Ein Transceiver ist Sender und Empfänger in einem Gerät. Hier geht es darum, was in den einzelnen Stufen passiert und welche Bedienelemente es am Funkgerät gibt.
Das lernst du: Transceiver · Empfänger · Empfängerstufen · Sender und Senderstufen
Der Lernstoff
Das Funkgerät bedienen: die Knöpfe und ihre Aufgabe
Fast alle Bedienfragen lösen sich, wenn man unterscheidet, WO im Gerät ein Regler wirkt — im Empfänger oder im Sender, im Hochfrequenzteil oder im Niederfrequenzteil. Das S-Meter sitzt im Empfänger und zeigt, wie stark ein Signal ankommt; es zeigt nicht die Lautstärke, die man am Volumen einstellt, und nicht die Sendeleistung. Die Rauschsperre (Squelch) sitzt ebenfalls im Empfänger und macht nur eines: sie hält den Lautsprecher stumm, solange kein Signal da ist — bei FM ist das Grundrauschen sonst unerträglich. Die Empfindlichkeit ist keine Einstellung, sondern eine Eigenschaft: die Fähigkeit, schwache Signale überhaupt zu verarbeiten. Auf der Sendeseite ist die wichtigste Einsicht die zu FM: bei Frequenzmodulation trägt die Amplitude keine Information, die Sprache sitzt in der Frequenzabweichung. Also bleibt die Sendeleistung immer gleich — laut, leise oder stumm ins Mikrofon gesprochen, es werden 2 W angezeigt. Wird der Hub zu groß, ist nicht die Leistung zu ändern, sondern die Lautstärke am Eingang: leiser sprechen. Bei den Automatiken ist VOX die, die selbst auf Sendung schaltet, wenn Geräusche ins Mikrofon kommen — ein Gerät, das ohne Zutun sendet, hat in der Regel VOX aktiviert. Dieselbe Gefahr gilt bei Computersteuerung: eine CAT-Schnittstelle kann PTT setzen, und ein Programmfehler oder ein falscher Klick lässt das Gerät unerwartet senden, mit unerwünschten Aussendungen und Feldern dort, wo niemand damit rechnet. Die beiden Buchsen sind auseinanderzuhalten: über CAT fließen BEFEHLE (seriell, Frequenz, Leistung, PTT abfragen und setzen), über den DATA- oder 9600-Anschluss fließen TÖNE — ein Niederfrequenz-Signal, das absichtlich an den Filtern und Verstärkern vorbeigeführt wird, damit es unverzerrt bleibt. Und eine Regel gilt vor allem anderen: nie ohne angepasste Antenne oder Abschlusswiderstand senden, weil die Leistung sonst zurückläuft und die Endstufe zerstört.
S-Meter
Empfangspegel
Nicht Lautstärke, nicht Sendeleistung, nicht Verstärkung.
Squelch
Rauschsperre
Blendet das Grundrauschen aus, wenn kein Signal da ist.
Empfindlichkeit
schwache Signale empfangen können
Eine Eigenschaft des Empfängers, kein Regler.
VOX
schaltet auf Ton hin auf Sendung
Ursache, wenn das Gerät von allein sendet.
FM und Leistung
Leistung bleibt konstant
Die Sprache sitzt in der Frequenz, nicht in der Amplitude.
Hub zu groß
leiser ins Mikrofon sprechen
Nicht die Leistung ändern.
CAT-Schnittstelle
Befehle, seriell
Frequenz, Sendeleistung, PTT steuern und abfragen.
DATA- oder 9600-Anschluss
Töne, unverzerrt
NF-Signal an Filtern und Verstärkern vorbei, etwa für DV oder POCSAG.
Gefahr bei Computersteuerung
unerwartetes Senden
Unerwünschte Aussendungen, Menschen in Gefahr.
Nie ohne Last senden
Antenne oder Dummy Load
Die reflektierte Welle beschädigt die Endstufe.
