Abschnitt 4.5.2 · Modulations- und Übertragungsverfahren · Technische Kenntnisse Klasse E. 7 Fragen, jede mit Erklärung.
Auf dieser Seite stehen alle 7 Prüfungsfragen zum Thema Amplitudenmodulation AM, SSB, CW (Kapitel „Modulations- und Übertragungsverfahren“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.
Alles auf diesem Blatt hängt an einer einzigen Frage: WO sitzt die Information? Bei AM und SSB sitzt sie in der AMPLITUDE, bei FM in der Auslenkung der Trägerfrequenz. Aus dieser Unterscheidung folgt jede Antwort. Von dem, was AM aussendet, bleibt bei SSB nur ein Teil übrig: AM überträgt den Träger und beide Seitenbänder, SSB ein Seitenband und keinen Träger. Daraus folgt die Bandbreite unmittelbar. Die HF-Bandbreite eines SSB-Signals entspricht der Bandbreite des NF-Signals — nicht dem Doppelten, nicht der Hälfte, und schon gar nicht null, nur weil der Träger unterdrückt ist. Gegenüber AM mit seinen zwei Seitenbändern ist das weniger als die halbe Bandbreite, und zwar etwas weniger als die Hälfte, weil ein Sprachsignal unten nicht bei null Hertz anfängt. Und weil CW noch schmaler ist als ein Sprachsignal, hat CW gegenüber SSB wie gegenüber AM in beiden Fällen die kleinere Bandbreite. Daraus folgt auch, welche Frequenz ein SSB-Sender tatsächlich abstrahlt. Aus Träger und NF wird eine einzige Frequenz: beim oberen Seitenband Träger plus NF, beim unteren Träger minus NF. Ein Träger von 21,250 MHz mit 1 kHz NF in USB ergibt 21,251 MHz. Ein Träger von 3,65 MHz mit 2 kHz NF in LSB ergibt 3,648 MHz. Eine Frequenz, nicht zwei — der Träger ist unterdrückt und steht nicht mehr da. Genau darin steckt die Falle, denn die falschen Antworten nennen gern ein Paar aus Seitenband und Träger oder beide Seitenbänder zugleich. Und weil bei SSB kein Träger übrig ist, hängt die gesamte Ausgangsleistung an der Amplitude der Niederfrequenz. Spricht niemand ins Mikrofon, geht nichts hinaus. Daraus folgt zweierlei: wer die NF-Amplitude verringert, verringert die Ausgangsleistung, und eine zu geringe Mikrofonverstärkung führt zu geringer Ausgangsleistung, nicht zu geringer Bandbreite. Bei FM ist es umgekehrt. Die Amplitude trägt hier keine Information, die Sendeleistung ist von der Modulation unabhängig. Die Lautstärke steckt in der Trägerfrequenzauslenkung, also im HUB, und nicht in der Häufigkeit der Änderung. Daraus folgt beides, was über FM gefragt wird: größerer Frequenzhub führt zu größerer HF-Bandbreite, und deshalb verringert man eine zu große Bandbreite durch Verringern der Hubeinstellung, nicht durch Verringern der Trägerfrequenz. Und weil Amplitudenschwankungen bei FM keine Information tragen, stören sie auch nicht. Das ist der Vorteil gegenüber SSB — geringere Beeinflussung durch Amplitudenstörungen, wie sie im Kraftfahrzeug auftreten, und nicht geringere Bandbreite.
AM und SSB
Information in der Amplitude
FM
Information in der Trägerfrequenzauslenkung
Nicht in der Häufigkeit der Änderung und nicht in der Amplitude des HF-Signals.
AM überträgt
Träger und beide Seitenbänder
Daher die große Bandbreite.
SSB überträgt
ein Seitenband, keinen Träger
Bandbreite von SSB
wie die NF-Bandbreite
Nicht das Doppelte, nicht die Hälfte, nicht null.
SSB gegen AM
weniger als die halbe Bandbreite
Nicht ein Viertel und nicht etwas mehr als die Hälfte.
CW
schmaler als SSB und als AM
In beiden Vergleichen die kleinere Bandbreite.
