Abschnitt 4.6.1 · Sender und Empfänger · Technische Kenntnisse Klasse E. 2 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 2 Prüfungsfragen zum Thema Empfänger (Kapitel „Sender und Empfänger“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
Ein Filter, das zwei dicht benachbarte Signale sauber voneinander trennt, lässt sich nur auf EINER festen Frequenz gut bauen. Ein gleich schmales Filter, das über das ganze Band mitwandert, gibt es praktisch nicht. Der Überlagerungsempfänger dreht deshalb die Aufgabe um: nicht das Filter wandert zum Signal, sondern das Signal kommt zum Filter. Ein Oszillator und ein Mischer setzen jede Empfangsfrequenz auf eine immer gleiche Zwischenfrequenz um, und dort sitzt das eine gute, schmale Filter. Daraus folgt sein Vorteil gegenüber dem Geradeausempfänger, der auf der Empfangsfrequenz selbst filtern muss: die bessere TRENNSCHÄRFE. Einfacher gebaut ist er dadurch nicht, und geringere Ansprüche an die Stabilität des Oszillators stellt er erst recht nicht — er hat einen Oszillator mehr, von dem die Genauigkeit abhängt. Aus demselben Zusammenhang folgt, wie Bandbreite und Trennschärfe zusammengehören: je schmaler das Filter, desto weniger kommt neben dem gewünschten Signal noch mit durch, also bedeutet eine schmale Bandbreite HOHE Trennschärfe. Mit der Spiegelfrequenz hat die Bandbreite des Filters nichts zu tun; die ist eine Sache des Mischers und der Stufen vor ihm. Beim Direktüberlagerungsempfänger fällt die Zwischenfrequenz weg: der Oszillator läuft dicht bei der Empfangsfrequenz, sodass beim Mischen unmittelbar die Niederfrequenz entsteht. Der Rest des Empfängers ist eine Sammlung von Baugruppen, und jede ist gegen GENAU EIN Problem gebaut. Die Prüfung tauscht sie gegeneinander aus, deshalb merkt man sie sich am Problem und nicht am Namen: schwankende Pegel — automatische Verstärkungsregelung; gleichmäßiges Rauschen über dem ganzen Signal — Rauschunterdrückung; kurze Knackimpulse — Störaustaster; ein einzelner schmaler Störträger — Notchfilter; ein zu starkes Signal am Eingang — Dämpfungsglied. Auch der Einbauort folgt aus dem Problem: ein Vorverstärker verstärkt das Rauschen mit, das vor ihm dazugekommen ist, also gehört er VOR das Kabel, direkt an die Antenne. Hinter dem Kabel ist das Signal schon geschwächt, und der Abstand zum Rauschen lässt sich dort nicht mehr zurückholen. Und rechnen kann nur, was als Zahlenfolge vorliegt: ein digitales Filter braucht ein digitalisiertes Eingangssignal, und SDR heißt, dass ein Teil der Signalaufbereitung in Software steckt statt in Bauteilen.
Überlagerungsempfänger
mischt auf eine feste ZF
Das scharfe Filter sitzt auf der Zwischenfrequenz, nicht auf der Empfangsfrequenz.
Vorteil gegenüber Geradeausempfänger
bessere Trennschärfe
Nicht einfacher gebaut, und keine geringeren Ansprüche an die Oszillatorstabilität.
Schmale Empfängerbandbreite
hohe Trennschärfe
Sagt nichts über die Spiegelfrequenzunterdrückung.
Direktüberlagerungsempfänger
Oszillator nahe der Empfangsfrequenz
Ohne eigene Zwischenfrequenz; beim Mischen entsteht gleich die NF.
AGC
automatische Verstärkungsregelung
Gegen Pegelschwankungen der NF, die von Schwankungen des HF-Eingangssignals kommen.
Noise Reduction
verringert den Rauschanteil im Signal
Nicht den Dynamikbereich, nicht das Rauschen der Versorgungsspannung.
Noise Blanker
blendet impulsförmige Störungen aus
Der Störaustaster, gegen kurze Knackimpulse.
Notchfilter
unterdrückt einen schmalen Frequenzbereich
Ein Loch im Durchlassbereich gegen einen einzelnen Störträger. Kein Bandpass, Hochpass oder Tiefpass.
Dämpfungsglied
vermindert Übersteuerung des Eingangs
Schwächt ein zu starkes Signal, bevor es die erste Stufe erreicht.