Merken: Frage immer: Empfänger oder Sender? S-Meter, Squelch und Empfindlichkeit sitzen im Empfänger. Bei FM ist die Leistung konstant, egal wie laut du sprichst — zu großer Hub heißt leiser sprechen. VOX schaltet selbst auf Sendung. CAT trägt Befehle, DATA trägt Töne. Und nie ohne Antenne oder Abschlusswiderstand senden.
Eine Nachricht auf einen Träger zu setzen heißt, an ihm etwas zu verändern — und es gibt nur drei Größen, die man verändern kann: Amplitude, Frequenz und Phase. Daraus wird die ganze Ordnung. Verändert man die Amplitude, entsteht AM; lässt man dabei Träger und ein Seitenband weg, bleibt SSB übrig, halb so breit und mit der ganzen Leistung in der Nachricht. Verändert man die Frequenz, entsteht FM, breiter, aber unempfindlich gegen Störungen der Amplitude. Und schaltet man den Träger nur ein und aus, ist es Telegrafie, die schmalste Betriebsart überhaupt. Die Reihenfolge nach Bandbreite — CW, SSB, AM, FM — ist also keine Liste zum Lernen, sondern das Ergebnis dieser Bauart. Davon streng zu trennen ist die zweite Ebene: WAS man überträgt. FT8, RTTY, DMR, D-STAR oder SSTV sind Verfahren, die auf einer Modulation aufsetzen — sie sind keine Modulationsarten. Genau diese Verwechslung prüfen die meisten Fragen dieses Blocks, indem sie in einer Liste beides mischen.
CW
Morsetelegrafie
Die schmalste Betriebsart, wenige hundert Hertz. Liegt am Bandanfang.
SSB
Einseitenband
Ein Seitenband, Träger unterdrückt. Halb so breit wie AM.
AM
Amplitudenmodulation
Träger und zwei Seitenbänder.
FM
Frequenzmodulation
Auf 2 m und 70 cm die übliche Sprechart, auch bei analogen Relaisfunkstellen.
LSB
unteres Seitenband
Unter 10 MHz, also auch im 80-m-Band.
USB
oberes Seitenband
Über 10 MHz, also im 20-m-Band und auf 2 m.
digital, Sprache
DMR, D-STAR, C4 FM, M17, FreeDV
Sprache, aber digital übertragen. Keine Modulationsarten, sondern Übertragungsverfahren.
digital, Daten
RTTY, PSK31, FT8, JS8, Olivia, THOR
Kein Sprechfunk — Text und Daten.
SSTV
Bildübertragung
Langsames Fernsehen: ein Bild in mehreren Sekunden.
Merken: Vier analoge Betriebsarten, nach Bandbreite geordnet: CW, SSB, AM, FM. SSB ist die halbe AM — ein Seitenband weg, der Träger unterdrückt. Die Seitenbandregel: unter 10 MHz das untere, darüber das obere. Und: Modulationsart ist etwas anderes als Übertragungsverfahren — SSB, FM und AM sind Modulationsarten, FT8 und DMR sind Verfahren.
Ein Sender hat eine Aufgabe, die man in vier Schritte zerlegen kann, und jeder Schritt ist eine Stufe. Zuerst muss überhaupt eine Hochfrequenz entstehen — das ist der Oszillator, ein Schwingungserzeuger. Er MISST nichts und verstärkt nichts; er macht aus Gleichspannung eine Schwingung, und das ist der Anfang jeder Aussendung. Dann muss die Nachricht hinein und die Schwingung auf die Betriebsfrequenz gebracht werden: das tut der Mischer, der zwei Frequenzen zusammenbringt und daraus neue erzeugt. Beim Mischen entstehen immer mehr Frequenzen als gebraucht werden, also muss danach ein Filter die gewünschte heraussuchen und den Rest wegwerfen. Erst zum Schluss kommt der Leistungsverstärker, der das saubere, schwache Signal auf Sendeleistung bringt. Bei einem einfachen Sender ist die Reihenfolge damit festgelegt: Oszillator, Mischer, Filter, Leistungsverstärker. Verstärken darf man erst am Ende, denn jede Stufe verstärkt auch das mit, was vorher hineingeraten ist — Dreck, den man zuerst verstärkt und dann filtert, hat unterwegs schon Leistung gekostet und Verzerrungen erzeugt. Ein Demodulator oder ein NF-Verstärker am Ausgang gehören dagegen in den EMPFÄNGER; wer sie im Sender sucht, hat die Richtung verwechselt. Ein Filter hinter dem Sender hat immer dieselbe Aufgabe: das Nutzband durchlassen und alles andere sperren, insbesondere die Oberschwingungen, die ein Verstärker unvermeidlich mit erzeugt. Ein Filter, das die Oberwellen durchlässt oder das Nutzband sperrt, wäre genau falsch herum eingebaut.
