| Kondensator, Frequenz steigt | Widerstand sinkt | Lässt Hohes durch, sperrt Tiefes. Gleichspannung sperrt er ganz. |
| Spule, Frequenz steigt | Widerstand steigt | Lässt Tiefes durch, sperrt Hohes. |
| Kapazität hängt ab von | Fläche, Abstand, Dielektrikum | Nicht von der Spannung. |
| Größerer Plattenabstand | kleinere Kapazität | |
| Drehkondensator | Platten rotieren zwischen festen Platten | Verändert die wirksame Fläche. |
| Elektrolytkondensator | auf Polarität achten | Falsch eingebaut kann er bersten. |
| Für HF-Filter | Keramik oder Luft | Verlustarm. Kein Elko. |
| Induktivität vergrößern | Spule in der Länge stauchen | Windungen rücken zusammen, die Verkettung nimmt zu. |
| Gerades Drahtstück | hat auch Induktivität | Jeder Leiter, unabhängig von der Form. |
| Resonanz | beide Blindwiderstände gleich | Sie heben sich auf. |
| Parallelschwingkreis bei Resonanz | hochohmig | Von außen erscheint ein großer Widerstand. |
Merken: Der Kondensator lässt Hohes durch, die Spule lässt Tiefes durch — daraus folgt jedes Filter. Die Kapazität hängt an Fläche, Abstand und Dielektrikum, nicht an der Spannung; größerer Abstand heißt weniger Kapazität. Eine gestauchte Spule hat mehr Induktivität. Und der Parallelschwingkreis ist bei Resonanz hochohmig.
Der Zusammenhang
Kondensator und Spule haben für Wechselstrom einen Widerstand, der von der FREQUENZ abhängt — und sie verhalten sich dabei genau entgegengesetzt. Der Kondensator muss bei jeder Halbwelle umgeladen werden; je schneller das geschieht, desto mehr Strom fließt, also SINKT sein Wechselstromwiderstand mit steigender Frequenz. Die Spule wehrt sich gegen jede Stromänderung durch Selbstinduktion; je schneller die Änderung, desto stärker die Gegenwehr, also STEIGT ihr Wechselstromwiderstand mit der Frequenz. Ein Satz zum Behalten: der Kondensator lässt Hohes durch und sperrt Tiefes, die Spule lässt Tiefes durch und sperrt Hohes. Damit ist jedes Filter erklärt, und auch, warum ein Kondensator Gleichspannung vollständig sperrt. Beim Kondensator selbst hängt die Kapazität an drei Dingen: der Plattenfläche, dem Plattenabstand und dem Material dazwischen. Größerer Abstand heißt WENIGER Kapazität. Der Drehkondensator nutzt dagegen die dritte Größe, die Fläche: seine Platten rotieren zwischen festen Platten und verändern damit die Überdeckung. Von der angelegten SPANNUNG hängt die Kapazität dagegen nicht ab; die Spannung entscheidet nur, ob das Dielektrikum durchschlägt. Bei der Spule ist es entsprechend: Windungszahl, Fläche und Kern bestimmen die Induktivität, und weil die Windungen sich gegenseitig verketten, wird die Induktivität größer, wenn man die Spule in der Länge STAUCHT — die Windungen rücken zusammen. Und selbst ein gerades Stück Draht hat eine Induktivität; das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Grund, warum bei hohen Frequenzen jede Zuleitung zählt. Bringt man Spule und Kondensator zusammen, gibt es genau eine Frequenz, bei der beide Blindwiderstände gleich groß sind und sich aufheben: die Resonanz. Im PARALLELschwingkreis heben sie sich so auf, dass von außen ein sehr HOHER Widerstand erscheint — deshalb sitzt der Parallelkreis dort, wo eine Frequenz stehen bleiben soll. Für HF-Filter nimmt man Kondensatoren mit möglichst verlustarmem Dielektrikum, also Keramik oder Luft, keine Elektrolytkondensatoren.
Herkunft: Fragenkatalog Klasse E. Die Formeln für Spule und Kondensator stehen auf Blatt 13, Filter und Schwingkreis auf Blatt 14 der Formelsammlung.