Oberes Seitenband (USB)
Sendefrequenz = Träger plus NF
21,250 MHz mit 1 kHz gibt 21,251 MHz.
Unteres Seitenband (LSB)
Sendefrequenz = Träger minus NF
3,65 MHz mit 2 kHz gibt 3,648 MHz.
Wie viele Frequenzen bei SSB
eine
Der Träger ist unterdrückt.
Ausgangsleistung bei SSB
hängt an der NF-Amplitude
Kein Träger, also keine Leistung ohne Sprache.
NF-Amplitude verringern
Ausgangsleistung sinkt
Zu geringe Mikrofonverstärkung heißt geringe Ausgangsleistung.
Leistung bei FM
von der Modulation unabhängig
Größerer Hub erhöht weder Trägeramplitude noch Ausgangsleistung.
Größerer Frequenzhub
größere HF-Bandbreite
Zu große FM-Bandbreite
Hubeinstellung verringern
Nicht die Trägerfrequenz, nicht die HF-Begrenzung.
Vorteil von FM
unempfindlich gegen Amplitudenstörungen
Deshalb im Kraftfahrzeug am wenigsten beeinträchtigt. Nicht: geringere Bandbreite.
Merken: Bei AM und SSB sitzt die Information in der Amplitude, bei FM in der Trägerfrequenzauslenkung — daraus folgt alles andere. SSB überträgt ein Seitenband ohne Träger und braucht deshalb nur die NF-Bandbreite, also weniger als die halbe von AM; CW ist schmaler als beide. Die Sendefrequenz ist Träger plus NF beim oberen und Träger minus NF beim unteren Seitenband, und es ist eine einzige Frequenz. Weil kein Träger da ist, hängt die Ausgangsleistung eines SSB-Senders an der NF-Amplitude. Bei FM ist die Leistung dagegen konstant, der Hub bestimmt die Bandbreite, und Amplitudenstörungen machen FM nichts aus.
EE201Wie unterscheidet sich SSB von AM in Bezug auf die Bandbreite?ab Klasse E
SSB beansprucht etwas mehr als die halbe Bandbreite der Modulationsart AM.
SSB und AM lassen keinen Vergleich zu, da sie grundverschieden erzeugt werden.
SSB beansprucht etwa 1/4 Bandbreite der Modulationsart AM.
SSB beansprucht weniger als die halbe Bandbreite der Modulationsart AM.
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Richtig ist D: SSB beansprucht weniger als die halbe Bandbreite der Modulationsart AM.
Kniff: Drei der vier Antworten nennen ein Verhältnis, eine bestreitet die Vergleichbarkeit überhaupt. Zähle ab, was übrig bleibt: von zwei Seitenbändern plus Träger bleibt ein Seitenband. Damit steht die Richtung fest, nämlich unter der Hälfte und nicht darüber.
Warum die anderen nicht stimmen:
SSB beansprucht etwas mehr als die halbe Bandbreite der Modulationsart AM. – Die Richtung ist verdreht. Das Wort „etwas“ gehört zur richtigen Antwort, aber auf die andere Seite der Hälfte: etwas weniger, nicht etwas mehr.
SSB und AM lassen keinen Vergleich zu, da sie grundverschieden erzeugt werden. – Bandbreite wird in Hertz gemessen, ganz gleich wie das Signal entstanden ist. Zwei Zahlen in derselben Einheit lassen sich immer vergleichen.
SSB beansprucht etwa 1/4 Bandbreite der Modulationsart AM. – Ein Viertel wäre es, wenn von AM nur ein halbes Seitenband übrig bliebe. Weggefallen sind aber ein ganzes Seitenband und der Träger, und mehr nicht.
EE202Wie groß ist in etwa die HF-Bandbreite, die für die Übertragung eines SSB-Signals erforderlich ist?ab Klasse E
Sie ist Null, weil bei SSB-Modulation der HF-Träger unterdrückt wird.
Sie entspricht der doppelten Bandbreite des NF-Signals.
Sie entspricht der Bandbreite des NF-Signals.
Sie entspricht der Hälfte der Bandbreite des NF-Signals.
