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Störungen elektronischer Geräte Klasse N

Abschnitt 3.10.1 · Störemissionen, -festigkeit, Schutzanforderungen, Ursachen, Abhilfe · Technische Kenntnisse Klasse N. 2 Fragen, jede mit Erklärung.

Auf dieser Seite stehen alle 2 Prüfungsfragen zum Thema Störungen elektronischer Geräte (Kapitel „Störemissionen, -festigkeit, Schutzanforderungen, Ursachen, Abhilfe“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.

▶ Diese 2 Fragen im Trainer üben

Im Lehrgang des DARC nachlesen (50ohm.de):

Schirmen, erden, saubere Aussendung

Hochfrequenz bleibt nicht von allein in der Leitung. Jeder Draht, jedes Gehäuseblech und jeder Schlitz kann als kleine Antenne wirken — und das gilt in beide Richtungen: Hochfrequenz tritt heraus, wo sie nicht soll, und Störungen kommen dort hinein. Daraus folgt die erste Regel ohne Umweg: Geräte, die Hochfrequenzströme führen, müssen möglichst gut GESCHIRMT sein, also in ein geschlossenes, leitendes Gehäuse. Eine Kunststoffabdeckung schützt vor Berührung, aber nicht vor Feldern; Kunststoff ist für Hochfrequenz durchsichtig. Die zweite Regel ergänzt die erste: ein Schirm wirkt nur, wenn er ein festes Bezugspotential hat, und zwar auf einem kurzen, niederinduktiven Weg. Darum eine gute HF-Erdung für alle Einrichtungen der Station — kurz und dick, nicht ein langer dünner Draht, der bei Hochfrequenz selbst zur Antenne wird. Und ausdrücklich nicht die Wasserleitung oder gar die Abwasserleitung des Hauses: die sind heute meist aus Kunststoff, sie sind kein definierter Erder, und eine Verbindung dorthin kann Hochfrequenz und Fehlerströme durch das ganze Gebäude tragen. Die dritte Regel betrifft das Signal selbst. Ein Sender darf nur das aussenden, was er soll; alles andere heißt unerwünschte Aussendung — Oberwellen, parasitäre Schwingungen, Selbsterregung. Das sind Fehler, keine Ziele; wer sie „maximieren“ oder eine Abschirmung „minimieren“ wollte, hätte die Frage rückwärts gelesen. Aus derselben Regel folgt die Arbeitsweise beim Abgleichen eines selbstgebauten Senders: dabei ist das Signal noch nicht sauber, also gehört es nicht in die Luft. Man schließt statt der Antenne einen Abschlusswiderstand an — einen Dummy Load — und setzt die Leistung dort in Wärme um. Halbe Leistung strahlt immer noch, und auf eine ISM-Frequenz auszuweichen wäre kein Amateurfunkbetrieb und stört andere genauso.

Geräte mit HF-Strömengut schirmenGeschlossenes leitendes Gehäuse.
Kunststoffabdeckungkein SchirmSchützt vor Berührung, nicht vor Feldern.
HF-Stufengut abschirmenDer wirksamste EMV-Griff.
Station optimierengute HF-Erdung für alle EinrichtungenKurz und niederinduktiv.
NiemalsWasser- oder AbwasserleitungKein definierter Erder, trägt Störungen ins Haus.
Ziel beim Sendenkeine unerwünschten AussendungenOberwellen und parasitäre Schwingungen sind Fehler.
AbgleichenAbschlusswiderstand statt AntenneDummy Load — die Leistung wird in Wärme umgesetzt.
Nicht ausreichendhalbe Leistung, ISM-FrequenzStrahlt weiterhin und stört weiterhin.

Merken: Hochfrequenz nimmt jeden Draht als Antenne — also schirmen und kurz erden. Kunststoff schirmt nicht, und die Wasserleitung ist keine Erde. Unerwünschte Aussendungen sind Fehler, die man vermeidet, und wer abgleicht, tut das am Dummy Load, nicht auf dem Band.

