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Digitale Übertragungsverfahren Klasse N

Abschnitt 3.5.4 · Modulations- und Übertragungsverfahren · Technische Kenntnisse Klasse N. 5 Fragen, jede mit Erklärung.

Auf dieser Seite stehen alle 5 Prüfungsfragen zum Thema Digitale Übertragungsverfahren (Kapitel „Modulations- und Übertragungsverfahren“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.

▶ Diese 5 Fragen im Trainer üben

Im Lehrgang des DARC nachlesen (50ohm.de):

Digitale Verfahren und vernetzte Stationen

Ein digitales Verfahren ist eine Verabredung, und nur eine gemeinsame Verabredung überträgt etwas. Beim Funkfernschreiben müssen Sender und Empfänger deshalb dasselbe Verfahren benutzen — RTTY, PSK, JS8 — und dazu dieselben Einstellungen, etwa Geschwindigkeit und Bandbreite. Stimmt eines davon nicht, kommt nur Zeichensalat an, ganz unabhängig von der Signalstärke. Die Uhrzeit spielt bei manchen Verfahren tatsächlich eine Rolle, aber als Sekundengleichlauf, nicht als Zeitzone; ein Sommerzeitunterschied macht keine Übertragung kaputt. Aus der digitalen Form folgt eine zweite Möglichkeit, die analog nicht besteht: Sprache lässt sich in Datenpakete zerlegen, und Pakete lassen sich zeitlich verschachteln. Deshalb können Verfahren wie DMR oder TETRA mehrere Gespräche über dieselbe Frequenz führen — jedes bekommt abwechselnd kurze Zeitschlitze, und weil die Schlitze viel kürzer sind als eine Silbe, hört niemand eine Lücke. Der dritte Gedanke ist die Weiterleitung. Ein Digipeater ist kein Verstärker und kein Sprachrelais: er nimmt ein Datenpaket auf, bearbeitet es und sendet es neu aus — notfalls später oder mehrfach, und dabei kann er einzelne Datenfelder ändern, etwa den Weg vermerken, den das Paket genommen hat. Genau das unterscheidet ihn von einem Lineartransponder, der ein Signal nur umsetzt, ohne hineinzusehen. Und Linkstrecken sind die festen Adern dieses Netzes: dauerhaft eingerichtete Funkverbindungen, mit denen Relais untereinander oder mit einem HAMNET-Knoten verbunden werden. Sie führen über Funk, nicht über das Telefonnetz, und sie sind keine Liste von Verweisen auf Internetseiten.

Funkfernschreibengleiches Verfahren beiderseitsRTTY, PSK, JS8 — und dieselben Parameter.
Nicht entscheidendZeitzone, TageszeitManche Verfahren brauchen Sekundengleichlauf, nicht dieselbe Sommerzeit.
DMR, TETRAZeitschlitzeMehrere Gespräche abwechselnd auf einer Frequenz.
Digipeatersendet Datenpakete neu ausAuch zeitversetzt oder wiederholt; Datenfelder können geändert werden.
Nicht DigipeaterLineartransponderDer setzt nur um und sieht nicht ins Paket.
Linkstreckenfeste FunkverbindungenZur Vernetzung von Relais oder mit einem HAMNET-Knoten.
Nicht LinkstreckeTelefonanbindung, LinklisteWeder Einwahl ins Telefonnetz noch Verweise auf Internetseiten.

Merken: Digital heißt verabredet: nur mit gleichem Verfahren und gleichen Einstellungen kommt Text an. Weil Sprache in Pakete zerfällt, passen mehrere Gespräche in Zeitschlitze auf eine Frequenz. Ein Digipeater sendet Pakete neu aus und darf sie dabei verändern; Linkstrecken sind feste Funkverbindungen zwischen Stationen.

