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Digitale Signalverarbeitung Klasse E

Abschnitt 4.6.6 · Sender und Empfänger · Technische Kenntnisse Klasse E. 3 Fragen, jede mit Erklärung.

Auf dieser Seite stehen alle 3 Prüfungsfragen zum Thema Digitale Signalverarbeitung (Kapitel „Sender und Empfänger“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.

▶ Diese 3 Fragen im Trainer üben

Im Lehrgang des DARC nachlesen (50ohm.de):

Der Überlagerungsempfänger und seine Baugruppen

Ein Filter, das zwei dicht benachbarte Signale sauber voneinander trennt, lässt sich nur auf EINER festen Frequenz gut bauen. Ein gleich schmales Filter, das über das ganze Band mitwandert, gibt es praktisch nicht. Der Überlagerungsempfänger dreht deshalb die Aufgabe um: nicht das Filter wandert zum Signal, sondern das Signal kommt zum Filter. Ein Oszillator und ein Mischer setzen jede Empfangsfrequenz auf eine immer gleiche Zwischenfrequenz um, und dort sitzt das eine gute, schmale Filter. Daraus folgt sein Vorteil gegenüber dem Geradeausempfänger, der auf der Empfangsfrequenz selbst filtern muss: die bessere TRENNSCHÄRFE. Einfacher gebaut ist er dadurch nicht, und geringere Ansprüche an die Stabilität des Oszillators stellt er erst recht nicht — er hat einen Oszillator mehr, von dem die Genauigkeit abhängt. Aus demselben Zusammenhang folgt, wie Bandbreite und Trennschärfe zusammengehören: je schmaler das Filter, desto weniger kommt neben dem gewünschten Signal noch mit durch, also bedeutet eine schmale Bandbreite HOHE Trennschärfe. Mit der Spiegelfrequenz hat die Bandbreite des Filters nichts zu tun; die ist eine Sache des Mischers und der Stufen vor ihm. Beim Direktüberlagerungsempfänger fällt die Zwischenfrequenz weg: der Oszillator läuft dicht bei der Empfangsfrequenz, sodass beim Mischen unmittelbar die Niederfrequenz entsteht. Der Rest des Empfängers ist eine Sammlung von Baugruppen, und jede ist gegen GENAU EIN Problem gebaut. Die Prüfung tauscht sie gegeneinander aus, deshalb merkt man sie sich am Problem und nicht am Namen: schwankende Pegel — automatische Verstärkungsregelung; gleichmäßiges Rauschen über dem ganzen Signal — Rauschunterdrückung; kurze Knackimpulse — Störaustaster; ein einzelner schmaler Störträger — Notchfilter; ein zu starkes Signal am Eingang — Dämpfungsglied. Auch der Einbauort folgt aus dem Problem: ein Vorverstärker verstärkt das Rauschen mit, das vor ihm dazugekommen ist, also gehört er VOR das Kabel, direkt an die Antenne. Hinter dem Kabel ist das Signal schon geschwächt, und der Abstand zum Rauschen lässt sich dort nicht mehr zurückholen. Und rechnen kann nur, was als Zahlenfolge vorliegt: ein digitales Filter braucht ein digitalisiertes Eingangssignal, und SDR heißt, dass ein Teil der Signalaufbereitung in Software steckt statt in Bauteilen.

