Abschnitt 5.11.2 · Elektromagnetische Verträglichkeit, Anwendung, Personen- und Sachschutz · Technische Kenntnisse Klasse A. 4 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 4 Prüfungsfragen zum Thema Sicherheit (Kapitel „Elektromagnetische Verträglichkeit, Anwendung, Personen- und Sachschutz“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
AK201Bei der Fehlersuche in einer defekten Senderendstufe sollte vor Beginn von Reparaturarbeiten aus Sicherheitsgründen das Gerät vom Netz getrennt werden und die Netzteilkondensatoren ...ab Klasse A
durch Kurzschluss über ein Strommessgerät sicher entladen werden.
erst nach Ablauf einer Wartezeit von ca. zwei Minuten berührt werden.
über einen hochohmigen Widerstand mit ausreichender Leistung dauerhaft entladen werden.
über einen sehr niederohmigen Widerstand (< 1 Ω / 0,5 W) sofort vollständig entladen werden.
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Richtig ist C: über einen hochohmigen Widerstand mit ausreichender Leistung dauerhaft entladen werden.
Netzteilkondensatoren halten ihre Ladung lange. Sie müssen dauerhaft und kontrolliert entladen werden: über einen hochohmigen Widerstand, damit der Entladestrom klein bleibt und kein Funke entsteht, und mit ausreichender Belastbarkeit — zu Beginn gilt P = U² / R, bei 400 V an 100 kΩ also schon 1,6 W.
Kniff: Dauerhaft ist das Stichwort: Der Widerstand bleibt während der ganzen Arbeit dran. Sonst laden sich große Kondensatoren durch den sogenannten Erholungseffekt von selbst wieder ein Stück auf.
Warum die anderen nicht stimmen:
durch Kurzschluss über ein Strommessgerät sicher entladen werden. – Das Messgerät wäre sofort zerstört, und der Lichtbogen ist gefährlich.
erst nach Ablauf einer Wartezeit von ca. zwei Minuten berührt werden. – Auf eine Wartezeit darf man sich nie verlassen. Ist der eingebaute Entladewiderstand defekt, steht die Spannung nach Stunden noch an.
über einen sehr niederohmigen Widerstand (< 1 Ω / 0,5 W) sofort vollständig entladen werden. – Ein halbes Watt verdampft bei dieser Energie augenblicklich. Und der Stromstoß kann Bauteile beschädigen.
Ausführlicher Rechen- bzw. Lösungsweg im Lehrgang des DARC: 50ohm.de/AK201
AK202Warum ist eine möglichst niederohmige Verbindung aller Potentialausgleichsanschlüsse der Geräte einer Amateurfunkstelle anzustreben?ab Klasse A
Zur Begrenzung von Kurzschlussströmen bei Gerätefehlern
Zur Vermeidung von Geräteschäden bei Überspannungen
Zum Schutz von Personen
Zur Symmetrierung bei paralleldrahtgespeisten Antennen
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Richtig ist C: Zum Schutz von Personen
Der Potentialausgleich sorgt dafür, dass zwischen berührbaren Gehäusen keine gefährliche Spannung entstehen kann. Je niederohmiger die Verbindung, desto kleiner die mögliche Berührungsspannung.
Kniff: Es geht um Menschen, nicht um Geräte. Die anderen Antworten nennen Nebenwirkungen — der Zweck des Potentialausgleichs ist der Schutz von Personen.
Warum die anderen nicht stimmen:
Zur Begrenzung von Kurzschlussströmen bei Gerätefehlern – Der Potentialausgleich begrenzt keine Ströme. Er verbindet die Gehäuse niederohmig, damit zwischen berührbaren Teilen keine Spannung entstehen kann.
Zur Vermeidung von Geräteschäden bei Überspannungen – Das ist Aufgabe des Überspannungsschutzes. Ein Nebeneffekt, nicht der Zweck.
Zur Symmetrierung bei paralleldrahtgespeisten Antennen – Symmetrieren ist Aufgabe eines Baluns, nicht des Potentialausgleichs.
