| Drahtwiderstand | Hochlast bei niedriger Frequenz | Gewickelter Draht nimmt viel Wärme auf. |
| Drahtwiderstand bei HF | wirkt als Spule | Die Wicklung hat Eigeninduktivität. Für Hochfrequenz unbrauchbar. |
| Metallschichtwiderstand | genau und temperaturstabil | Geringe Fertigungstoleranz, also Präzisionswiderstand. |
| Metalloxidschichtwiderstand | induktionsarm | Geeignet oberhalb von 30 MHz. |
| NTC-Widerstand | ändert sich stark mit der Temperatur | Charakteristische Temperaturabhängigkeit, darum zur Temperaturmessung. |
| LDR-Widerstand | reagiert auf Licht | Weder Präzisions- noch Lastwiderstand. |
| Dummy Load, Anforderung | geringe Eigeninduktivität und Eigenkapazität | Er soll bis VHF und UHF ein reiner Widerstand sein. |
| Dummy Load, Bauform | ungewendelt und viele parallel | Zehn ungewendelte 500 Ohm parallel ergeben 50 Ohm, jeder trägt ein Zehntel der Last. |
| Dummy Load für VHF | ungewendelte Metalloxidwiderstände | Kohleschichtwiderstände gehen ebenso, wenn sie ungewendelt sind. |
| Dummy Load, ungeeignet | Drahtwiderstände, auch mehrere | Der Ohm-Wert stimmt, die Bauart nicht. |
| Kondensator parallel dazu | gehört nicht in eine künstliche Antenne | Er bringt gerade die Blindanteile hinein, die weg sollen. |
| Toleranz 10 % | Nennwert plus und minus ein Zehntel | 5,6 kOhm sind 5600 Ohm; 10 % davon sind 560 Ohm. |
| Beispiel Toleranz | 5040 bis 6160 Ohm | 5600 minus 560 und 5600 plus 560. |
| Farbringe grün, blau, rot | 5, 6 und zwei Nullen: 5600 Ohm | Bei vier Ringen ist der vierte die Toleranz. |
| Silberner Ring | Toleranz 10 % | Ergibt denselben Bereich von 5040 bis 6160 Ohm. |
| SMD-Kennzeichnung | Ziffern, letzte Ziffer ist die Zehnerpotenz | Keine Farbringe. 221 ist 22 mit einer Null gleich 220 Ohm, 223 ist 22 mit drei Nullen gleich 22 kOhm. |
Merken: Die Bauart entscheidet: Draht für hohe Last bei niedriger Frequenz, Metallschicht für Genauigkeit, Metalloxidschicht induktionsarm für über 30 MHz, NTC als Temperaturfühler. Weil gewickelter Draht eine Spule ist, taugt er nicht für Hochfrequenz — und darum besteht eine künstliche Antenne aus vielen ungewendelten Schichtwiderständen parallel mit geringer Eigeninduktivität und Eigenkapazität. Die Toleranz rechnest du vom Nennwert aus: 10 % von 5,6 kΩ ergeben 5040 bis 6160 Ω, gleich ob der Wert als Zahl oder als Farbring dasteht. Bei SMD ist die letzte Ziffer die Zehnerpotenz: 221 sind 220 Ω, 223 sind 22 kΩ.
Der Zusammenhang
Ein Widerstand ist nicht bloß ein Ohm-Wert, sondern ein Bauteil, und die BAUART entscheidet, wofür er taugt. Ein Drahtwiderstand ist gewickelter Widerstandsdraht auf einem Körper: viel Material, das Wärme aufnimmt und abgibt, und damit der Hochlastwiderstand bei niedrigen Frequenzen. Eine Wicklung ist aber eine Spule. Daraus folgt unmittelbar seine Schwäche — er hat eine Eigeninduktivität und wird mit steigender Frequenz immer mehr Blindwiderstand statt Widerstand, also ist er für Hochfrequenz untauglich. Ein Metallschichtwiderstand trägt eine dünne aufgebrachte Schicht, die sich genau herstellen lässt und sich mit der Temperatur kaum ändert; daraus folgt der Präzisionswiderstand mit kleiner Fertigungstoleranz. Eine Metalloxidschicht ist ebenfalls eine Schicht, dazu induktionsarm, und genau darum ist sie die Wahl oberhalb von 30 MHz. Ein NTC ändert seinen Wert absichtlich stark mit der Temperatur und ist deshalb kein schlechter Widerstand, sondern ein Fühler zur Temperaturmessung; ein LDR tut dasselbe mit Licht. Aus derselben Überlegung folgt die künstliche Antenne. Ein Dummy Load soll bis in den VHF- und UHF-Bereich hinauf ein reiner Widerstand sein, in dem die Leistung verheizt wird. Also braucht er geringe Eigeninduktivität und Eigenkapazität, und daraus folgt die Bauform: ungewendelte Schicht- oder Metalloxidwiderstände, keine Drahtwiderstände und kein Kondensator parallel dazu. Weil ein einzelner Schichtwiderstand die Leistung nicht aushält, nimmt man viele parallel — zehn ungewendelte 500 Ω parallel ergeben 50 Ω, und jeder trägt nur ein Zehntel der Last. Der richtige Ohm-Wert allein genügt also nicht; er lässt sich auch mit Draht erreichen, und das Ergebnis ist trotzdem falsch. Bei der Kennzeichnung gilt: der aufgedruckte Wert ist nur der Nennwert, und die Toleranz sagt, wie weit der wirkliche Wert davon abliegen darf. Sie wird auf den Nennwert bezogen, also sind 10 % von 5,6 kΩ gerade 560 Ω und der Bereich läuft von 5040 bis 6160 Ω. Farbringe schreiben denselben Widerstand nur anders, der letzte Ring ist die Toleranz. Bei SMD gibt es keine Ringe, sondern Ziffern, und die letzte Ziffer ist die Zehnerpotenz — wer die Ziffern als Wert liest, verfehlt ihn um Zehnerpotenzen.
Herkunft: Fragenkatalog Klasse E, Fragen EC101 bis EC108 und EC112 bis EC117; Toleranzbereich, Farbringwert und die beiden SMD-Werte sind nachgerechnet. Farbcode und Ohmsches Gesetz stehen auf Blatt 11 der Formelsammlung, die Parallelschaltung von Widerständen auf Blatt 12; die Blattnummern sind aus den Inhaltsangaben der Formelblatt-Analyse abgeleitet. Zusatzwissen und nicht wörtlich im Katalog: dass „gewendelt“ eine spiralförmig unterbrochene Schicht meint und damit wieder eine Wicklung ist; dass LDR für einen lichtabhängigen und NTC für einen Widerstand mit negativem Temperaturbeiwert steht; dass eine künstliche Antenne 50 Ω haben soll und die Parallelschaltung die Verlustleistung auf viele Bauteile verteilt; dass eine dünne aufgebrachte Schicht die kleine Toleranz überhaupt erst möglich macht.