| F2-Region | trägt den Weitverkehr | Auch nachts, auch im 80-m-Band. |
| D-Region | dämpft tagsüber | Nur bei Sonnenlicht vorhanden. |
| 160 m und 80 m tagsüber | Tagesdämpfung in der D-Region | Deshalb tagsüber nur Bodenwelle. |
| MUF | höchste nutzbare Frequenz | Steigt mit der Ionisation der F2-Region. |
| LUF | niedrigste brauchbare Frequenz | Hängt vom Ionisierungsgrad der D-Region ab. |
| Sonnenfleckenmaximum | starke Ionisation der F-Region | Höhere MUF — im 10-m-Band weltweit mit kleiner Leistung. |
| Tote Zone | Bodenwelle zu kurz, Raumwelle springt darüber | Ein Ring ohne Empfang um den Sender. |
| Sprungdistanz | hängt vom Abstrahlwinkel ab | Flach heißt weit. |
| Fading | Überlagerung von Boden- und Raumwelle | Feldstärkeschwankungen. |
| Bodenwelle | folgt der Erdkrümmung | Höhere Frequenzen werden stärker gedämpft als tiefere. |
| Greyline | die Dämmerungszone | Um Sonnenauf- und -untergang herum. |
| Mögel-Dellinger-Effekt | Ausfall der Raumwelle | Nach einem Flare stark erhöhte Ionisation der D-Region, zeitlich begrenzt. |
| Long path | der Weg in die Gegenrichtung | Nicht der kürzeste Weg zur Gegenstation. |
| Short Skip | unter 1000 km, besonders 10 m | Brechung in sporadischen E-Regionen. |
| Sonnenzyklus | etwa 11 Jahre |
Merken: Ionisation bricht oben und dämpft unten: die F2-Region trägt die Weite, die D-Region frisst tagsüber 160 m und 80 m. Daraus kommen beide Grenzen — MUF steigt mit der Sonnenaktivität, LUF hängt an der D-Region, und man funkt im Fenster dazwischen. Die Sprungweite macht der Abstrahlwinkel: flach heißt weit.
Der Zusammenhang
Die ganze Kurzwellenausbreitung lässt sich aus einem Gegensatz verstehen: die Sonne IONISIERT die Luft, und Ionisation kann zwei verschiedene Dinge bewirken — brechen oder dämpfen. Welches von beiden, hängt von der Höhe ab, und daraus folgt alles Weitere. Oben, in der F2-Region, ist die Luft dünn; dort halten sich freie Elektronen lange, und die Welle wird GEBROCHEN und kommt in großer Entfernung wieder herunter. Die F2-Region trägt deshalb den Weitverkehr, auch nachts. Unten, in der D-Region, ist die Luft dicht; dort stoßen die Elektronen ständig mit Molekülen zusammen, und bei jedem Stoß geht Energie der Welle verloren — die D-Region DÄMPFT. Sie entsteht nur bei Sonnenlicht und verschwindet nachts. Und weil die Dämpfung die tiefen Frequenzen stärker trifft, sind 160 m und 80 m tagsüber stumm und werden nachts weltweit brauchbar. Das ist kein Zufall zweier Erscheinungen, sondern ein und derselbe Mechanismus. Aus der Brechung folgt eine Obergrenze: je stärker ionisiert, desto höhere Frequenzen werden noch zurückgebogen — die höchste ist die MUF. Mehr Sonnenaktivität heißt also höhere MUF, und deshalb ist im Sonnenfleckenmaximum sogar das 10-m-Band tagsüber weltweit mit kleiner Leistung nutzbar. Aus der Dämpfung folgt eine Untergrenze, die LUF: unterhalb davon frisst die D-Region das Signal auf. Man funkt also immer in einem Fenster zwischen LUF und MUF. Zwei weitere Folgen der Geometrie: zwischen dem Ende der Bodenwelle und dem Aufsetzpunkt der Raumwelle liegt ein Ring ohne Empfang, die tote Zone, und wie weit der Sprung reicht, entscheidet der ABSTRAHLWINKEL der Antenne — flach heißt weit. Wo Boden- und Raumwelle sich überlagern, heben sie sich abwechselnd auf und verstärken sich: das ist Fading.
Herkunft: Fragenkatalog Klasse E, Abschnitt Wellenausbreitung. Die MUF steht auf Blatt 18 der Formelsammlung. Dass die D-Region die tiefen Bänder stärker dämpft, steht so im Katalog; die physikalische Begründung über die Stoßhäufigkeit ist Zusatzwissen.