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Störungen: beim Nachbarn und bei mir

Eine Störung ist nicht automatisch jemandes Schuld. Das Recht setzt zwei Grenzen: wie viel ein Sender abstrahlen darf, und wie viel ein Empfänger aushalten muss. Halten beide ihre Grenze ein und es funktioniert trotzdem nicht, dann hat niemand einen Fehler gemacht — und gerade dann tritt die Behörde auf, nicht um zu bestrafen, sondern um zwischen den Beteiligten Abhilfe zu organisieren. Daraus folgen beide Richtungen. Zum Nachbarn hin: erst das Entgegenkommen, also die Leistung vorläufig herunter, denn das Ziel ist Frieden und nicht Rechthaben; und erst dann die Behörde, höflich empfohlen. Zu sich selbst hin: erst im eigenen Haushalt suchen, denn dort stehen die häufigsten Quellen von Breitbandstörungen. Und weil eine Behörde nur bearbeiten kann, was sie wiederfindet, gehört zur Meldung ein Protokoll mit Zeit, Art und vermuteter Quelle. Die Klasse E setzt vor die rechtliche Reihenfolge einen praktischen Schritt, und er ist der wichtigste: erst FESTSTELLEN, ob es überhaupt an dir liegt. Prüfe den zeitlichen Zusammenhang — tritt die Störung wirklich auf, wenn du sendest, und verschwindet sie, wenn du aufhörst? Ohne diesen Nachweis baut man Filter gegen ein Problem, das man nicht kennt, und oft liegt die Ursache beim Empfänger des Nachbarn: eine Zimmerantenne ist gegen jedes starke Signal in der Nähe wehrlos, und eine Außenantenne löst mehr als jedes Filter. Der zweite Gedanke ist die Leistung, und er ist eine Haltung: gesendet wird mit dem Minimum, das für eine zufriedenstellende Verbindung nötig ist — nicht mit dem, was erlaubt ist. In den Abendstunden, wenn im Ballungsgebiet die Fernseher laufen, ist das keine Vorschrift, sondern Rücksicht. Und wenn alles Eigene versucht ist und es bleibt dabei, geht es nicht in den Streit, sondern zur Außenstelle der Bundesnetzagentur mit der Bitte um Prüfung.

Erster Schritt beim NachbarnLeistung vorläufig reduzierenZur Wahrung des Friedens, noch vor der Behörde.
Nachbar beklagt sichhöflich die Prüfung anbietenErst das Entgegenkommen — nicht auf seine Anlage verweisen und nicht auf eine andere Stelle abschieben.
Wenn das nicht reichthöflich zur BNetzA verweisenDie Behörde prüft die Störungsursache.
Beide vorschriftsmäßigbehördliche AbhilfeDie BNetzA veranlasst Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Beteiligten.
Feldstärke unter dem NormwertBetrieb geht weiterErreicht man den empfohlenen Störfestigkeitswert nicht, liegt es nicht an einem.
Eigener Empfang gestörterst im eigenen Haushalt suchenSteckernetzteile, LED-Lampen, Rechner, Bildschirme.
Fremde Geräte halten EMVG oder FuAG einhinnehmenDann besteht kein Anspruch auf Abhilfe.
Meldung an die Funkstörungsannahmemit ProtokollZeitpunkt, Art der Störung und die vermutete Quelle.
Erster Schritt bei TV-Störungzeitlichen Zusammenhang prüfenTreten die Störungen wirklich auf, wenn du sendest?
Zimmerantenne beim NachbarnAußenantenne vorschlagenEine Zimmerantenne ist das eigentliche Problem.
Bemühungen fehlgeschlagenAußenstelle der BNetzA um Prüfung bittenNicht aufgeben, nicht streiten.
Leistungnur so viel wie nötigDas für eine zufriedenstellende Kommunikation erforderliche Minimum.
Abendliche Fernsehstundendieselbe Regel, bewusster angewandtKeine höhere Leistung als für sichere Kommunikation nötig.