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Richtig ist C: Sie entspricht der Bandbreite des NF-Signals.
Kniff: Die vier Antworten bieten Null, die Hälfte, das Gleiche und das Doppelte an. Prüfe, was das Unterdrücken des Trägers überhaupt ändert: es nimmt eine einzelne Frequenz weg, nicht die Breite des Seitenbands. Das Seitenband bleibt so breit wie das NF-Signal, aus dem es entstanden ist.
Warum die anderen nicht stimmen:
Sie ist Null, weil bei SSB-Modulation der HF-Träger unterdrückt wird. – Der Träger ist eine einzige Frequenz und hat selbst keine Breite; sein Wegfall nimmt dem Seitenband nichts von seiner Ausdehnung. Eine Aussendung mit der Bandbreite Null könnte auch keine Sprache übertragen.
Sie entspricht der doppelten Bandbreite des NF-Signals. – Das Doppelte kommt von zwei Seitenbändern, gehört also zu AM. SSB überträgt nur eines der beiden.
Sie entspricht der Hälfte der Bandbreite des NF-Signals. – Halbiert wird bei SSB die Zahl der Seitenbänder, nicht die Breite des einen, das übrig bleibt. Die Hälfte gilt gegenüber AM, nicht gegenüber der NF.
EE203Ein Träger von 21,250 MHz wird mit der NF-Frequenz von 1 kHz in SSB (USB) moduliert. Welche Frequenz tritt im ideal modulierten HF-Signal auf?ab Klasse E
Gegenprobe: der Abstand zum Träger muss 1 kHz betragen und oberhalb liegen
Ergebnis: 21,251 MHz
Kniff: Rechne alles in einer Einheit. 1 kHz sind 0,001 MHz, und USB heißt addieren. Die Antwort 21,260 MHz prüft dabei, ob dir das Komma um eine Stelle verrutscht.
Warum die anderen nicht stimmen:
21,250 MHz – Das ist der Träger selbst, und der ist bei SSB unterdrückt. Er wird zum Rechnen gebraucht, ausgesendet wird er nicht.
21,249 MHz – Um 1 kHz richtig gerechnet, aber nach unten abgezogen. Das wäre das untere Seitenband, gefragt ist das obere.
21,260 MHz – Hier sind 10 kHz addiert statt 1 kHz. Bei der Umrechnung von kHz in MHz ist das Komma um eine Stelle verrutscht.
EE204Ein Träger von 3,65 MHz wird mit der NF-Frequenz von 2 kHz in SSB (LSB) moduliert. Welche Frequenz/Frequenzen treten im modulierten HF-Signal hauptsächlich auf?ab Klasse E
Anzahl prüfen: Träger unterdrückt, oberes Seitenband nicht gesendet, also eine Frequenz
Ergebnis: 3,648 MHz
Kniff: Zweierlei ist zu entscheiden: welche Frequenz und wie viele. 2 kHz sind 0,002 MHz, und LSB heißt abziehen. Weil der Träger unterdrückt ist und das obere Seitenband fehlt, bleibt eine einzige Frequenz übrig, womit jede Antwort mit zwei Zahlen wegfällt.
Warum die anderen nicht stimmen:
3,648 MHz und 3,650 MHz – Die erste Zahl stimmt, die zweite ist der Träger — und den sendet SSB gerade nicht mit. So beschrieben wäre ein Seitenband unterdrückt, der Träger aber noch da.
3,648 MHz und 3,652 MHz – Das sind beide Seitenbänder zugleich, also die Antwort für ein Zweiseitenbandsignal. Bei SSB ist eines der beiden weg.
3,652 MHz – Die 2 kHz sind addiert statt abgezogen. Das ist das obere Seitenband, verlangt war das untere.
EE205Welche der aufgeführten Maßnahmen verringert die Ausgangsleistung eines SSB-Senders?ab Klasse E
Lauter ins Mikrofon sprechen
Erhöhen der NF-Bandbreite
Verringern der NF-Amplitude
Verringern der Squelcheinstellung
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Richtig ist C: Verringern der NF-Amplitude
Kniff: Gesucht ist die Maßnahme, die an der NF-Amplitude dreht, und zwar nach unten. Eine Antwort nennt die richtige Größe in der falschen Richtung, zwei greifen an Größen an, die mit der Sendeleistung nichts zu tun haben.
