts. Filtern, mischen und modulieren sind Aufgaben anderer Stufen. Und Verstärkung heißt, dass mehr herauskommt als hineingeht — die zusätzliche Leistung liefert eine Spannungsquelle. Ohne Spannungsquelle gibt es keine Verstärkung.
Leistungsverstärkung
Ausgang größer als Eingang
Dazu ist eine Spannungsquelle notwendig. Von nichts kommt nichts.
HF-Leistungsverstärker
hebt das Sendesignal an
Er filtert nicht, mischt nicht und moduliert nicht.
Ausgangsstufe eines SSB-Senders
linearer Verstärker
Kein Begrenzerverstärker, kein nichtlinearer Verstärker, kein Vervielfacher.
Warum linear
die Hüllkurve trägt die Information
Wird sie verzerrt, entstehen Nebenaussendungen.
Ausgangsleistung
am Senderausgang, vor Zusatzgeräten
Nicht Summe und nicht Differenz aus vorlaufender und rücklaufender Leistung.
PEP messen
Ein- oder Zweitonaussteuerung
Direkt am Senderausgang. Nicht mit unmoduliertem Träger, nicht hinter dem Antennentuner.
Übersteuerung
hoher Anteil an Nebenaussendungen
Der Grundfehler im Sendezweig.
ALC
senkt die Amplitude im Sendezweig
Vor dem Leistungsverstärker. Sie senkt, sie hebt nicht an.
ALC gegen AGC
Sendezweig gegen Empfangsteil
AGC ist die automatische Verstärkungsregelung im Empfänger.
Dynamic Compressor
hebt leise Sprachanteile an
Gegenüber den lauten. Nicht Clarifier, nicht Notchfilter, nicht Noise Blanker.
Seitenbandfilter
2,4 kHz
Unterdrückt das zweite Seitenband bei der SSB-Erzeugung. So breit wie ein Sprachsignal.
Arbeitspunkt neu justiert
auf Oberwellen prüfen
Nicht erst, wenn Splatter zu hören ist, und nicht vor jedem Sendebetrieb.
Stromzufuhr
gegen HF-Einstrahlung entkoppelt
Nicht hochohmig und nicht über das Leistungsverstärkergehäuse geführt.
Merken: Bei SSB trägt die Hüllkurve die Information, deshalb ist die Endstufe ein linearer Verstärker und Übersteuerung der Grundfehler. Die Ausgangsleistung wird als PEP unmittelbar am Senderausgang gemessen, bei Ein- oder Zweitonaussteuerung und bevor Zusatzgeräte durchlaufen werden. Die ALC senkt dazu die Amplitude im Sendezweig vor dem Leistungsverstärker, der Dynamic Compressor hebt umgekehrt leise Sprachanteile an. Verstärken heißt mehr heraus als hinein, und die Mehrleistung kommt aus der Spannungsquelle. Nach dem Justieren des Arbeitspunkts ist auf Oberwellen zu prüfen, und die Stromzufuhr muss gegen HF-Einstrahlung entkoppelt sein.
EF401Die Ausgangsleistung eines Senders ist die unmittelbar nach ...ab Klasse E
dem Senderausgang gemessene Summe aus vorlaufender und rücklaufender Leistung.
der Antenne messbaren Leistung, die durch ein Feldstärkenmessgerät im Nahfeld ermittelt werden kann.
dem Senderausgang gemessene Differenz aus vorlaufender und rücklaufender Leistung.
dem Senderausgang messbare Leistung, bevor sie Zusatzgeräte durchläuft.
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Richtig ist D: dem Senderausgang messbare Leistung, bevor sie Zusatzgeräte durchläuft.
Kniff: Der Fragesatz hört mitten im Satz auf, jede Antwort führt ihn weiter — lies Frage und Antwort deshalb zusammen. Zwei Antworten setzen die Leistung aus vorlaufender und rücklaufender zusammen; das sind Größen der Leitung, nicht des Senders. Eine dritte verlegt die Messung an die Antenne. Es bleibt der Ort: unmittelbar am Senderausgang, vor allem, was dahinter angeschlossen ist.
