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Störfestigkeit Klasse N

Abschnitt 3.11.1 · Elektromagnetische Verträglichkeit, Anwendung, Personen- und Sachschutz · Technische Kenntnisse Klasse N. 2 Fragen, jede mit Erklärung.

Auf dieser Seite stehen alle 2 Prüfungsfragen zum Thema Störfestigkeit (Kapitel „Elektromagnetische Verträglichkeit, Anwendung, Personen- und Sachschutz“). Überlege erst selbst und klappe dann die Lösung auf: Dort steht der Lösungsweg und bei jeder falschen Antwort, welcher Denkfehler dahintersteckt.

▶ Diese 2 Fragen im Trainer üben

Im Lehrgang des DARC nachlesen (50ohm.de):

Schirmen, erden, saubere Aussendung

Hochfrequenz bleibt nicht von allein in der Leitung. Jeder Draht, jedes Gehäuseblech und jeder Schlitz kann als kleine Antenne wirken — und das gilt in beide Richtungen: Hochfrequenz tritt heraus, wo sie nicht soll, und Störungen kommen dort hinein. Daraus folgt die erste Regel ohne Umweg: Geräte, die Hochfrequenzströme führen, müssen möglichst gut GESCHIRMT sein, also in ein geschlossenes, leitendes Gehäuse. Eine Kunststoffabdeckung schützt vor Berührung, aber nicht vor Feldern; Kunststoff ist für Hochfrequenz durchsichtig. Die zweite Regel ergänzt die erste: ein Schirm wirkt nur, wenn er ein festes Bezugspotential hat, und zwar auf einem kurzen, niederinduktiven Weg. Darum eine gute HF-Erdung für alle Einrichtungen der Station — kurz und dick, nicht ein langer dünner Draht, der bei Hochfrequenz selbst zur Antenne wird. Und ausdrücklich nicht die Wasserleitung oder gar die Abwasserleitung des Hauses: die sind heute meist aus Kunststoff, sie sind kein definierter Erder, und eine Verbindung dorthin kann Hochfrequenz und Fehlerströme durch das ganze Gebäude tragen. Die dritte Regel betrifft das Signal selbst. Ein Sender darf nur das aussenden, was er soll; alles andere heißt unerwünschte Aussendung — Oberwellen, parasitäre Schwingungen, Selbsterregung. Das sind Fehler, keine Ziele; wer sie „maximieren“ oder eine Abschirmung „minimieren“ wollte, hätte die Frage rückwärts gelesen. Aus derselben Regel folgt die Arbeitsweise beim Abgleichen eines selbstgebauten Senders: dabei ist das Signal noch nicht sauber, also gehört es nicht in die Luft. Man schließt statt der Antenne einen Abschlusswiderstand an — einen Dummy Load — und setzt die Leistung dort in Wärme um. Halbe Leistung strahlt immer noch, und auf eine ISM-Frequenz auszuweichen wäre kein Amateurfunkbetrieb und stört andere genauso.

Geräte mit HF-Strömengut schirmenGeschlossenes leitendes Gehäuse.
Kunststoffabdeckungkein SchirmSchützt vor Berührung, nicht vor Feldern.
HF-Stufengut abschirmenDer wirksamste EMV-Griff.
Station optimierengute HF-Erdung für alle EinrichtungenKurz und niederinduktiv.
NiemalsWasser- oder AbwasserleitungKein definierter Erder, trägt Störungen ins Haus.
Ziel beim Sendenkeine unerwünschten AussendungenOberwellen und parasitäre Schwingungen sind Fehler.
AbgleichenAbschlusswiderstand statt AntenneDummy Load — die Leistung wird in Wärme umgesetzt.
Nicht ausreichendhalbe Leistung, ISM-FrequenzStrahlt weiterhin und stört weiterhin.

Merken: Hochfrequenz nimmt jeden Draht als Antenne — also schirmen und kurz erden. Kunststoff schirmt nicht, und die Wasserleitung ist keine Erde. Unerwünschte Aussendungen sind Fehler, die man vermeidet, und wer abgleicht, tut das am Dummy Load, nicht auf dem Band.

Zum Begriffsblatt im Lexikon →

Die 2 Fragen

NK101In Bezug auf EMV sollten HF-Stufen ...ab Klasse N

  1. nur kapazitive Auskopplungen enthalten.
  2. in Kunststoff eingehüllt werden.
  3. eine besonders abgeschirmte Masseleitung erhalten.
  4. gut abgeschirmt werden.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist D: gut abgeschirmt werden.

Kniff: Frage bei jeder Antwort, ob sie das Feld einschließt. Eine Auskopplungsart und eine besonders behandelte Masseleitung sind Entscheidungen innerhalb der Stufe und halten kein Feld zurück, Kunststoff hält es auch nicht. Übrig bleibt das leitende Gehäuse um die Stufe herum.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • nur kapazitive Auskopplungen enthalten. – Die Art der Auskopplung ist eine Frage der Schaltungsauslegung. Ob kapazitiv oder induktiv ausgekoppelt wird, aus einer ungeschirmten Stufe tritt das Feld weiter aus.
  • in Kunststoff eingehüllt werden. – Kunststoff leitet nicht und ist damit kein Schirm; er isoliert, aber er hält keine Felder zurück.
  • eine besonders abgeschirmte Masseleitung erhalten. – Das Wort „abgeschirmt“ steht am falschen Ort. Abzuschirmen ist die Stufe; die Masseleitung soll kurz und niederinduktiv sein.

Mehr dazu: Schirmen, erden, saubere Aussendung

NK102Um eine Amateurfunkstelle in Bezug auf EMV zu optimieren, ...ab Klasse N

  1. sollte der Sender mit der Abwasserleitung im Haus verbunden werden.
  2. sollten alle hochohmigen Erdverbindungen entfernt werden.
  3. sollten alle Einrichtungen mit einer guten HF-Erdung versehen werden.
  4. sollte der Sender mit der Wasserleitung im Haus verbunden werden.
Lösung und Erklärung zeigen
Richtig ist C: sollten alle Einrichtungen mit einer guten HF-Erdung versehen werden.

Kniff: Zwei Antworten führen zu Rohrleitungen im Haus, eine entfernt Erdverbindungen. Prüfe jede daran, ob am Ende ein kurzer, gut leitender Weg zur Erde entsteht. Nur eine Antwort verlangt das ausdrücklich, und zwar für alle Einrichtungen der Station.

Warum die anderen nicht stimmen:

  • sollte der Sender mit der Abwasserleitung im Haus verbunden werden. – Eine Abwasserleitung ist kein Erder. Sie besteht meist aus Kunststoff und würde Hochfrequenz allenfalls im Haus verteilen.
  • sollten alle hochohmigen Erdverbindungen entfernt werden. – Das geht in die falsche Richtung: eine hochohmige Erdverbindung wird verbessert, nicht entfernt. Ohne Bezugspotential wirkt kein Schirm.
  • sollte der Sender mit der Wasserleitung im Haus verbunden werden. – Dieselbe falsche Vorstellung von der Rohrleitung als Erder. Auch die Wasserleitung ist kein definierter Erder und kann Störungen durch das Gebäude tragen.

Mehr dazu: Schirmen, erden, saubere Aussendung

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Alle Themen: Technische Kenntnisse Klasse N · Lexikon

Fragen und Abbildungen: Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage (gültig seit 24. Juni 2024), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0. Die Antworten sind gemischt. Erklärungen, Lösungswege und Begriffsblätter: Amateurfunk-Trainer.