Ausführlicher Rechen- bzw. Lösungsweg im Lehrgang des DARC: 50ohm.de/AK202
AK203Ihr 400 W-Kurzwellensender ist über eine separate Erdungsleitung mit dem Potentialausgleich Ihres Hauses verbunden. Im Sendebetrieb stellen Sie fest, dass auf bestimmten Bändern das Gehäuse des Senders „heiß“ ist, d. h. Hochfrequenzspannung merklicher Amplitude auf dem Gerätegehäuse liegt. Was kann die Ursache hierfür sein?ab Klasse A
Die Länge der Erdleitung entspricht annähernd einer halben Wellenlänge der Sendefrequenz oder Vielfachen davon.
Für die verwendete Erdleitung wurde ein massiver Leiter anstatt einer für Hochfrequenz besser geeigneten mehradrigen Litze verwendet.
Die verwendete Kupfer-Erdleitung ist nicht versilbert und somit zur guten Ableitung von Hochfrequenz nicht geeignet.
Die Länge der Erdleitung entspricht annähernd einem Viertel der Wellenlänge der Sendefrequenz oder einem ungeraden Vielfachen davon.
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Richtig ist D: Die Länge der Erdleitung entspricht annähernd einem Viertel der Wellenlänge der Sendefrequenz oder einem ungeraden Vielfachen davon.
Eine Erdleitung von λ/4 Länge wirkt als Transformationsleitung: Der Kurzschluss am unteren Ende erscheint am Gerät als Leerlauf. Die Erdung wirkt dann nicht mehr — im Gegenteil, am Gehäuse steht ein Spannungsbauch.
Kniff: Bei λ/4 kehrt sich die Wirkung um. Deshalb gibt es kein "je länger, desto besser": Eine Erdleitung muss deutlich kürzer sein als λ/4 der höchsten benutzten Frequenz, sonst wird sie zum Problem.
Warum die anderen nicht stimmen:
Die Länge der Erdleitung entspricht annähernd einer halben Wellenlänge der Sendefrequenz oder Vielfachen davon. – Eine λ/2-Leitung überträgt unverändert — der Kurzschluss bliebe ein Kurzschluss, und die Erdung würde wirken.
Für die verwendete Erdleitung wurde ein massiver Leiter anstatt einer für Hochfrequenz besser geeigneten mehradrigen Litze verwendet. – Bei Hochfrequenz zählt die Oberfläche, und ein breites Band ist besser als ein runder Draht. Auf die Länge kommt es aber mehr an als auf die Machart.
Die verwendete Kupfer-Erdleitung ist nicht versilbert und somit zur guten Ableitung von Hochfrequenz nicht geeignet. – Versilbern verringert den Skin-Widerstand geringfügig. Das Problem einer λ/4-langen Leitung löst es nicht.
Ausführlicher Rechen- bzw. Lösungsweg im Lehrgang des DARC: 50ohm.de/AK203
AK204Ab welchen Sendeleistungen kann an Sendeantennen Verletzungsgefahr durch hochfrequente Spannungen bestehen?ab Klasse A
Auf Kurzwelle ab 100 Watt, auf VHF/UHF ab 50 Watt
Bereits bei geringen Sendeleistungen von wenigen Watt
Bei Sendeleistungen höher 100 Watt
Bei Sendeleistungen höher 500 Watt
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Richtig ist B: Bereits bei geringen Sendeleistungen von wenigen Watt
An den Enden eines Strahlers liegt ein Spannungsbauch. Dort können schon bei wenigen Watt Spannungen entstehen, die bei Berührung eine Verbrennung verursachen.
Kniff: Hochfrequenzverbrennungen tun zunächst kaum weh, gehen aber tief — die Nerven werden mit verödet. Deshalb gilt der Grundsatz: Eine Antenne wird im Sendebetrieb nie berührt, gleich bei welcher Leistung.
Warum die anderen nicht stimmen:
Auf Kurzwelle ab 100 Watt, auf VHF/UHF ab 50 Watt – Eine solche Schwelle gibt es nicht. Entscheidend ist die Spannung am Strahlerende, und die ist auch bei kleinen Leistungen hoch.
Bei Sendeleistungen höher 100 Watt – Auch das setzt eine Schwelle voraus, die es nicht gibt.
Bei Sendeleistungen höher 500 Watt – Erst recht zu hoch angesetzt. Verbrennungen sind schon bei wenigen Watt möglich.
Ausführlicher Rechen- bzw. Lösungsweg im Lehrgang des DARC: 50ohm.de/AK204
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.