| Leistungsverstärkung | Ausgang größer als Eingang | Dazu ist eine Spannungsquelle notwendig. Von nichts kommt nichts. |
| HF-Leistungsverstärker | hebt das Sendesignal an | Er filtert nicht, mischt nicht und moduliert nicht. |
| Ausgangsstufe eines SSB-Senders | linearer Verstärker | Kein Begrenzerverstärker, kein nichtlinearer Verstärker, kein Vervielfacher. |
| Warum linear | die Hüllkurve trägt die Information | Wird sie verzerrt, entstehen Nebenaussendungen. |
| Ausgangsleistung | am Senderausgang, vor Zusatzgeräten | Nicht Summe und nicht Differenz aus vorlaufender und rücklaufender Leistung. |
| PEP messen | Ein- oder Zweitonaussteuerung | Direkt am Senderausgang. Nicht mit unmoduliertem Träger, nicht hinter dem Antennentuner. |
| Übersteuerung | hoher Anteil an Nebenaussendungen | Der Grundfehler im Sendezweig. |
| ALC | senkt die Amplitude im Sendezweig | Vor dem Leistungsverstärker. Sie senkt, sie hebt nicht an. |
| ALC gegen AGC | Sendezweig gegen Empfangsteil | AGC ist die automatische Verstärkungsregelung im Empfänger. |
| Dynamic Compressor | hebt leise Sprachanteile an | Gegenüber den lauten. Nicht Clarifier, nicht Notchfilter, nicht Noise Blanker. |
| Seitenbandfilter | 2,4 kHz | Unterdrückt das zweite Seitenband bei der SSB-Erzeugung. So breit wie ein Sprachsignal. |
| Arbeitspunkt neu justiert | auf Oberwellen prüfen | Nicht erst, wenn Splatter zu hören ist, und nicht vor jedem Sendebetrieb. |
| Stromzufuhr | gegen HF-Einstrahlung entkoppelt | Nicht hochohmig und nicht über das Leistungsverstärkergehäuse geführt. |
Merken: Bei SSB trägt die Hüllkurve die Information, deshalb ist die Endstufe ein linearer Verstärker und Übersteuerung der Grundfehler. Die Ausgangsleistung wird als PEP unmittelbar am Senderausgang gemessen, bei Ein- oder Zweitonaussteuerung und bevor Zusatzgeräte durchlaufen werden. Die ALC senkt dazu die Amplitude im Sendezweig vor dem Leistungsverstärker, der Dynamic Compressor hebt umgekehrt leise Sprachanteile an. Verstärken heißt mehr heraus als hinein, und die Mehrleistung kommt aus der Spannungsquelle. Nach dem Justieren des Arbeitspunkts ist auf Oberwellen zu prüfen, und die Stromzufuhr muss gegen HF-Einstrahlung entkoppelt sein.
Der Zusammenhang
Bei SSB steckt die Nachricht in der HÜLLKURVE. Die Sprache formt die Amplitude des Signals, und allein die Form dieser Amplitude trägt die Information. Daraus folgt die eine Forderung, aus der auf diesem Blatt fast alles kommt: jede Stufe im Sendezweig muss die Hüllkurve unverzerrt weitergeben, sie muss LINEAR sein. Deshalb ist die Ausgangsstufe eines SSB-Senders als linearer Verstärker aufgebaut und nicht als Begrenzer und nicht als Vervielfacher — ein Begrenzer schnitte die Spitzen der Hüllkurve ab, ein Vervielfacher ließe von ihr gar nichts übrig. Aus derselben Forderung folgt, WIE man die Leistung angibt. Ein SSB-Signal hat keinen ruhenden Träger, seine Amplitude schwankt mit der Sprache. Die sinnvolle Zahl ist deshalb die Leistung in der Hüllkurvenspitze, die PEP. Gemessen wird sie unmittelbar am Senderausgang und bei Ein- oder Zweitonaussteuerung; mit unmoduliertem Träger ginge es nicht, weil es bei SSB keinen gibt. Am Senderausgang, und zwar bevor das Signal Zusatzgeräte wie einen Antennentuner durchläuft — genau das ist die Ausgangsleistung. Sie ist weder die Summe noch die Differenz aus vorlaufender und rücklaufender Leistung; das sind Größen der Leitung, nicht des Senders. Und der Grundfehler folgt auch daraus: Übersteuerung. Wer mehr hineingibt, als die Stufe linear verarbeiten kann, verlässt den linearen Bereich, und die Folge ist ein hoher Anteil an Nebenaussendungen. Genau darum sitzen zwei Regelungen im Sendezweig. Die ALC senkt bei zu starkem NF-Signal die Amplitude im Sendezweig VOR dem Leistungsverstärker; sie senkt, sie hebt nicht an, und sie greift nicht im Empfangsteil ein — das tut die AGC. Der Dynamic Compressor arbeitet am anderen Ende und hebt leise Sprachanteile gegenüber den lauten etwas an. Darum geht es auch beim Arbeitspunkt der Endstufe: er legt fest, ob die Stufe überhaupt linear arbeitet, und deshalb ist nach dem Neujustieren auf Oberwellen zu prüfen, nicht erst dann, wenn jemand Splatter meldet. Die Verwechslung, in die man tappt: ein Leistungsverstärker soll das Sendesignal ANHEBEN und sonst nichts. Filtern, mischen und modulieren sind Aufgaben anderer Stufen. Und Verstärkung heißt, dass mehr herauskommt als hineingeht — die zusätzliche Leistung liefert eine Spannungsquelle. Ohne Spannungsquelle gibt es keine Verstärkung.
Herkunft: Fragenkatalog Klasse E, Fragen ED401, ED403, EF305, EF306, EF310 und EF401 bis EF405. Dass Übersteuerung zu einem hohen Anteil an Nebenaussendungen führt, steht in EJ213; dass AGC die automatische Verstärkungsregelung im Empfänger ist, in EF212. Zusatzwissen, das der Katalog nicht verlangt und das nicht geprüft wird: die Begründung über den Arbeitspunkt, der den linearen Bereich der Endstufe festlegt; die Begründung, dass HF auf der Versorgungsleitung in andere Stufen zurückgelangt; und dass die übrigen Werte bei der Frage nach dem Seitenbandfilter gängige Zwischenfrequenzen (455 kHz, 10,7 MHz) und eine CW-Filterbreite (800 Hz) sind. Gefragt ist dort nur die Zahl 2,4 kHz. Zur Angabe von Leistungen in dB siehe Blatt 15 der Formelsammlung, zu Transistorkennwerten Blatt 14.