| Gleichrichtung | starke HF wird demoduliert | Geräusche aus der abgeschalteten Stereoanlage entstehen in der NF-Endstufe. |
| Betroffene Geräte | solche mit Elektronik | Eine LED-Lampe mit Netzanschluss kann betroffen sein, ein Bimetall-Temperaturregler oder ein Motor nicht. |
| Einströmung in die NF-Endstufe | geschirmte Lautsprecherleitungen | Kein Serienkondensator in der Lautsprecherleitung, kein NF-Filter im Koaxialkabel. |
| Gestörte Türsprechanlage | geschirmtes Verbindungskabel | Nicht längeres Kabel, nicht kleinerer Querschnitt, nicht versilberte Drähte. |
| Mantelwellendrossel | unterdrückt Gleichtakt-HF | Kein Netzbrummen, keine niederfrequenten Störsignale, nicht alle Wechselstromsignale. |
| Einbauort der Drossel | im Kabel vor dem Empfänger | Etwa vor dem UKW-/DAB-Empfänger, in dessen Koaxkabel ein 144-MHz-Sender induziert. |
| Schirm bleibt dran | nie das Geflecht abklemmen | Den Schirm am Antennenstecker zu lösen nimmt die Schirmung weg, statt zu entstören. |
| Filterwahl | nach dem Nutzsignal des Gestörten | Was durch muss, bestimmt die Richtung des Filters. |
| 28-MHz-Sender stört DVB-T2 | Hochpass vor den Fernseher | Das Fernsehsignal liegt höher und muss durch, die 28 MHz nicht. Kein Tiefpass, kein UHF-Abschwächer, keine UHF-Bandsperre. |
| Korrodierter Antennenanschluss | mischt Signale naher Sender | Es entstehen unerwünschte Mischprodukte, die den Fernsehempfang stören. |
| Intermodulation erkennen | Phantomsignal verschwindet | Sobald eine der beteiligten Mischfrequenzen abgeschaltet wird. |
Merken: Benenne zuerst den Mechanismus, dann steht das Mittel fest. Gleichrichtung starker HF erklärt Geräusche aus einem abgeschalteten Gerät — dagegen hilft, die Leitung zu schirmen, über die eingeströmt wird. Gleichtaktströme auf dem Kabelmantel erklären die Mantelwellendrossel. Die Filterrichtung richtet sich nach dem Nutzsignal des gestörten Empfängers, deshalb ein Hochpass vor den Fernseher, wenn ein 28-MHz-Sender ihn beeinflusst. Und ein korrodierter Kontakt mischt die Signale naher Sender; Intermodulation erkennst du daran, dass die Phantomsignale beim Abschalten einer beteiligten Frequenz verschwinden.
Der Zusammenhang
Ein Filter, eine Drossel, ein geschirmtes Kabel — keines dieser Mittel wirkt allgemein gegen Störungen. Jedes wirkt gegen genau einen MECHANISMUS. Deshalb benennt man den Mechanismus zuerst und wählt danach das Mittel; wer umgekehrt vorgeht, baut Filter ein, die nichts ändern. Vier Mechanismen kommen vor. Der erste ist die Gleichrichtung. Starke Hochfrequenz strömt über die angeschlossenen Leitungen in ein Gerät ein und wird dort in einer Stufe gleichgerichtet, also demoduliert. So kommen Geräusche aus den Lautsprechern einer ABGESCHALTETEN Stereoanlage: die Gleichrichtung geschieht in der NF-ENDstufe, nicht im Tuner, denn der ist abgeschaltet. Daraus folgt die Abhilfe, und zwar aus dem Weg: eingeströmt wird über die Leitung, also nimmt man geschirmte Lautsprecherleitungen, und bei einer gestörten Türsprechanlage ein geschirmtes Verbindungskabel. Ein längeres, dünneres oder versilbertes Kabel ändert am Weg nichts. Aus demselben Mechanismus folgt, welche Geräte überhaupt betroffen sind: solche mit Elektronik. Eine LED-Lampe mit Netzanschluss hat eine, ein Bimetallregler und ein Motor haben keine. Der zweite ist der Gleichtaktstrom. Auf dem Mantel eines Antennenkabels läuft Hochfrequenz auf allen Leitern in derselben Richtung, und das Kabel wird selbst zum Strahler oder zur Empfangsantenne. Dagegen sitzt die Mantelwellendrossel, eingebaut in das Kabel vor dem gestörten Gerät. Sie unterdrückt Gleichtakt-HF — nicht Netzbrummen und nichts Niederfrequentes. Der dritte ist der Frequenzabstand, und er entscheidet die Filterfrage. Gefragt wird nicht, wo der Störer liegt, sondern wo das NUTZsignal des gestörten Empfängers liegt: dieses muss durch, der Störer nicht. Ein 28-MHz-Sender, der einen DVB-T2-Antenneneingang beeinflusst, liegt weit UNTER dem Fernsehbereich. Genau darum gehört ein HOCHpassfilter vor den Antenneneingang des Fernsehers, denn es lässt das Höhere durch und sperrt das Tiefere. Ein Tiefpass würde umgekehrt das Fernsehsignal wegnehmen. Der vierte ist die Nichtlinearität außerhalb jedes Geräts. Ein korrodierter Anschluss an einer Empfangsantenne mischt die Signale naher Sender und erzeugt unerwünschte Mischprodukte. Solche Phantomsignale sind daran zu erkennen, dass sie verschwinden, sobald eine der beteiligten Mischfrequenzen abgeschaltet wird.
Herkunft: Fragenkatalog Klasse E, Abschnitt Entstörung und Intermodulation (EJ112 bis EJ121). Zusatzwissen: dass die Gleichrichtung an einer nicht mehr linear arbeitenden Stufe geschieht und dass deshalb gerade Geräte mit Elektronik betroffen sind, ist die Begründung zu EJ112 und EJ113 — der Katalog nennt nur das betroffene Gerät und die Stufe. Symmetrierung und Balun stehen auf dem Blatt Mantelwellen.