Merken: Erst Entgegenkommen, dann Behörde. Erst der eigene Haushalt, dann der Verdacht nach draußen. Und wenn beide Seiten ihre Grenzwerte einhalten, ist es kein Fehler, sondern ein Fall für die Vermittlung. Neu in der Klasse E: zuerst den zeitlichen Zusammenhang prüfen, bevor du irgendetwas einbaust. Eine Zimmerantenne beim Nachbarn ist oft die eigentliche Ursache. Immer mit dem Minimum senden, das für die Verbindung reicht. Und am Ende die BNetzA um Prüfung bitten, nicht streiten.

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Die 2 Fragen

NJ101Alle Geräte, die HF-Ströme übertragen, sollten ...ab Klasse N

  1. möglichst gut geschirmt sein.
  2. nicht geerdet sein.
  3. über das Stromversorgungsnetz geerdet sein.
  4. durch Kunststoffabdeckungen geschützt sein.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist A: möglichst gut geschirmt sein.

Kniff: Die Antworten liegen auf zwei Ebenen: Schirmung und Erdung. Gefragt ist, was die Hochfrequenz im Gerät hält, und das tut ein geschlossenes leitendes Gehäuse. Prüfe danach, ob die Erdungsantworten überhaupt einen kurzen, hochfrequenztauglichen Weg beschreiben.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • nicht geerdet sein. – Das ist das Gegenteil der Regel: ein Schirm braucht ein festes Bezugspotential, sonst kann er nicht wirken.
  • über das Stromversorgungsnetz geerdet sein. – Der Weg über das Versorgungsnetz ist lang und für Hochfrequenz keine Erde; er kann Störungen sogar weitertragen. Gefordert ist eine kurze, niederinduktive HF-Erdung.
  • durch Kunststoffabdeckungen geschützt sein. – Eine Kunststoffabdeckung schützt vor Berührung, nicht vor Feldern. Für Hochfrequenz ist Kunststoff durchsichtig.

Mehr dazu: Schirmen, erden, saubere Aussendung

NJ102Welche Reaktion ist angebracht, wenn ihr Nachbar sich über Störungen beklagt?ab Klasse N

  1. Er sollte höflich darauf hingewiesen werden, dass es an seiner eigenen Einrichtung liegt.
  2. Er sollte darauf hingewiesen werden, dass Sie hierfür nicht zuständig sind.
  3. Sie bieten höflich an, die erforderlichen Prüfungen in die Wege zu leiten.
  4. Sie bieten an, das örtlich zuständige Hauptzollamt zu benachrichtigen.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist C: Sie bieten höflich an, die erforderlichen Prüfungen in die Wege zu leiten.

Kniff: Gesucht ist die Haltung, nicht das Messergebnis: du weißt noch nicht, woran es liegt, also kannst du es dem Nachbarn auch nicht sagen. Zwei Antworten behaupten oder verweigern etwas, statt zu prüfen. Bei der dritten prüfe die genannte Stelle — für Funkstörungen ist die Bundesnetzagentur zuständig.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Er sollte höflich darauf hingewiesen werden, dass es an seiner eigenen Einrichtung liegt. – Damit wird ein Prüfergebnis behauptet, das noch niemand ermittelt hat. Wer die Ursache nennt, ohne gemessen zu haben, verliert den Nachbarn als Gesprächspartner.
  • Er sollte darauf hingewiesen werden, dass Sie hierfür nicht zuständig sind. – Eine Abweisung. Auch wenn die eigene Station in Ordnung ist, beginnt die Klärung mit dem Angebot zu prüfen und nicht mit einer Zuständigkeitsfrage.
  • Sie bieten an, das örtlich zuständige Hauptzollamt zu benachrichtigen. – Falsche Behörde: das Hauptzollamt hat mit Funkstörungen nichts zu tun. Prüfen und vermitteln würde die Bundesnetzagentur.

Mehr dazu: Störungen: beim Nachbarn und bei mir

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Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.