Start › Lexikon › Speiseleitung und Stehwellenverhältnis

Speiseleitung und Stehwellenverhältnis

Begriffsblatt für die Amateurfunkprüfung – kurz, mit den Fragen, die dazu drankommen.

Wellenwiderstand Koax50, 60 und 75 OhmHängt vom Aufbau ab, nicht von der Länge.
50 OhmStandard im Funk75 Ohm ist Fernsehtechnik.
300 und 600 Ohmsymmetrische LeitungenBandleitung und Hühnerleiter — kein Koaxialkabel.
SWR 1beste AnpassungNichts läuft zurück.
SWR größer als 1schlechterEin Teil der Leistung läuft zurück.
SWR unendlichTotalreflexionEin SWR von 0 gibt es nicht.
Fehlanpassung, KabelschadenReflexionen, SWR steigtNicht die Antenne wird überlastet, sondern die Endstufe gefährdet.
Kabelverlustesteigen mit Länge und FrequenzAuf 70 cm mehr als auf 2 m.
Kabel verlängertSWR sieht besser ausDämpfung erhöht, Rücklauf verringert — die Antenne ist unverändert.
Stecker über 300 MHzN und SMABNC nur mäßig, Cinch gar nicht.
Dipol zu tief resonantbeide Enden kürzenKürzer heißt höhere Frequenz.
Dipol zu hoch resonantbeide Enden verlängernLänger heißt tiefere Frequenz.
Sendeleistungändert die Resonanz nichtResonanz hängt an der Länge, nicht an der Leistung.
Wellenwiderstandunabhängig vom LeitungsabschlussIm HF-Bereich etwa konstant — er kommt aus dem Aufbau, nicht aus dem, was hinten dranhängt.
Für HF in der Stationhochwertiges KoaxialkabelGegen unerwünschte Abstrahlungen.
N-Stecker50 Ohm bis in den GHz-BereichUnd die höchste Spannungsfestigkeit für große Leistungen.
Unsymmetrische Leitungdie beiden Leiter sind verschieden geformtZum Beispiel Koaxialkabel.
Paralleldrahtleitungweniger Dämpfung, hohe SpannungsfestigkeitDer Vorteil gegenüber Koax.
Netz- und HF-Kabel im KanalEinkopplung ins VersorgungsnetzOrdnung sieht gut aus und schafft ein Störproblem.

Merken: SWR 1 ist das Ziel, größer ist schlechter, 0 gibt es nicht. Kabelverlust wächst mit Länge und Frequenz — und genau deshalb sieht ein längeres Kabel das SWR besser aus, ohne dass die Antenne besser wäre. Länge und Frequenz sind gegenläufig: zu tief resonant heißt kürzen, zu hoch resonant heißt verlängern. Neu in der Klasse E: der Wellenwiderstand kommt aus dem Aufbau, nicht vom Abschluss. Koax ist unsymmetrisch, die Paralleldrahtleitung symmetrisch und verlustärmer. Der N-Stecker hält 50 Ω bis in den GHz-Bereich. Und Netz- und HF-Kabel gehören nicht in denselben Kanal.

Der Zusammenhang

Eine Speiseleitung hat einen Wellenwiderstand — eine Zahl, die sich aus ihrem Aufbau ergibt und nicht aus ihrer Länge. Bei Koaxialkabeln sind 50, 60 und 75 Ω üblich; 50 Ω ist der Standard der Funkgeräte, 75 Ω der der Fernsehtechnik. Passt die Antenne zu dieser Zahl, nimmt sie die ganze hingeschickte Leistung auf. Passt sie nicht, läuft ein Teil der Leistung zurück, überlagert sich mit der hinlaufenden Welle zu einem stehenden Muster — daher der Name — und das Verhältnis der beiden misst man als SWR. Wichtig ist zu wissen, welcher Wert gut ist: 1 ist das Beste, denn 1 heißt „nichts läuft zurück“. Größere Zahlen sind schlechter, und unendlich heißt Totalreflexion. Eine 0 kann es gar nicht geben. Kabel sind nicht verlustfrei, und die Verluste steigen mit der Länge UND mit der Frequenz — auf 70 cm frisst dasselbe Kabel mehr als auf 2 m, und auf UKW macht ein langes, dünnes Kabel mehr Verlust als der Gewinn der Antenne einbringt. Daraus folgt die schönste Falle der Prüfung: verlängert man das Kabel, wird das gemessene SWR BESSER. Nicht weil die Antenne besser passt — an der hat sich nichts geändert — sondern weil das längere Kabel die rücklaufende Welle stärker dämpft, bevor sie das Messgerät erreicht. Dämpfung erhöht, reflektiertes Signal verringert: das Messgerät lügt nicht, es sieht nur weniger. Wer so ein Anpassgerät bauen wollte, hätte ein Heizgerät gebaut. Bei den Steckern gilt die Regel, dass ein Steckverbinder selbst eine kleine Leitung ist: nur Bauformen mit durchgehend gleichem Wellenwiderstand taugen für hohe Frequenzen, und das sind N und SMA. BNC geht mäßig, Cinch ist Niederfrequenztechnik und hat im Hochfrequenzweg nichts zu suchen. In der Klasse E kommt eine Einsicht dazu, die häufig falsch erinnert wird: der Wellenwiderstand einer Leitung hängt NICHT davon ab, was am Ende angeschlossen ist. Er ergibt sich allein aus dem Aufbau — Durchmesser der Leiter, Abstand, Dielektrikum — und ist im Hochfrequenzbereich etwa konstant. Ein 50-Ohm-Kabel bleibt ein 50-Ohm-Kabel, auch wenn eine unpassende Antenne daran hängt; was sich ändert, ist nur das SWR. Der zweite neue Gedanke ist die Symmetrie: unsymmetrisch heißt eine Leitung, wenn ihre beiden Leiter verschieden geformt sind, und das trifft auf jedes Koaxialkabel zu. Die symmetrische Paralleldrahtleitung hat dafür zwei echte Vorteile — weniger Dämpfung und eine höhere Spannungsfestigkeit — und einen Nachteil, der sie in der Praxis verdrängt hat: sie strahlt, wenn sie nicht sauber verlegt ist. Deshalb nimmt man innerhalb der Station hochwertiges Koaxialkabel. Und ein praktischer Punkt, der genau dort zuschlägt, wo man es gut meint: Netzkabel und HF-Speiseleitungen ordentlich zusammen in einen Kabelkanal zu legen bringt HF ins Versorgungsnetz — parallel geführte Leiter koppeln.

Herkunft: Fragenkatalog Klasse N, Abschnitte Übertragungsleitungen und Anpassung. Zusatzwissen und nicht geprüft: dass 300 und 600 Ω zu symmetrischen Leitungen gehören, und dass 75 Ω aus der Fernsehtechnik kommt — der Katalog fragt nur die drei Koaxwerte 50, 60 und 75 Ω ab.

Diese Prüfungsfragen gehören dazu

▶ Im Trainer üben Alle Begriffsblätter