Vorverstärker
möglichst direkt an die Antenne
Nicht am Empfängereingang: hinter dem Kabel ist das Signal geschwächt und Rauschen dazugekommen.
Digitales Filter
setzt ein digitalisiertes Signal voraus
Erst umsetzen in Zahlen, dann rechnen. Demodulieren oder entrauschen ist keine Voraussetzung.
SDR
Signalaufbereitung teilweise in Software
Kein besonderer Antennenanschluss und kein Betrieb über das Internet.
Merken: Ein gutes schmales Filter gibt es nur für eine feste Frequenz — darum mischt der Überlagerungsempfänger jedes Signal auf die Zwischenfrequenz herunter und hat dadurch die bessere Trennschärfe. Daraus folgt auch: schmale Bandbreite heißt hohe Trennschärfe. Jede Baugruppe gehört zu genau einem Problem — AGC gegen Pegelschwankungen, Noise Reduction gegen Rauschen, Noise Blanker gegen Impulse, Notchfilter gegen einen schmalen Störer, Dämpfungsglied gegen Übersteuerung. Der Vorverstärker gehört an die Antenne, nicht an den Empfänger. Und digital filtern kann man erst, wenn das Signal digitalisiert ist.
EF101Was stellt nachfolgende Schaltung dar?ab Klasse E
Verstärker
Modulator
Oszillator
Detektorempfänger
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: Detektorempfänger
Kniff: Die Schaltung ist an dem zu erkennen, was fehlt: keine Stromquelle, kein Transistor, keine Röhre. Alles, was da ist, ergibt die einfachste Empfängerkette — abstimmbarer Parallelschwingkreis zur Wahl des Senders, Diode als Gleichrichter, die aus der Hüllkurve des amplitudenmodulierten Signals die Niederfrequenz herausholt, und ein hochohmiger Hörer als Anzeige. Der Wert 2,7 kΩ sagt, dass der Hörer hochohmig ist und die Diode nicht belastet. Die Energie kommt allein aus der Antenne, darum funktioniert das nur bei starken Sendern.
Warum die anderen nicht stimmen:
Verstärker – Zum Verstärken braucht es ein steuerbares Bauteil mit drei Anschlüssen und eine Betriebsspannung, die die zusätzliche Leistung liefert. Beides fehlt im Bild. Eine Diode kann ein Signal nur gleichrichten, nie größer machen.
Modulator – Ein Modulator hat zwei Eingänge — einen Träger und ein Nutzsignal — und legt das eine auf das andere. Hier gibt es nur einen Eingang, die Antenne, und am Ende einen Hörer. Die Richtung des Signalflusses ist also genau umgekehrt.
Oszillator – Ein Schwingkreis allein schwingt nicht dauerhaft: seine Verluste müssen von einer Verstärkerstufe mit Rückkopplung ausgeglichen werden. Im Bild gibt es weder eine Rückkopplung noch eine Energiezufuhr — der Kreis wird nur von außen angeregt.
EF102Welchen Vorteil bietet ein Überlagerungsempfänger gegenüber einem Geradeaus-Empfänger?ab Klasse E
Wesentlich einfachere Konstruktion
Geringere Anforderungen an die VFO-Stabilität
Bessere Trennschärfe
Höhere Bandbreiten
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Richtig ist C: Bessere Trennschärfe
Kniff: Nur eine der Antworten nennt eine Eigenschaft, die aus dem festen Filter auf der Zwischenfrequenz folgt. Prüfe bei den übrigen zuerst, ob das Genannte überhaupt ein Vorteil wäre.
Warum die anderen nicht stimmen:
Wesentlich einfachere Konstruktion – Der Überlagerungsempfänger hat Oszillator und Mischer zusätzlich; einfacher gebaut ist gerade der Geradeaus-Empfänger. Die Antwort dreht den Vergleich um.
Geringere Anforderungen an die VFO-Stabilität – Auch das ist umgekehrt: der zusätzliche Oszillator bestimmt mit, auf welcher Frequenz man landet, also steigen die Ansprüche an seine Stabilität.
Höhere Bandbreiten – Beim Empfangen ist eine große Bandbreite kein Gewinn, sondern lässt Nachbarsignale mit durch. Der Vorteil liegt im schmalen Filter, nicht im breiten.
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.