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Die Betriebsarten

Eine Nachricht auf einen Träger zu setzen heißt, an ihm etwas zu verändern — und es gibt nur drei Größen, die man verändern kann: Amplitude, Frequenz und Phase. Daraus wird die ganze Ordnung. Verändert man die Amplitude, entsteht AM; lässt man dabei Träger und ein Seitenband weg, bleibt SSB übrig, halb so breit und mit der ganzen Leistung in der Nachricht. Verändert man die Frequenz, entsteht FM, breiter, aber unempfindlich gegen Störungen der Amplitude. Und schaltet man den Träger nur ein und aus, ist es Telegrafie, die schmalste Betriebsart überhaupt. Die Reihenfolge nach Bandbreite — CW, SSB, AM, FM — ist also keine Liste zum Lernen, sondern das Ergebnis dieser Bauart. Davon streng zu trennen ist die zweite Ebene: WAS man überträgt. FT8, RTTY, DMR, D-STAR oder SSTV sind Verfahren, die auf einer Modulation aufsetzen — sie sind keine Modulationsarten. Genau diese Verwechslung prüfen die meisten Fragen dieses Blocks, indem sie in einer Liste beides mischen.

CWMorsetelegrafieDie schmalste Betriebsart, wenige hundert Hertz. Liegt am Bandanfang.
SSBEinseitenbandEin Seitenband, Träger unterdrückt. Halb so breit wie AM.
AMAmplitudenmodulationTräger und zwei Seitenbänder.
FMFrequenzmodulationAuf 2 m und 70 cm die übliche Sprechart, auch bei analogen Relaisfunkstellen.
LSBunteres SeitenbandUnter 10 MHz, also auch im 80-m-Band.
USBoberes SeitenbandÜber 10 MHz, also im 20-m-Band und auf 2 m.
digital, SpracheDMR, D-STAR, C4 FM, M17, FreeDVSprache, aber digital übertragen. Keine Modulationsarten, sondern Übertragungsverfahren.
digital, DatenRTTY, PSK31, FT8, JS8, Olivia, THORKein Sprechfunk — Text und Daten.
SSTVBildübertragungLangsames Fernsehen: ein Bild in mehreren Sekunden.

Merken: Vier analoge Betriebsarten, nach Bandbreite geordnet: CW, SSB, AM, FM. SSB ist die halbe AM — ein Seitenband weg, der Träger unterdrückt. Die Seitenbandregel: unter 10 MHz das untere, darüber das obere. Und: Modulationsart ist etwas anderes als Übertragungsverfahren — SSB, FM und AM sind Modulationsarten, FT8 und DMR sind Verfahren.

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Die 5 Fragen

NE401Was sollten Sie bei der Übertragung eines Textes per Funkfernschreiben beachten?ab Klasse N

  1. Die Übertragung sollte bevorzugt mit einem schnellen Verfahren stattfinden, damit die Amateurfunkbänder nicht unnötig belastet werden.
  2. Sende- und Empfangsstation müssen die gleiche Zeitzoneneinstellung (z. B. Sommerzeit) aufweisen, damit die Übertragung erfolgreich sein kann.
  3. Sende- und Empfangsstation müssen das gleiche Übertragungsverfahren (z. B. JS8, PSK, RTTY) und ggf. die gleichen Verfahrensparameter verwenden.
  4. Die Übertragung sollte bevorzugt während der Abend- und Nachtstunden stattfinden, da die Frequenzen tagsüber für Sprechverbindungen freigehalten werden.
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Richtig ist C: Sende- und Empfangsstation müssen das gleiche Übertragungsverfahren (z. B. JS8, PSK, RTTY) und ggf. die gleichen Verfahrensparameter verwenden.

Kniff: Die Frage lautet nicht, wann und wie schnell man senden sollte, sondern was nötig ist, damit Text überhaupt ankommt. Prüfe jede Antwort daran, ob die Dekodierung ohne sie scheitert. Zwei Antworten sprechen über Bandbelegung und Tageszeit, das sind Betriebsgewohnheiten und keine Bedingungen.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Die Übertragung sollte bevorzugt mit einem schnellen Verfahren stattfinden, damit die Amateurfunkbänder nicht unnötig belastet werden. – Das ist eine Rücksichtsregel zur Bandbelegung, keine Voraussetzung für das Gelingen; wenn die Gegenstelle das Verfahren nicht kennt, hilft auch das schnellste nicht.
  • Sende- und Empfangsstation müssen die gleiche Zeitzoneneinstellung (z. B. Sommerzeit) aufweisen, damit die Übertragung erfolgreich sein kann. – Hier ist der Gleichlauf der Uhren mit der Zeitzone verwechselt. Manche Verfahren brauchen einen Takt im Sekundenbereich, aber keine gemeinsame Sommerzeit.
  • Die Übertragung sollte bevorzugt während der Abend- und Nachtstunden stattfinden, da die Frequenzen tagsüber für Sprechverbindungen freigehalten werden. – Eine Behauptung über freigehaltene Frequenzen, die es so nicht gibt. Die Tageszeit wirkt auf die Ausbreitung, nicht darauf, ob ein Verfahren lesbar ist.