Überlagerungsempfängermischt auf eine feste ZFDas scharfe Filter sitzt auf der Zwischenfrequenz, nicht auf der Empfangsfrequenz.
Vorteil gegenüber Geradeausempfängerbessere TrennschärfeNicht einfacher gebaut, und keine geringeren Ansprüche an die Oszillatorstabilität.
Schmale Empfängerbandbreitehohe TrennschärfeSagt nichts über die Spiegelfrequenzunterdrückung.
DirektüberlagerungsempfängerOszillator nahe der EmpfangsfrequenzOhne eigene Zwischenfrequenz; beim Mischen entsteht gleich die NF.
AGCautomatische VerstärkungsregelungGegen Pegelschwankungen der NF, die von Schwankungen des HF-Eingangssignals kommen.
Noise Reductionverringert den Rauschanteil im SignalNicht den Dynamikbereich, nicht das Rauschen der Versorgungsspannung.
Noise Blankerblendet impulsförmige Störungen ausDer Störaustaster, gegen kurze Knackimpulse.
Notchfilterunterdrückt einen schmalen FrequenzbereichEin Loch im Durchlassbereich gegen einen einzelnen Störträger. Kein Bandpass, Hochpass oder Tiefpass.
Dämpfungsgliedvermindert Übersteuerung des EingangsSchwächt ein zu starkes Signal, bevor es die erste Stufe erreicht.
Vorverstärkermöglichst direkt an die AntenneNicht am Empfängereingang: hinter dem Kabel ist das Signal geschwächt und Rauschen dazugekommen.
Digitales Filtersetzt ein digitalisiertes Signal vorausErst umsetzen in Zahlen, dann rechnen. Demodulieren oder entrauschen ist keine Voraussetzung.
SDRSignalaufbereitung teilweise in SoftwareKein besonderer Antennenanschluss und kein Betrieb über das Internet.

Merken: Ein gutes schmales Filter gibt es nur für eine feste Frequenz — darum mischt der Überlagerungsempfänger jedes Signal auf die Zwischenfrequenz herunter und hat dadurch die bessere Trennschärfe. Daraus folgt auch: schmale Bandbreite heißt hohe Trennschärfe. Jede Baugruppe gehört zu genau einem Problem — AGC gegen Pegelschwankungen, Noise Reduction gegen Rauschen, Noise Blanker gegen Impulse, Notchfilter gegen einen schmalen Störer, Dämpfungsglied gegen Übersteuerung. Der Vorverstärker gehört an die Antenne, nicht an den Empfänger. Und digital filtern kann man erst, wenn das Signal digitalisiert ist.

Zum Begriffsblatt im Lexikon →

Die 3 Fragen

EF601Folgendes Blockschaltbild stellt das Prinzip einer digitalen Signalverarbeitung dar. Welche Aufgaben haben die beiden Blöcke 1 und 2?ab Klasse E

Ein waagerechtes Blockschaltbild mit drei Blöcken und Pfeilen, die alle nach rechts zeigen. Von links kommt ein Pfeil in den Block 1 — ein Quadrat mit einer Diagonale von links unten nach rechts oben, ohne weitere Aufschrift; die Ziffer 1 steht darunter. Von dort ein Pfeil nach rechts in ein breites Kästchen mit der Aufschrift „Digitale Signalverarbeitung". Von diesem ein Pfeil nach rechts in den Block 2, der genauso aussieht wie Block 1, mit der Ziffer 2 darunter. Von Block 2 führt ein Pfeil nach rechts aus dem Bild heraus.
  1. 1: A/D-Umsetzer, 2: D/A-Umsetzer
  2. 1: D/A-Umsetzer, 2: A/D-Umsetzer
  3. beides D/A-Umsetzer
  4. beides A/D-Umsetzer
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist A: 1: A/D-Umsetzer, 2: D/A-Umsetzer

