| Silber | bester Leiter | Etwa 62 Megasiemens je Meter. Zu teuer für Leitungen. |
| Kupfer | knapp darunter | Etwa 58 MS/m. Der Werkstoff der Praxis. |
| Gold | schlechter als Kupfer | Etwa 41 MS/m. Verwendet wegen der Oxidfreiheit, nicht wegen der Leitfähigkeit. |
| Aluminium | darunter | Etwa 37 MS/m. Leicht, daher für Freileitungen und Antennenrohre. |
| Wolfram | deutlich schlechter | Etwa 18 MS/m. Verwendet wegen des hohen Schmelzpunkts. |
| Zink | noch schlechter | Etwa 17 MS/m. |
| Zinn | schlechtester der genannten | Etwa 9 MS/m. Lot leitet schlecht. |
| Alle Metalle | leiten | Auch Bronze, Messing, Wolfram — daher nie Isolator. |
| Porzellan | Nichtleiter | Klassischer Isolator für Antennen und Freileitungen. |
| PE — Polyethylen | Nichtleiter | Dielektrikum in Koaxialkabeln. |
| PS — Polystyrol | Nichtleiter | |
| PTFE | Nichtleiter | Sehr verlustarm und hitzefest. |
| PVC | Nichtleiter | Der übliche Kabelmantel. |
Merken: Silber, Kupfer, Gold, Aluminium, Wolfram, Zink, Zinn — in dieser Reihenfolge von gut nach schlecht. Kupfer ist der Werkstoff der Praxis, Gold wird wegen der Oxidfreiheit genommen, Zinn ist der schlechteste. Und: steht in einer Gruppe „Nichtleiter“ ein Metall wie Bronze, Messing oder Wolfram, ist die ganze Gruppe falsch. Achtung: zwei Fragen haben WORTGLEICH denselben Text — entscheidend ist allein, welche Metalle angeboten werden. Steht Silber dabei, ist Silber die Antwort; steht es nicht dabei, ist es Kupfer.
Der Zusammenhang
Ob ein Stoff Strom leitet, hängt daran, ob in ihm frei bewegliche Ladungsträger sitzen. In Metallen sind die äußeren Elektronen nicht an ein einzelnes Atom gebunden, sondern wandern frei durch das ganze Stück — deshalb leiten ALLE Metalle, nur verschieden gut. In Kunststoffen und Keramik ist jedes Elektron in einer Bindung festgehalten; es gibt nichts, was wandern könnte, und deshalb leiten sie praktisch nicht. Daraus folgt für die Prüfung ein sehr zuverlässiger Griff: sobald in einer Gruppe angeblicher Nichtleiter EIN Metall steht, ist die ganze Gruppe falsch — Bronze, Messing und Wolfram sind Metalle, also Leiter. Kork ist übrigens durchaus ein Nichtleiter — die Gruppe mit Kork scheitert allein an Messing, das mit darin steht. Übrig bleibt die Gruppe aus Porzellan und Kunststoffen, und die ist auch die praktisch richtige: Porzellan, PE, PS, PTFE und PVC sind genau die Stoffe, aus denen Isolatoren, Kabelmäntel und Kabeldielektrika gebaut werden. Unter den Metallen ist die Reihenfolge der Leitfähigkeit auswendig zu wissen, aber sie ist kurz und merkbar: Silber ist das beste Metall überhaupt, Kupfer liegt knapp darunter — und Kupfer ist deshalb der Werkstoff der Praxis, weil es viel billiger ist. Gold leitet schlechter als Kupfer und wird nicht der Leitfähigkeit wegen verwendet, sondern weil es nicht oxidiert; darum sind Steckkontakte vergoldet. Dann kommen Aluminium, Wolfram, Zink, und am Ende der Reihe Zinn. Genau darum ist eine Lötstelle aus Zinn kein guter Leiter — sie funktioniert nur, weil sie so kurz ist, dass die schlechte Leitfähigkeit nicht ins Gewicht fällt.
Herkunft: Der Katalog fragt nur nach dem besten oder schlechtesten Leiter INNERHALB der jeweils angebotenen Gruppe. Die vollständige Reihe und die Zahlenwerte in Megasiemens je Meter stammen aus den üblichen Werkstofftabellen und sind nicht Prüfungsstoff.