Mehr dazu: Digitale Verfahren und vernetzte Stationen

NE402Sie möchten an einer Funkrunde mittels digitaler Sprachübertragung (z. B. C4FM, DMR oder D-Star) über ein Repeaternetzwerk teilnehmen. Worauf müssen Sie neben der Wahl des Übertragungsverfahrens, der Frequenz und der Modulation achten?ab Klasse N

  1. Sie müssen die gleiche Firmwareversion wie das Repeaternetzwerk verwenden.
  2. Sie müssen geeignete Parameter, z. B. Reflektor, Zeitschlitz oder Color-Code, wählen.
  3. Alle Stationen müssen die gleiche Stationskennung, z. B. DMR-ID, einstellen.
  4. Alle Stationen müssen sich in Funkreichweite desselben Repeaters befinden.
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Richtig ist B: Sie müssen geeignete Parameter, z. B. Reflektor, Zeitschlitz oder Color-Code, wählen.

Kniff: Verfahren, Frequenz und Modulation sind laut Frage schon erledigt. Gefragt ist das, was beim digitalen Sprechfunk zusätzlich dazukommt: die verfahrensspezifischen Parameter, mit denen du im Netz an der richtigen Stelle landest. Prüfe die anderen Antworten daran, ob ihre Forderung überhaupt sinnvoll erfüllbar ist.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Sie müssen die gleiche Firmwareversion wie das Repeaternetzwerk verwenden. – Firmware ist eine Eigenschaft des eigenen Geräts. Sie ist keine Betriebseinstellung, die man auf das Netz abstimmt.
  • Alle Stationen müssen die gleiche Stationskennung, z. B. DMR-ID, einstellen. – Die Kennung unterscheidet die Stationen voneinander. Gleiche IDs für alle würden genau das Gegenteil bewirken.
  • Alle Stationen müssen sich in Funkreichweite desselben Repeaters befinden. – Dann bräuchte man das Netzwerk nicht. Der Sinn eines Repeaternetzwerks ist die Verbindung von Teilnehmern an verschiedenen Repeatern.

Mehr dazu: Die Betriebsarten

NE403Ist es bei bestimmten digitalen Verfahren zur Sprachübertragung (z. B. DMR oder TETRA) möglich, mehrere Sprechverbindungen gleichzeitig auf derselben Frequenz innerhalb eines Empfangsgebiets abzuwickeln?ab Klasse N

  1. Ja. Die Sendeleistung wird zur Verbesserung der digitalen Fehlerkorrektur erhöht.
  2. Ja. Die Sprachdaten werden abwechselnd in periodischen, kurzen Zeitschlitzen übertragen.
  3. Nein. Zeitgleich stattfindende digitale Übertragungen stören sich prinzipbedingt gegenseitig.
  4. Nein. Sprachübertragungen können nicht in Datenpakete aufgeteilt werden.
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Richtig ist B: Ja. Die Sprachdaten werden abwechselnd in periodischen, kurzen Zeitschlitzen übertragen.

Kniff: Zwei Antworten verneinen; prüfe ihre Begründung, daran erkennt man die Falle. Bei der bejahenden Ablenkung geht es um Sendeleistung, und die schafft keinen zweiten Platz auf einer Frequenz. Gesucht ist die Antwort, die erklärt, wie sich zwei Gespräche die Zeit teilen.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Ja. Die Sendeleistung wird zur Verbesserung der digitalen Fehlerkorrektur erhöht. – Das „Ja“ stimmt, die Begründung nicht: mehr Leistung macht das Signal kräftiger, aber nicht die Frequenz teilbar.
  • Nein. Zeitgleich stattfindende digitale Übertragungen stören sich prinzipbedingt gegenseitig. – Das gilt für gleichzeitige Aussendungen. Im Zeitschlitzverfahren senden die Gespräche nacheinander, jedes in seinem kurzen Fenster.
  • Nein. Sprachübertragungen können nicht in Datenpakete aufgeteilt werden. – Genau das Gegenteil ist die Grundlage der digitalen Sprachübertragung: die Sprache wird digitalisiert und in Pakete zerlegt, sonst gäbe es DMR nicht.

