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Nicht breiter senden als nötig

Begriffsblatt für die Amateurfunkprüfung – kurz, mit den Fragen, die dazu drankommen.

Maßstabso schmal wie die Nachricht brauchtJedes Hertz darüber liegt beim Nachbarn.
SSB, Übertragungsbandbreitehöchstens 2,7 kHzNicht 1,8 kHz, nicht 3,1 kHz, nicht 15 kHz.
SSB, höchste NF-Frequenzunter 3 kHzDaraus ergibt sich die Bandbreite der Aussendung.
Übersteuerter Leistungsverstärkerhoher Anteil an NebenaussendungenNicht bloß geringe Verzerrungen, und die Ausgangsleistung geht dadurch nicht zurück.
SSB stört Nachbarfrequenzenwenn die Endstufe übersteuert wirdNicht wegen falsch abgestimmtem Antennentuner oder unterbrochenem Kabel.
Zu hohe Mikrofonverstärkungstört dicht benachbarte FrequenzenNicht andere Bänder, nicht andere Geräte, nicht die eigene Stromversorgung.
ALC greift einStörungen auf NachbarfrequenzenBei digitalen Verfahren über SSB, etwa RTTY, FT8 oder Olivia.
NF-Pegel einstellenso niedrig, dass ALC nicht eingreiftDie automatische Pegelregelung muss stumm bleiben. Nicht auf Null und nicht alle Bedienelemente auf Maximum.
Störungen trotzdemNF-Pegel reduzierenNicht die Sendeleistung erhöhen, nicht mit der RIT gegensteuern, nicht das Oberwellenfilter abschalten.
AFSK auf FMNF-Pegel oder Frequenzhub absenkenAnheben verbreitert. Mit Sendeleistung oder ZF hat es nichts zu tun.
Mangelhafte FrequenzstabilitätAussendungen außerhalb der BandgrenzenNicht mehr Oberwellen innerhalb des Bandes und keine Überschläge in der Endstufe.

Merken: Ein Sender darf nur so breit sein, wie die Nachricht es braucht — jedes Hertz mehr liegt beim Nachbarn. Bei SSB heißt das: NF unter 3 kHz, Übertragungsbandbreite höchstens 2,7 kHz. Breiter wird es vor allem durch Übersteuerung, denn ein übersteuerter Leistungsverstärker erzeugt einen hohen Anteil an Nebenaussendungen, und eine zu hohe Mikrofonverstärkung stört genau die dicht benachbarten Frequenzen. Bei den digitalen Verfahren darf die ALC deshalb nicht eingreifen: den NF-Pegel so niedrig einstellen, dass sie stumm bleibt, und bei Störungen weiter reduzieren. Bei AFSK auf FM senkst du NF-Pegel oder Hub.

Der Zusammenhang

Ein Sender belegt Platz auf dem Band, und dieser Platz gehört nicht ihm allein. Jedes Hertz, das breiter ist, als die Nachricht es braucht, landet beim Nachbarn auf der Frequenz. Das ist der Maßstab für alles, was folgt — nicht wie kräftig es klingt, sondern wie schmal es bleibt. Bei SSB ergeben sich daraus die beiden Zahlen. Sprache bleibt verständlich, wenn man die Höhen begrenzt, also hält man die höchste zu übertragende NF-Frequenz unter 3 kHz und kommt so auf eine Übertragungsbandbreite von höchstens 2,7 kHz. Mehr NF-Bandbreite heißt unmittelbar mehr belegte Frequenz. Der zweite und häufigere Grund für zu viel Breite ist die ÜBERSTEUERUNG. Ein Verstärker, der über seinen linearen Bereich hinaus angesteuert wird, verformt das Signal, und ein verformtes Signal enthält Anteile, die im Original nicht vorkommen: Nebenaussendungen, und zwar in hohem Anteil. Daraus folgt, warum ein SSB-Sender Nachbarfrequenzen genau dann stört, wenn der Leistungsverstärker übersteuert wird — nicht, weil der Antennentuner verstimmt oder das Kabel unterbrochen wäre. Daraus folgt auch, was eine zu hohe Mikrofonverstärkung anrichtet: sie übersteuert die Kette, und gestört werden dadurch Stationen auf dicht BENACHBARTEN Frequenzen, nicht Stationen auf anderen Frequenzbändern und nicht andere elektronische Geräte. Zu geringe Ansteuerung verbreitert dagegen nichts; die Verwechslung „zu wenig Pegel stört auch“ führt in die Irre. Damit ist der ganze Digitalteil erklärt. Bei FT8, JS8, PSK31, RTTY und Olivia wird das Funkgerät im SSB-Betrieb über seinen NF-Eingang angesteuert. Greift dabei die automatische Pegelregelung ein, so verformt sie das Signal — sie tut also genau das, was Nebenaussendungen erzeugt, und gestört werden Übertragungen auf Nachbarfrequenzen. Genau darum muss der NF-Pegel so niedrig eingestellt sein, dass die ALC NICHT eingreift, und genau darum lautet die Abhilfe bei solchen Störungen: NF-Pegel reduzieren. Nicht die Leistung erhöhen und nicht mit der RIT gegensteuern, denn beides ändert am Eingreifen der Regelung nichts. Bei AFSK auf FM entscheidet der Frequenzhub über die Bandbreite, und der Hub folgt dem NF-Pegel: Absenken macht schmaler, Anheben breiter. Und schließlich muss die Frequenz stabil bleiben, denn mangelhafte Frequenzstabilität kann zu Aussendungen außerhalb der Bandgrenzen führen.

Herkunft: Fragenkatalog Klasse E, Abschnitt Bandbreite und Nebenaussendungen (EJ210 bis EJ219). Zusatzwissen: die Begründung, dass die automatische Pegelregelung das Signal verformt und es dadurch verbreitert, erklärt die Antworten zu EJ217 bis EJ219, steht aber in dieser Form nicht im Katalog — abgefragt werden die Einstellung des NF-Pegels und die Abhilfe. Wie SSB entsteht und warum dabei ein Seitenband übertragen wird, steht auf dem Blatt Modulation.

Diese Prüfungsfragen gehören dazu

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