Warum die anderen nicht stimmen:
dem Senderausgang gemessene Summe aus vorlaufender und rücklaufender Leistung. – Der Ort stimmt, die Rechnung nicht. Vorlaufende und rücklaufende Leistung beschreiben, was auf der Leitung hin- und zurückläuft; addiert ergäben sie mehr, als der Sender überhaupt abgibt.
der Antenne messbaren Leistung, die durch ein Feldstärkenmessgerät im Nahfeld ermittelt werden kann. – Hier wandert der Messpunkt bis zur Antenne, und gemessen wird eine Feldstärke statt einer Leistung. Dazwischen liegen Kabel und Zusatzgeräte — was dort ankommt, ist nicht die Ausgangsleistung des Senders.
dem Senderausgang gemessene Differenz aus vorlaufender und rücklaufender Leistung. – Diese Antwort wirkt am plausibelsten, weil die Differenz beschreibt, was in die Antenne tatsächlich hineinfließt. Gefragt ist aber die Leistung des Senders, und die hängt nicht davon ab, wie viel die Leitung zurückschickt.
EF402Wie und wo wird die Ausgangsleistung eines SSB-Senders gemessen? Die maximale Hüllkurvenleistung (PEP) wird gemessen...ab Klasse E
direkt am Senderausgang bei Ein- oder Zweitonaussteuerung.
direkt am Senderausgang mit unmoduliertem Träger.
zwischen Antennentuner und Speisepunkt der Antenne mit unmoduliertem Träger.
zwischen Antennentuner und Speisepunkt bei Sprachmodulation.
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Richtig ist A: direkt am Senderausgang bei Ein- oder Zweitonaussteuerung.
Kniff: Jede Antwort macht zwei Angaben, einen Ort und eine Art der Aussteuerung, und beide müssen stimmen. Der Ort ist der Senderausgang; alles hinter dem Antennentuner misst nicht mehr den Sender. Bei der Aussteuerung scheidet der unmodulierte Träger aus, weil ein SSB-Sender ohne Aussteuerung nichts abgibt. Ein oder zwei Töne liefern dagegen einen gleichbleibenden Pegel, an dem die Hüllkurvenspitze ablesbar ist.
Warum die anderen nicht stimmen:
direkt am Senderausgang mit unmoduliertem Träger. – Der Ort ist richtig, die Aussteuerung unmöglich: bei SSB wird der Träger unterdrückt. Ohne Modulation steht am Ausgang also kein Signal, an dem sich eine Hüllkurvenspitze messen ließe.
zwischen Antennentuner und Speisepunkt der Antenne mit unmoduliertem Träger. – Hier ist beides falsch. Der Messpunkt liegt hinter einem Zusatzgerät, und den unmodulierten Träger gibt es bei SSB nicht.
zwischen Antennentuner und Speisepunkt bei Sprachmodulation. – Der Messpunkt liegt wieder zu weit hinten, und Sprache liefert keinen gleichbleibenden Pegel — die Anzeige schwankte mit jeder Silbe und wäre nicht wiederholbar.
EF403Wie ist die Ausgangsstufe eines SSB-Senders aufgebaut?ab Klasse E
Als linearer Verstärker
Als Begrenzerverstärker
Als nichtlinearer Verstärker
Als Vervielfacher
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Richtig ist A: Als linearer Verstärker
Kniff: Zwei Antworten sind die Gegensätze derselben Sache, „linear“ und „nichtlinear“; schon daran siehst du, worauf die Frage zielt. Der Begrenzerverstärker ist die feinere Falle: begrenzen darf man bei Betriebsarten mit gleichbleibender Amplitude, bei SSB aber nicht, weil dort die Spitzen der Hüllkurve die Nachricht mittragen.
Warum die anderen nicht stimmen:
Als Begrenzerverstärker – Ein Begrenzer kappt die Amplitudenspitzen. Bei FM mit seiner gleichbleibenden Amplitude wäre das ohne Folgen, bei SSB schneidet er gerade den Teil ab, in dem die Nachricht steckt.
