| Hertz-Antenne | Halbwellendipol, frei | Braucht kein Gegengewicht. |
| Marconi-Antenne | λ/4 gegen Erde erregt | Die fehlende Hälfte übernimmt Erde oder Blech. |
| Groundplane | λ/4 mit Radials | Die Radials sind das Gegengewicht. |
| Radials | elektrische Gegengewichte | Nicht Reflektoren, nicht Direktoren. |
| Reflektor und Direktor | gehören zur Yagi | Sie bündeln in eine Richtung. |
| Rundstrahler | in alle Richtungen | Für Runden im Umkreis und für viele Relais. |
| Richtantenne | in eine Richtung | Weit, aber blind nach den Seiten. |
| Bester Platz auf UKW | hoch, freistehend | Rundstrahler auf dem Hausdach; nicht der Dachboden. Die Dachmitte gilt für das Fahrzeugdach. |
| Langdraht | in der Regel nur auf Kurzwelle | Auf UKW viele Wellenlängen lang und unkontrolliert. |
| Ferritantenne | Empfang langer Wellen | Für 2 m ungeeignet. |
| Delta-Loop | Schleife aus drei gleich langen Stücken | Ein Dreieck. |
| Faltdipol | Drahtlänge eine ganze Wellenlänge | Zum Ring geschlossener Dipol — die Länge ist doppelt so groß wie beim einfachen. |
| Drahtantenne auf KW | darf beliebig lang sein | Angepasst wird dann mit einem Anpassgerät. |
| Magnetische Antenne | starkes Magnetfeld im Nahfeld | Eine Sendeschleife. |
| Gebräuchlich auf KW | Langdraht, Yagi-Uda, Dipol, Windom, Delta-Loop | |
| Gut für das 80-m-Band | Dipol, Delta-Loop, W-3-D-Z-Z | Buchstabiert: Whiskey drei Delta Zulu Zulu. |
| 5/8-λ statt λ/4 | mehr Gewinn | Deshalb für Mobilbetrieb auf VHF und UHF beliebter. |
| 5/8 λ auf 28,5 MHz | 6,58 m | Erst λ rechnen (10,5 m), dann fünf Achtel davon. |
| Parabolspiegel | Spiegelkörper mit Erregerantenne | Der Feed sitzt im Brennpunkt. Für den Mikrowellenbereich. |
| Spiegeldurchmesser | mindestens fünf Wellenlängen | Sonst bündelt er nicht mehr sinnvoll. |
| Richtantenne und Nachbar | so hoch und weit weg wie möglich | Abstand hilft mehr als jedes Filter. |
Merken: Hertz ist die ganze Antenne, Marconi die halbe gegen Erde — und die Radials einer Groundplane sind ihr Gegengewicht, nicht ihre Strahler. Reflektor und Direktor gehören zur Yagi. Für Runden und für viele Relais nimmt man einen Rundstrahler, und zwar so hoch wie möglich. Den Langdraht gibt es in der Regel nur auf Kurzwelle. Neu in der Klasse E: Delta-Loop ist ein Dreieck, der Faltdipol braucht eine GANZE Wellenlänge Draht, 5/8 Lambda hat mehr Gewinn als Lambda-Viertel, und ein Parabolspiegel braucht mindestens fünf Wellenlängen Durchmesser. Beim Rechnen erst λ, dann den Bruchteil.
Der Zusammenhang
Eine Antenne ist ein Stück Draht, das mit der Wellenlänge zusammenpassen muss — und daraus ergeben sich zwei Grundbauarten. Die eine ist in sich vollständig: ein Halbwellendipol, der frei in der Luft hängt und keine Erde braucht (nach Hertz benannt). Die andere ist nur eine HALBE Antenne, ein Viertelwellenstrahler, und die fehlende Hälfte übernimmt die Erde oder ein Blech oder ein Bündel Drähte darunter — das ist die Marconi-Antenne, gegen Erde erregt. Am Auto ist das Dach dieses Gegengewicht, bei einer Groundplane sind es die schräg abgespreizten Radials. Radials sind also Gegengewicht, nicht Strahler: sie sind weder Reflektor noch Direktor, denn diese beiden Begriffe gehören zur Yagi-Antenne, wo zusätzliche Stäbe die Strahlung in eine RICHTUNG lenken. Damit ist auch die zweite Frage entschieden, die praktisch wichtigere: rundum oder gerichtet? Eine Richtantenne sammelt Energie in eine Richtung und ist deshalb im Weitverkehr überlegen — aber sie ist blind für alles andere. Wer mit vielen Stationen im Umkreis sprechen will oder möglichst viele Relais in der Umgebung erreichen will, braucht das Gegenteil: einen Rundstrahler, und der gehört möglichst hoch, also aufs Hausdach. Auf UKW entscheidet nämlich vor allem die Höhe über die Reichweite; eine Antenne auf dem Dachboden strahlt gegen Dachziegel und Balken. Ferritantennen schließlich sind Empfangsantennen für lange Wellen, sie haben auf 2 m nichts zu suchen. Und die Langdrahtantenne ist der Grenzfall der Wellenlänge: auf Kurzwelle ist ein langer Draht praktisch, auf UKW wäre er viele Wellenlängen lang und würde völlig unkontrolliert strahlen — deshalb benutzen Funkamateure sie in der Regel nur auf Kurzwelle. Die Klasse E erweitert die Formenlehre um zwei Gedanken. Erstens die geschlossene Schleife: eine Delta-Loop ist ein Dreieck aus drei gleich langen Drahtstücken, und ein Faltdipol ist ein zum Ring geschlossener Dipol — deshalb braucht er eine GANZE Wellenlänge Draht, obwohl er so lang ist wie ein Halbwellendipol. Eine Sendeschleife hat im Nahfeld überwiegend ein magnetisches Feld, im Unterschied zum Draht. Zweitens der Gewinn durch Länge und Fläche: ein 5/8-Lambda-Strahler bündelt flacher als ein Viertelwellenstrahler und hat deshalb mehr Gewinn, was ihn für den Mobilbetrieb auf VHF und UHF beliebt macht. Und im Mikrowellenbereich bündelt man mit einem Parabolspiegel, in dessen Brennpunkt eine Erregerantenne sitzt — der Spiegel muss dafür mindestens fünf Wellenlängen Durchmesser haben, sonst ist er gegenüber der Welle zu klein, um sie zu formen. Beim Rechnen ist die Reihenfolge wichtig: erst die Wellenlänge bestimmen, dann den Bruchteil nehmen. Für 28,5 MHz sind das 300 geteilt durch 28,5 gleich 10,5 m, und fünf Achtel davon sind 6,58 m.
Herkunft: Fragenkatalog Klasse N, Abschnitt Antennen. Gefragt wird die Marconi-Antenne; der Gegenbegriff Hertz-Antenne für den freien Halbwellendipol steht nicht im Katalog und ist hier nur zum Vergleich genannt.