Oszillator
Schwingungserzeuger
Kein Messgerät, kein Verstärker, kein Filter.
Mischer
bringt auf die Betriebsfrequenz
Erzeugt dabei auch unerwünschte Frequenzen.
Filter
sucht das Gewünschte heraus
Nach dem Mischer zwingend nötig.
Leistungsverstärker
bringt auf Sendeleistung
Erst am Ende, wenn das Signal sauber ist.
Reihenfolge
Oszillator, Mischer, Filter, Leistungsverstärker
So steht es im Katalog.
Gehört zum Empfänger
Demodulator, NF-Verstärker
Nicht in den Sendezweig.
Filter hinter dem Sender
Nutzband durchlassen
Und alles andere sperren, besonders die Oberschwingungen.
Merken: Erzeugen, mischen, filtern, verstärken — in dieser Reihenfolge. Der Oszillator erzeugt, er misst nicht. Verstärkt wird zuletzt, weil jede Verstärkung auch den Schmutz mitnimmt. Und ein Filter hinter dem Sender lässt das Nutzband durch und sperrt den Rest.
NF101Die Darstellung zeigt das Display eines Transceivers im Sendebetrieb. Wie wird die Anzeige 1 bezeichnet?ab Klasse N
Wasserfalldiagramm
Amplitudenspektrum
SWR-Meter
S-Meter
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist C: SWR-Meter
Kniff: Die vier Anzeigen unterscheidet man an ihrer Skala, nicht an ihrer Lage. Der Balken, auf den Pfeil 1 zeigt, hat die Skala 1, 2, 3, Unendlich. Das sind keine Volt, Watt oder S-Stufen, sondern ein Verhältnis: eine Skala, die bei 1 anfängt und bei Unendlich endet, gehört zum Stehwellenverhältnis (SWR, von standing wave ratio). Es sagt, wie gut die Antenne zum Sender passt; 1 ist der Idealfall, Unendlich heißt, die ganze Leistung kommt zurück. Deshalb ist hier nur ein kleines Stück gefüllt: die Anpassung ist gut. Dass das Gerät sendet (TX), passt dazu — messen kann man das SWR nur beim Senden.
Warum die anderen nicht stimmen:
S-Meter – Das S-Meter zeigt die Stärke eines empfangenen Signals und ist hier die OBERE Skala des linken Balkens (1, 3, 5, 7, 9, +20, +40). Pfeil 1 zeigt aber auf den rechten Balken. Außerdem steht im Display TX: beim Senden gibt es kein Empfangssignal, dessen Stärke man anzeigen könnte.
Wasserfalldiagramm – Das Wasserfalldiagramm ist der dunkle Streifen ganz unten mit der hellen senkrechten Spur, gekennzeichnet mit der Kennzahl 4. Es ist kein Balken und hat keine Zahlenskala.
Amplitudenspektrum – Das Amplitudenspektrum ist kein Balken, sondern das weiße Feld unter der Trennlinie mit der Kurve und dem Berg — dort steht die Kennzahl 3.
Jetzt üben
Jeder Abschnitt einzeln – im Trainer als Lernrunde oder hier mit allen Lösungswegen.