Kniff: Die beiden Blöcke sind im Bild völlig gleich gezeichnet — das Symbol sagt also nichts. Was entscheidet, ist die Pfeilrichtung: das Signal läuft von links nach rechts, und in der Mitte steht ein Block, der nur mit Zahlen arbeiten kann. Vor ihm muss das analoge Signal in Zahlen umgesetzt werden (A/D), hinter ihm müssen die Zahlen wieder ein analoges Signal werden (D/A). Aus der Reihenfolge folgt die Antwort, nicht aus dem Aussehen der Kästchen.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • 1: D/A-Umsetzer, 2: A/D-Umsetzer – Genau vertauscht. Das würde bedeuten, dass am Eingang links bereits ein digitales Signal ankommt und die Signalverarbeitung in der Mitte ein analoges Signal bekommt — womit sie nichts anfangen kann.
  • beides A/D-Umsetzer – Dann wäre das Signal hinter Block 2 noch digital und bliebe eine Zahlenfolge. Am Ausgang rechts soll aber wieder ein analoges Signal herauskommen, sonst könnte es niemand hören oder aussenden.
  • beides D/A-Umsetzer – Dann würde das Signal nie in Zahlen umgesetzt, und die digitale Signalverarbeitung in der Mitte bekäme ein analoges Signal. Mindestens einer der beiden Blöcke muss ein A/D-Umsetzer sein, und zwar der vor der Verarbeitung.

EF602Was ist die Voraussetzung, um ein analoges Signal mit digitaler Signalverarbeitung zu filtern? Das Eingangssignal muss zunächst ...ab Klasse E

  1. von Oberschwingungen befreit werden.
  2. von Rauschen befreit werden.
  3. demoduliert werden.
  4. digitalisiert werden.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: digitalisiert werden.

Kniff: Lies die Frage als Reihenfolge: gerechnet wird mit Zahlen, also muss aus der Spannung zuerst eine Zahlenfolge werden. Alles, was die anderen Antworten nennen, ist selbst schon Verarbeitung und kommt danach.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • von Oberschwingungen befreit werden. – Oberschwingungen wegzunehmen ist bereits ein Filtern. Das ist das Ziel der Verarbeitung und nicht ihre Voraussetzung.
  • von Rauschen befreit werden. – Entrauschen ist eine der Aufgaben, die die digitale Verarbeitung übernimmt. Sie kann nicht Bedingung für sich selbst sein.
  • demoduliert werden. – Demodulieren ist ein eigener Schritt, den ein digitaler Empfänger ebenfalls rechnen kann. Filtern geht auch am noch modulierten Signal, sobald es digitalisiert ist.

Mehr dazu: Der Überlagerungsempfänger und seine Baugruppen

EF603Worauf deutet die Bezeichnung SDR bei einem Transceiver oder Empfänger hin?ab Klasse E

  1. Es werden spezielle Antennenanschlüsse für digitale Signale verwendet.
  2. Die Aussendung bzw. der Empfang erfolgt über das Internet und nicht per Funk.
  3. Zumindest ein Teil der Signalaufbereitung ist in Software realisiert.
  4. Zumindest im NF-Bereich wird Analogtechnik eingesetzt, um besseren Klang zu erreichen.
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Richtig ist C: Zumindest ein Teil der Signalaufbereitung ist in Software realisiert.

Kniff: Die Abkürzung steht für Software Defined Radio, und das Wort Software ist der ganze Inhalt der Antwort. Prüfe bei den übrigen, ob sie von Anschlüssen oder vom Übertragungsweg reden — dann sind sie am Thema vorbei.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • Es werden spezielle Antennenanschlüsse für digitale Signale verwendet. – Die Antenne bleibt eine gewöhnliche Antenne für Hochfrequenz; digital wird es erst im Gerät. Einen eigenen Anschluss für digitale Signale gibt es dafür nicht.
  • Die Aussendung bzw. der Empfang erfolgt über das Internet und nicht per Funk. – Das beschreibt eine Verbindung über Netze und sagt nichts über die Bauweise eines Geräts. Ein SDR sendet und empfängt weiter per Funk.
  • Zumindest im NF-Bereich wird Analogtechnik eingesetzt, um besseren Klang zu erreichen. – Die Antwort ist die Umkehrung der richtigen: sie stellt Analogtechnik heraus, während die Bezeichnung gerade den Anteil der Software meint.

Mehr dazu: Der Überlagerungsempfänger und seine Baugruppen

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Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.