Als nichtlinearer Verstärker – Das ist die richtige Antwort mit umgekehrtem Vorzeichen. Eine nichtlineare Stufe verformt die Hüllkurve, und die Folge sind Nebenaussendungen.
Als Vervielfacher – Ein Vervielfacher arbeitet absichtlich stark nichtlinear und gibt ein Vielfaches der Eingangsfrequenz ab. Solche Stufen sitzen im Oszillatorzweig, nicht am Senderausgang; ein SSB-Signal würden sie unbrauchbar machen.
EF404Wann sollte ein Sender auf mögliche Oberwellenaussendungen überprüft werden?ab Klasse E
Wenn der Arbeitspunkt der Endstufe neu justiert wurde.
Wenn Splatter-Störungen zu hören sind.
Bei Empfang eines Störsignals.
Vor jedem Sendebetrieb.
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Richtig ist A: Wenn der Arbeitspunkt der Endstufe neu justiert wurde.
Kniff: Gefragt ist der Anlass, und drei der angebotenen Anlässe liegen zu spät, daneben oder viel zu oft. Der Arbeitspunkt entscheidet darüber, ob die Endstufe in ihrem linearen Bereich arbeitet; wer ihn verstellt hat, weiß nicht mehr, was hinten herauskommt, und prüft deshalb. Die drei anderen Antworten setzen überhaupt keine Änderung am Sender voraus.
Warum die anderen nicht stimmen:
Wenn Splatter-Störungen zu hören sind. – Dann ist es zu spät, denn die Störung ist schon abgestrahlt und anderen aufgefallen. Splatter zeigt außerdem eine zu große Bandbreite an, nicht in erster Linie Oberwellen.
Bei Empfang eines Störsignals. – Empfangen ist nicht senden. Ein Störsignal, das man selbst hört, kommt von außen und sagt nichts über die eigenen Oberwellen.
Vor jedem Sendebetrieb. – Das klingt nach Sorgfalt, prüft aber ohne Anlass. Solange am Sender nichts verändert wurde, bleiben die Werte so, wie sie bei der letzten Prüfung waren.
EF405Wie sollte die Stromzufuhr in einem Sender beschaffen sein?ab Klasse E
Sie sollte über das Leistungsverstärkergehäuse geführt werden.
Sie sollte möglichst hochohmig sein.
Sie sollte gegen HF-Einstrahlung gut entkoppelt sein.
Sie sollte mit möglichst wenig Kapazität gegen Masse ausgelegt werden.
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Richtig ist C: Sie sollte gegen HF-Einstrahlung gut entkoppelt sein.
Kniff: Die Stromzufuhr führt in jede Stufe hinein und ist damit ein Weg, auf dem HF dorthin gelangt, wo sie nicht hingehört. Gefragt ist die Maßnahme dagegen. Prüfe die drei anderen Antworten daran, ob sie diesen Weg schließen oder ihn im Gegenteil offen lassen.
Warum die anderen nicht stimmen:
Sie sollte über das Leistungsverstärkergehäuse geführt werden. – Das führt die Versorgungsleitung gerade dorthin, wo die größte HF-Leistung sitzt, und macht die Einkopplung wahrscheinlicher. Das Gehäuse soll abschirmen, nicht als Leitungsweg dienen.
Sie sollte möglichst hochohmig sein. – Eine hochohmige Zuführung liefert den Strom nicht, den eine Endstufe braucht; die Spannung bräche unter Last ein. Mit der Frage nach der HF hat dieser Wert ohnehin nichts zu tun.
Sie sollte mit möglichst wenig Kapazität gegen Masse ausgelegt werden. – Das ist die Umkehrung der Abhilfe. Kapazität gegen Masse ist gerade das Mittel, mit dem HF von der Versorgungsleitung nach Masse abgeleitet wird; wenig davon hieße, sie weiterlaufen zu lassen.
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.