Mehr dazu: Digitale Verfahren und vernetzte Stationen

NE404Welche Übertragungsverfahren für digitalen Sprechfunk sind im Amateurfunk gebräuchlich?ab Klasse N

  1. AM-Sprechfunk, FM-Sprechfunk, SSB-Sprechfunk, Olivia, SSTV
  2. FM-Sprechfunk, RTTY, D-STAR, JS8, Olivia
  3. SSB-Sprechfunk, FT8, DMR, PSK31, SSTV
  4. DMR, D-STAR, C4FM, M17, FreeDV
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Richtig ist D: DMR, D-STAR, C4FM, M17, FreeDV

Kniff: Gesucht ist eine Liste, in der ausschließlich digitaler Sprechfunk steht. Zwei Arten von Ausreißern kommen vor: analoge Sprecharten wie AM, FM und SSB, und Verfahren für Text, Daten oder Bilder. Streiche jede Liste, in der einer davon auftaucht, dann bleibt genau eine übrig.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • AM-Sprechfunk, FM-Sprechfunk, SSB-Sprechfunk, Olivia, SSTV – Drei analoge Sprecharten, dazu ein Datenverfahren und die Bildübertragung. Kein einziger Eintrag ist digitaler Sprechfunk.
  • FM-Sprechfunk, RTTY, D-STAR, JS8, Olivia – Nur D-STAR gehört dazu. FM ist analog, RTTY, JS8 und Olivia übertragen Text und Daten.
  • SSB-Sprechfunk, FT8, DMR, PSK31, SSTV – Nur DMR gehört dazu. SSB ist analog, FT8 und PSK31 sind Datenverfahren, SSTV überträgt Bilder.

Mehr dazu: Die Betriebsarten

NE405Was sind „Linkstrecken“ und wozu dienen sie im Amateurfunk?ab Klasse N

  1. Es ist eine Aufzählung von Links, z. B. zu Amateurfunkseiten im HAMNET.
  2. Es sind Verbindungen zwischen unterschiedlichen Netzwerkprotokollen, z. B. AX-25 und TCP/IP.
  3. Es sind fest eingerichtete Funkverbindungen, z. B. zur Vernetzung von Relaisfunkstellen oder mit einem HAMNET-Knoten.
  4. Es sind Einrichtungen, z. B. bei Relaisfunkstellen oder Digipeatern, die eine Verbindungsherstellung über das Telefonnetz erlauben.
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Richtig ist C: Es sind fest eingerichtete Funkverbindungen, z. B. zur Vernetzung von Relaisfunkstellen oder mit einem HAMNET-Knoten.

Kniff: Lass dich vom Wort „Link“ nicht in die Welt der Internetverweise ziehen. Frage bei jeder Antwort, ob dort eine Funkverbindung beschrieben ist. Nur eine nennt eine Strecke, die über Funk läuft und dauerhaft eingerichtet ist.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Es ist eine Aufzählung von Links, z. B. zu Amateurfunkseiten im HAMNET. – Das nimmt „Link“ im Sinne eines Verweises auf eine Seite. Eine Strecke ist dagegen etwas, worüber Signale laufen, keine Liste.
  • Es sind Verbindungen zwischen unterschiedlichen Netzwerkprotokollen, z. B. AX-25 und TCP/IP. – Eine Umsetzung zwischen AX-25 und TCP/IP ist die Aufgabe eines Gateways und geschieht an einem Knoten, nicht auf der Funkstrecke selbst.
  • Es sind Einrichtungen, z. B. bei Relaisfunkstellen oder Digipeatern, die eine Verbindungsherstellung über das Telefonnetz erlauben. – Das beschreibt eine Telefonanbindung. Linkstrecken führen über Funk, gerade damit das Netz ohne fremde Leitungen auskommt.

Mehr dazu: Digitale Verfahren und vernetzte Stationen

▶ Jetzt üben: Digitale Übertragungsverfahren

Alle Themen: Technische Kenntnisse Klasse N · Lexikon

Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.