Warum die anderen nicht stimmen:
Lauter ins Mikrofon sprechen – Richtige Größe, falsche Richtung: lauter sprechen erhöht die NF-Amplitude und damit die Ausgangsleistung.
Erhöhen der NF-Bandbreite – Die Bandbreite sagt, wie breit das Signal ist, nicht wie stark. Ein breiteres NF-Signal wird nicht schwächer, sondern belegt mehr Platz.
Verringern der Squelcheinstellung – Die Rauschsperre sitzt im Empfangsweg und entscheidet, wann der Lautsprecher aufgetastet wird. Auf die abgegebene Leistung wirkt sie nicht.
EE206Was bewirkt eine zu geringe Mikrofonverstärkung bei einem SSB-Transceiver?ab Klasse E
geringe Bandbreite
Störungen bei Stationen, die auf dicht benachbarten Frequenzen arbeiten
Störungen von Stationen, die auf einem anderen Frequenzband arbeiten
geringe Ausgangsleistung
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Richtig ist D: geringe Ausgangsleistung
Kniff: Die Mikrofonverstärkung bestimmt die NF-Amplitude, und die NF-Amplitude bestimmt bei SSB die Leistung. Zu wenig davon fehlt also am Ausgang. Die drei falschen Antworten verlegen die Folge stattdessen auf die Frequenzachse, wo eine zu kleine Aussteuerung gar nichts anrichtet.
Warum die anderen nicht stimmen:
geringe Bandbreite – Hier ist Stärke mit Breite verwechselt. Der Regler wirkt auf die Amplitude; wie breit die Aussendung wird, entscheidet der Frequenzumfang der Sprache.
Störungen bei Stationen, die auf dicht benachbarten Frequenzen arbeiten – Das ist die Folge von zu VIEL Verstärkung: eine übersteuerte Endstufe strahlt auf die Nachbarfrequenzen. Zu wenig Verstärkung kann das nicht auslösen.
Störungen von Stationen, die auf einem anderen Frequenzband arbeiten – Diese Antwort dreht zusätzlich die Richtung um — sie beschreibt eine Störung, die von außen hereinkommt, während nach der Wirkung der eigenen Einstellung gefragt ist.
EE207Wie groß ist die Bandbreite von CW im Vergleich zu einem Sprachsignal in SSB oder AM?ab Klasse E
In beiden Fällen weist CW eine kleinere Bandbreite auf.
Die Bandbreite von CW ist größer als bei SSB, jedoch kleiner als bei AM.
In beiden Fällen weist CW eine größere Bandbreite auf.
Die Bandbreite von CW ist kleiner als bei SSB, jedoch größer als bei AM.
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Richtig ist A: In beiden Fällen weist CW eine kleinere Bandbreite auf.
Kniff: Zwei Antworten setzen CW an eine mittlere Stelle, eine dreht beide Vergleiche um. Halte dir vor Augen, was übertragen wird: ein getasteter Träger gegen ein ganzes Sprachband. Prüfe außerdem die stille Voraussetzung jeder Reihung, denn AM kann nie schmaler sein als SSB.
Warum die anderen nicht stimmen:
Die Bandbreite von CW ist größer als bei SSB, jedoch kleiner als bei AM. – Das schiebt CW zwischen die beiden Sprachbetriebsarten. Dort gehört es nicht hin: ein getasteter Träger braucht weniger Platz als das schmalere der beiden Sprachsignale.
In beiden Fällen weist CW eine größere Bandbreite auf. – In beiden Vergleichen ist die Richtung umgedreht. CW ist die schmalste der drei Betriebsarten, nicht die breiteste.
Die Bandbreite von CW ist kleiner als bei SSB, jedoch größer als bei AM. – Diese Reihung setzt voraus, dass AM schmaler wäre als SSB. Das kann nicht sein, denn AM überträgt zwei Seitenbänder und dazu den Träger, SSB nur ein Seitenband.
Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.